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„Luggi“ und die „Antideutschen“

Wenn man vor 30, 40 oder 50 Jahren mehr soziale Gerechtigkeit forderte, gegen die sogenannte Nachrüstung war, oder sich nur für mehr Kindergartenplätze einsetzte, bekam man von Konservativen, Unionswählern und FDP-Leuten  zu hören: „Dann geh doch rüber“. Mit diesem „Totschlagargument“ war die Diskussion beendet, abgesehen davon, dass eine Diskussion mit „beschränkten Menschen“ ohnehin kaum gewinnbringend war.

Nachdem die DDR seit 1989 leider nicht mehr existiert, ist obiges Zitat (noch) sinnlos(er) geworden. Ein „wichtiger“ Ersatz bzw. vergleichbares „Funktionspendant“ für viele vaterländische „FreitagsbloggerInnen“  ist heutzutage die „Eingliederung“: “Du bist ein Antideutscher!“ Wer sich beispielsweise in der „Freitags-Community“  für das Existenz- und Verteidigungsrecht Israels einsetzt und/oder auf verkürzte Kapitalismuskritik à la NSDAP- gutes Produktionskapital / böses Finanzkapital – aufmerksam macht, muss mit dem Attribut „Antideutscher“ leben. Sobald die „deutschnationalen“ Blogger der Community mit ihren substanzlosen, meist antisemitisch garnierten, Beiträgen, nicht mehr weiter wissen, also offenbar selbst ihre Unterlegenheit erkennen, wird ihr Diskussionsgegner des „Antideutschtums“ bezichtigt und schon fühlen sich diese Diskutanten als vermeintliche Sieger des „Diskurses“. Als „Nachgefechte“ folgen meist noch Kommentare, wie „Gib Deinen deutschen Pass ab“, „schreib lieber bei Bahamas“ oder ähnliches. „Antideutscher“ ist man sehr schnell in dieser sogenannten „linken“ Community. Wer gegen die Wiedervereinigung war, wer Israel verteidigt, wer keine Deutschland-Fahne während der WM am Auto hatte, wer gegen den Angriffskrieg  und die Bombardierung der BRD  auf Jugoslawien war, wer gegen den deutschen Krieg in Afghanistan ist, wer gegen das Wirtschaftsprogramm der NSDAP war, muss damit rechnen das Etikett „Antideutscher“ angeklebt zu bekommen. Wie, in so gut wie allen meinen “Freitagstexten“, so auch in meinem Blog, Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik, wurde nach diesem Muster verfahren. Im angesprochenen Blog  wies ich darauf hin, dass Faschismus und Nationalsozialismus mit regressiver Kapitalismuskritik agierten, dass viele frühsozialistische Theoretiker verkürzte Kapitalismuskritik, im Gegensatz zu Marx, betrieben. Des Weiteren ging es um  die verkürzte Kapitalismuskritik in der aktuellen Finanzkrise. Nachdem keinerlei ernsthafte Argumente dagegen vorgebracht werden konnten, schrieb „Freitags-National-Blogger“ „Luggi“ einen „verzweifelten“ Kommentar mit einem Link auf die bizarre Definition der „Antideutschen“, des SAV Mitglieds und „Hisbollahanhängers“ Claus Ludwig. In Claus Ludwigs Text, „Mit den Imperialisten für den Fortschritt?“ stehen, unter anderem Schwachsinn, Sätze wie: „Am Anfang der „antideutschen“ Ideologie steht die Einschätzung, dass der moderne Antisemitismus erstens den Holocaust als historisch unvergleichliche Katastrophe hervor gebracht hat und zweitens, unter Verwendung der „Kollektivschuldthese“, Produkt des gesamten deutschen Volkes war.“   Innerhalb kürzester Zeit meldeten sich die „Freitags-Deutschtumbewahrer“ „koslowski“, „thinktankgirl“, „Phineas Freek“,“ Magda“, „Fro“ usw., um kundzutun, „das nun alles klar sei“,  da ein „Antideutscher“ grundsätzlich im Unrecht ist. (Nebenbei sei erwähnt, ich würde mich nicht als Antideutscher bezeichnen)

In welcher „Sparte“ der  Kölner Stadtrat und Israelgegner Claus Ludwig (rot eingekreist) anzusiedeln ist, dürfte aufgrund seiner „Hisbollah-Auftritte“ leicht erkennbar sein. Beispielsweise am Samstag, den 12. Mai 2006 fanden sich in Köln-Kalk etwa 300 Personen zusammen, um gegen Israel und sein Recht auf Selbstverteidigung zu demonstrieren. Die ideologische Zusammensetzung dieser Demonstration, auf der Stalinisten, Trotzkisten, Hisbollah- und Hamas-Anhänger zugegen waren, war homogen. Parolen wie: „Kindermörder Israel!“ und „Internationale Völkermordzentrale Israel“ wurden gegrölt. Hisbollah-Fahnen und Bilder des Hisbollah-Chefs Nasrallah sowie eine Fahne der radikalislamischen Hamas wurden während der Demonstration unbehelligt geschwenkt. Natürlich war der Kölner Stadtrat Claus Ludwig auf der Hisbollah-Demonstration dabei. Claus Ludwig hat offenbar keine Probleme mit der islamfaschistischen Hisbollah und deren Symbolen des Terrors. Mit der Teilnahme Ludwigs an der Demonstration in Kalk wird deutlich, dass er auch das Mittel der nackten Gewalt zum Zwecke der Vernichtung des jüdischen Staates nicht ausschließen will. Im Bild rechts, erkennt man die „Freunde“ von Claus Ludwig und vermutlich auch von  „Luggi“, „Magda“, „thinktankgirl“ und Co, die „Friedenskämpfer“ der Hisbollah beim Hitlergruß.

Im Folgenden sind ausgewählte Kommentare aus dem Proudhon Blog von „Luggi“, „Magda“, „tinktankgirl“ und Co. zu lesen:

luggi schrieb am 16.05.2010 um 20:11
1. Ich weise darauf hin, dass fidelche und Co. bisher hauptsächlich kritisiert haben; mehr ist nicht zu erkennen. 2. Ich weise darauf hin, dass mit der Etikettierung seitens fidelche ich ein Faschist, Nationalsozialist und Antisemit bin. 3. Ich weise darauf hin, dass o.g. von fidelche bereits in anderen Blogforen Gegenstand der Veröffentlichung war und sehr wenig bis keine Resonanz fand.4. Ich weise darauf hin, dass der Begriff „regressive Kapitalismuskritik“ eine Erfindung von fidelche und Co. ist, um Linke zu stigmatisieren.5. Ich weise auf ein sehr aktuelles Dokument hin, dass fidelches und Co. Aktivitäten kennzeichnet: scheinbar links

koslowski schrieb am 16.05.2010 um 21:00 Ich bedanke mich für den Link, sehr aufschlussreich und für mich eine Hilfe, die vorherigen Blogs des Autors einzuordnen.

luggi schrieb am 16.05.2010 um 21:04 luggi tut, was er muss 😉

thinktankgirl schrieb am 16.05.2010 um 21:29 gutes luggi! gutes dokument! Generell zu Kapitalismuskritik:  Es gab und gibt viele Spielarten der Kritik am Kapitalismus, die auch immer vom herrschenden Zeitgeist beeinflusst sind. Gsell: so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Mütter das meiste Anrecht  auf die Grundrente haben. Zu demselben Ergebnis kommt man, wenn man das Naturweib, das wie eine Königin über die Natur ringsum verfügt, mit unseren armseligen Fabrikarbeiterinnen vergleicht. Diesen Ansatz würde ich zu den mutterrechtlichen Strömungen, die sich auf  Bachofen berufen, zurückführen.

Phineas Freek schrieb am 16.05.2010 um 22:03 Das wird ja mal Zeit –  besser spät als überhaupt nicht.  Wer sich die ultrarechte und auf „links“ getrimmte Hetze der „anti“ – deutschen Wirrköpfe einmal anhören möchte – hier ist die Gelegenheit. Hier referiert der Hamburger Ex-Linke Justus Wertmüller und Häuptling des  „anti“- deutschen Zentralorgans BAHAMAS persönlich und bringt die Ziele und Strategie der „anti“ – deutschen Kampfgemeinschaft besonders offen und prägnant auf den Punkt – darunter auch genau dass was Genosse Fidelbums hier betreibt. Den Rot=Braun-Hasspredigern geht es darum, die gesamte Linke zu bekämpfen (also auch Autonome, Libertäre, MarxistInnen etc, diverse Flügel in der Linkspartei, Antirassistinnen usw.). Wer im innerlinken Richtungsstreit meint, er könne die Unterstützung von Bahamiten für die eigene Strömung  nutzen, kollaboriert mit Rechtsradikalen. Der knapp 15 Minuten lange Mitschnitt erspart einem die sehr zeitraubende und nervtötende Lektüre der mit maximaler Unverständlichkeit kokettierenden Pamphlete, die von diesen Dreckschleudern verfasst werden.  www.freie-radios.net/portal/content.php?id=17116

luggi schrieb am 16.05.2010 um 22:13
Sie tragen eine rote Binde, wahrscheinlich am rechten Arm.

Magda schrieb am 16.05.2010 um 22:49 Bahamas – alles klar. „Wer im innerlinken Richtungsstreit meint, er könne die Unterstützung von  Bahamiten für die eigene Strömung nutzen, kollaboriert mit  Rechtsradikalen.“ Genau. Und danke.

Fro schrieb am 17.05.2010 um 00:59 Danke Luggi und Phineas Freek für die Recherchearbeit. Ich konnte fidelche bisher nicht einordnen – mir ging nur seine destruktive, provokante, spalterische, missionarische und kritikresistente Art auf den Keks. Habe auch noch einmal recherchiert und sehe seine Positionen auch im „antideutschen“ Spektrum. Vielleicht kennt sich jemand  damit aus und schreibt mal einen Hintergrund-Blog. Die „Antideutschen“ scheinen gut im „Geschäft“ zu sein – bis hinein in die Partei dieLinken.     @fidelche: fühlst du dich den „Antideutschen“ nahe? Was ist deine Mission?

Magda schrieb am 17.05.2010 um 09:43 „Ich konnte fidelche bisher nicht einordnen – mir ging nur seine destruktive, provokante, spalterische,  missionarische und kritikresistente Art auf den Keks.“ Ich habe den Eindruck, das ist irgendein mit ein paar Zutaten programmierter Textgenerator.

Fro schrieb am 17.05.2010 um 20:50
Korrektur/Ergänzung meines Kommentars von 20.31 fidelche schrieb am 17.05.2010 um 12:12  und 17.05.2010 um 13:13 Rainer Kühn, fidelche. Unglaublich, was ihr euch da leistet. Das ist m.E. ein wesentlicher  Bestandteil deiner Mission fidelche und auch die der „Antideutschen“:  Linke diffamieren und Spalten. Irre Unterstellungen die ihr da bringt und  einfach widerlich.Wer Demokratie als rechtes Projekt an sieht, muss schon ganz schön durchgeknallt sein. Und wer mich als Rechten bezeichnet ebenso. Sollte jemand eine  rechtsverdächtige Äußerung in meinen über 800 Kommentaren oder Blogs finden, gebe ich ihm einen aus. Ich bin als Linker geboren – und bin es immer noch – mitunter mache ich  sogar Werbung für die Partei die Linken. Nur habe ich vor drei Jahren entdeckt, dass das Verlangen nach Demokratie und ihre Einführung der Schlüssel für eine grundlegende politische Veränderung sein kann – weil linke Forderungen mittlerweile Mehrheitsmeinungen sind. Und mein erster Blogbeitrag befasst sich genau mit diesem Thema. Im übrigen bin ich 100% parteifrei, religionsfrei und ideologisch nicht  gebunden. Ziemlich frei also – das Symbol für Freiheit ist für mich ein  fliegender Adler.Ich bin am überlegen eine Sperrung gegen dich, fidelche anzuregen. Und  dass Rainer Kühn nach dieser hasserfüllten (ich weiß nicht warum)  denunziatorischen Diffamierung gegen mich hier noch einmal auftaucht ist hoffentlich ausgeschlossen.

fidelche schrieb am 18.05.2010 um 08:21
@Fro schrieb am 17.05.2010 um 20:50
„Ich bin am überlegen eine Sperrung gegen dich, fidelche anzuregen.“ Hallo Fro,  ich bin mal gespannt wie Deine Begründung für Deinen Ausschluss-Antrag aussehen könnte. Etwa so: Fidelche hat ganz gemeine Sachen gegen Proudhon und Gesell geschrieben. Dann hat er noch behauptet Mussolini war mal Sozialist, bevor er Faschist wurde. Und immer wieder behauptet er dass die NSDAP regressive Kapitalismuskritik gemacht hat. Die NSDAP soll zwischen Produktionskapital und Finanzkapital unterschieden haben. Und dann schreibt er immer dass Marx recht hatte und hat. Außerdem ist er ein böser Antideutscher. Der berühmte Claus Ludwig von der weltbekannten SAV hat uns erklärt was Antideutsche sind und was die für böse Sachen sagen. Ich und Uwe Theel und der TomGard und viele andere, wir bringen immer gute Argumente, beantworten alle blöden Fragen von fidelche und beleidigen tun wir ihn nie. Wir haben alle einen guten Diskussionsstil. Nur der fidelche nicht.

Ob die „Freitags-Deutschland-Beton-Blogger“, „Luggi“, „thinktankgirl“, „Phineas Freek“,“ Magda“, „Fro“ und Co., auch mit Hisbollah-Fahnen auf Anti-Israel-Demonstrationen unterwegs sind und „Kindermörder Israel!“ grölen, weiß ich nicht. Wegen ihrer durchweg antiisraelischen, teilweise antisemitischen Kommentare in der Freitags-Community, ihrer Verweise und „Lobhudeleien“  auf den, mit der islamfaschistischen Hisbollah demonstrierenden Claus Ludwig, kann ich diese Möglichkeit nicht ausschließen. Präziser gesagt, bei  einigen dieser „Freitagsschreiber“ würde es mich wundern, wenn sie nicht auf vergleichbaren antisemitischen, islamfaschistischen, antiisraelischen Demos zugegen wären. Einige dieser völkischen  Betonblogger sind wahrscheinlich stolz Deutsche zu sein. Ein „herrschaftsfreier zivilisierter Diskurs“ ist nach meinen Erfahrungen in der „bizarr moderierten“ Freitags-Community mit  „Volks-Deutschen“ nicht möglich.

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26 Kommentare

Silvio Gesell und seine Fans in der Freitags-Community

Silvio Gesell (1862- 1930) versuchte in seinem Hauptwerk “Die natürliche Wirtschaftsordnung“  zum einen Marx zu widerlegen und zum anderen mit seiner  „Freiland- und Freigeldtheorie“  die Lösung der kapitalistischen Widersprüche aufzuzeigen. Die „soziale Frage“ ist laut Gesell keine Klassenfrage, das Problem ist das „arbeitslose Einkommen“ in Form von Zins und Grundrente. Gesell steht damit in der Tradition von Proudhons Zirkulationshysterie. Die ökonomisch absurde Theorie Gesells ist strukturell antisemitisch, läuft auf „Manchester-Kapitalismus“ und Sozialdarwinismus hinaus mit dem Ziel einer Art Rassenhygiene und Menschenzüchtung. Mit Einführung eines „Schwundgeldes“ wollte Gesell verhindern, dass Geld gehortet und Zins abgeschöpft wird. Das Geld verliert ständig an Wert und muss dadurch ausgegeben werden. Dadurch wird, laut Gesell, die Wirtschaft „angeheizt“. Gesell kritisiert ausschließlich den Geldkreislauf (raffendes Kapital), die Produktion, das „schaffende Kapital“ ist im Gegensatz dazu für ihn positiv besetzt. Wenig später war die antisemitische Unterscheidung von „gutem schaffendem“ und „bösem raffendem Kapital“ die Maxime der NSDAP, mit dem Holocaust als letzte Konsequenz.

Gesell, warb in seiner Freiland Theorie für Menschenzucht mit eugenischen Zielen: Im ersten Schritt wird das Privateigentum an Boden abgeschafft, um anschließend an den Meistbietenden verpachtet zu werden. Staaten, die sich der Freilandtheorie nicht anschließen werden, ziehen die „Arbeitsscheuen“ der ganzen Welt an. „Bummler, Sonnenbrüder und Zigeuner würden dorthin ziehen.“ Der Kranke und Schwache hat keinen Platz in Gesells sozialdarwinistischer Welt. Die „Fortpflanzung des Fehlerhaften“, gelte es durch „das große Zuchtwahlrecht, dieses wichtigste Sieb bei der Auslesetätigkeit der Natur“ zu bekämpfen. Zu diesem Zweck, soll die fruchtbare Frau den Zugriff auf Grundrente und Boden nach Zahl ihrer Kinder erhalten. „Die „Manchesterschule“, mit Ausnahme der Privilegien von Grund und Geldbesitzes, war auf dem richtigen Weg“. „Der freie Wettbewerb begünstige den Tüchtigen und seine Fortpflanzung ist die Folge“, meinte Gesell. Er stellte in dem Zusammenhang die Frage:“ Ist die Rückkehr der Frau zur Landwirtschaft nicht die glücklichste Lösung der Frauenfrage?“ Aber nicht jede Frau verkörpert das wahre Leben, die Naturgesetze und ist es Wert sich der Hochzucht der Rasse zu widmen. Das „Naturweib“ lässt bei der „Gattenwahl in geschlechtlichen Fragen ihre Wünsche und Triebe für die vererbungsfähigen Vorzüge den Ausschlag geben“. „Statt des wesenlosen politischen Wahlrechts, können sie dann das große Zuchtwahlrecht“ ausüben. „Soviel Krankhaftes auch der Auslesebetätigung der Natur durch die Fortpflanzung der Fehlerhaften zugeführt wird, sie wird es bewältigen. Die ärztliche Kunst kann dann die Hochzucht nur verlangsamen, nicht aufhalten.“ In seinem Buch „Der abgebaute Staat“, propagiert Gesell die Züchtung von „Kraft, Gesundheit, Geist, Schönheit“ als gesellschaftliches Ziel. Frauen haben sich dem unterzuordnen. Verhütung ist schlecht, weil es dann an „menschlichem Auslesematerial“ mangelt. Die übrigen Frauen lassen sich sterilisieren und wären lohnabhängig. Nach seiner sozialdarwinistischen Lehre stürben diese Frauen aus und nur die „Lebensbejahenden“ pflanzen sich weiter. Gesell verlangt den „Schutz der Rasse“ und die „Förderung der Hochzucht“. „Mißehen seien zu vermeiden, deren „Produkte nur die Kranken- und Zuchthäuser füllen.“ Dem „Rasseverfall“ stellt Gesell das „große, freie Zuchtwahlrecht“ entgegen.Jutta Ditfurth schreibt in ihrem Buch, „Entspannt in die Barberei“: „So wird aus dem Kampf um politische Rechte der Frauen wieder einmal der – diesmal freiwirtschaftliche – Ruf nach der Scholle, Wiege und Rassenhygiene.“ Klar denkende Menschen, wie Peter Bierl, erkennen, dass Silvio Gesells Bodenreformpläne nichts mit „freier Liebe“ zu tun haben, denn Gesells ”Lösung der Frauenfrage” ist mit NS-Lebensborn und Mutterkreuz kompatibel!

„Durch Unklarheit und Unwissenheit  wurde Gesell“, laut Ernst Toller für sieben Tage Volksbeauftragter für Finanzen in der Münchner Räterepublik. Ernst Niekisch, später Faschist und Hitler Kritiker von rechts, ernannte Gesell zum Volksbeauftragten. Während andere hingerichtet wurden verteidigte sich Gesell selbst. Auszug aus Gesells Rede: „.. Dass diese Räteregierung mich als Finanzmann erwählte, war für mich ein Beweis, dass es sich nicht oder noch nicht um Bolschewismus oder Kommunismus handelte. Denn eine Teilung des Volkes in hohe, mittlere und niedre Schichten bedeutet völkischen Verfall. Völkisches Empfinden duldet keine Zinsknechtung anderer oder gar die Beteiligung daran. Wer noch etwas rassisches, völkisches Empfinden verspürt, der gehe in sich, tue Buße; der gestehe, dass er und seine Ahnen Verrat begingen am eigenen Volk, am eigenen Blut. Der wahrhaft völkisch gesinnte Mensch, der den Klassengeist hasst und ein schönes Volksleben sehen möchte – wie man vielleicht ahnen kann, aber noch nie erlebt hat (…) Sie kannten meine Ziele, die den Kapitalismus, die Zinsknechtschaft bekämpfen, aber eben so sehr den Kommunismus die Gemeinwirtschaft…“ Gesell kooperierte mit völkischen Antisemiten, wie beispielsweise Simons oder Fritsch. Einer der engsten Mitarbeiter Gesells war der Ernährungsreformer Gustav Simons. Simons war Mitglied des „Ordens des Neuen Tempels“ von Lanz von Liebenfels, der Antisemitismus, Arierwahn und Germanenmythen verknüpfte und die Hakenkreuzfahne führte. Fritsch war der Autor des Antisemiten-Katechismus „Handbuch der Judenfrage“. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte Gesell in der Lebensgemeinschaft Oranienburg-Eden. Carl Russwurm, der Führer von Eden, verband die germanischen Grundlagen des Freiheitsbegriffs mit Silvio Gesells Freiland- und Freigeld-Theorien. In Eden wurden germanische Rituale, „heidnische“ Weihnachten und Sonnwendfeiern gefeiert. Von Eden gingen die Gründungen anderer völkischer Siedlungen aus, die den „geistigen Adel deutschen Bluts“ fördern sollten und „die Pflege germanischen Weistums“.

„Der Chiemgauer“ ist Schwundgeld, mit dem im Chiemgau (Oberbayern), seit einigen Jahren in bestimmten Läden die Ware bezahlt werden kann. Die regionalen Betriebe sollen mit dem Regionalgeld gefördert werden. Die Herausgeber (Waldorfschule Prien) des Chiemgauers beziehen sich explizit auf Silvio Gesells Freigeld-Theorie. Die Euros die der „Chiemgauer Verein“ bei dem Umtausch der „Chiemgauer“ erhält, werden laut Initiatoren bei der GLS Bank auf einem Tagesgeldkonto mit Zinsertrag angelegt. Tauschringe und Regionalgeld sind kein bisschen emanzipatorisch, im Gegenteil. Sie dienen als praktisches und propagandistisches Vehikel für Schwundgeld-Utopien und Zinsknechtschaft-Phantasien – ein strukturell  antisemitischer Ansatz. Wenn Gesell alle Übel der Welt auf Zins und böse Geldbesitzer projiziert und ihnen die schaffende Gemeinschaft der  Werktätigen und Unternehmer gegenüberstellt, trennt er, was untrennbar verflochten ist: Industrie- und  Finanzkapital. Ganz in dieser Tradition wurde in der NPD-Zeitung »Deutsche Stimme« im Frühjahr 2004 eine revolutionäre Neuordnung des Geldwesens propagiert. »Macht die Völker frei – brecht die Zins-Sklaverei« lautete die Parole. Der „aktuelle“ Gesellianer und Anarchist Klaus Schmitt spricht von einer Wirtschaftsordnung, die das „eigennützige Streben der Menschen nutzt und die tüchtigen Produzenten belohnt und nicht die unproduktiven Geldverleiher, Grundeigentümer und andere Parasiten bereichert“. Ganz offen vertritt Klaus Schmitt die Menschenzucht-Perspektive in seinem Buch, „Silvio Gesell – Marx der Anarchisten“: „Immerhin ist dieser Gedanke einer für die Gesunderhaltung des Erbguts und für die Evolution der menschlichen Art vorteilhaften und von den betroffenen Individuen selbstbestimmten Eugenik eine diskutable Alternative zu den auf uns zukommenden, von Staat und Kapital fremdbestimmten Genmanipulationen.“ Die aktive Gesellianerin, Margrit Kennedy hat Kontakt zur esoterischen Sekte Findhorn, sie tritt bei der sexistisch-autoritären Sekte ZEGG auf. Im Juli 1993 referierte sie im Rahmen der Vorlesungsreihe des Ökofaschisten Rudolf Bahro an der Berliner Humboldt Universität. Für die Mitarbeit an ihrem Buch bedankt sie sich artig bei dem Japanischen Gesellianer Yoshito Otani auf den sich Margrit Kennedy auch sonst gerne bezieht. Yoshito Otanis Buch „Untergang eines Mythos“ für das in der rechten Partei Zeitschrift der FSU „Der Dritte Weg“ oder von den Christen für eine Gerechte Wirtschaftsordnung (CGW) geworben wird, stellt die Vernichtung der Jüdinnen und Juden infrage, zweifelt an der Existenz der Gaskammern in Auschwitz und leugnet die Kriegsschuld der Deutschen. Selbst am Ersten Weltkrieg seien „jüdische Banken“ schuld. Otani bezeichnet die antisemitische Fälschung „Protokolle der Weisen von Zion“, die angebliche Weltherrschaftspläne der Juden beinhaltet, als wahr. (vgl. Volkmar Woelk, Natur und Mythos, Duisburg, 1992, S.22, Geden, a.a.O., S. 162ff)

Wenn im Jahre 2010 in der Freitags-Community, AnhängerInnen Silvio Gesells behaupten, dessen eugenische und sozialdarwinistische Positionen würden sich aus „jener Zeit“, erklären, als wären antisemitische, völkische, eugenische und sozialdarwinistische Haltungen damals emanzipatorisch  gewesen, ist dies eine menschverachtende, mit nichts zu entschuldigende Aussage. Silvio Gesell starb drei Jahre vor Hitlers Machtergreifung.  Aus eugenischen Gründen wurden während der NS-Zeit von 1933-1945 behinderte Menschen sterilisiert oder ermordet, Antisemitismus war der „Beweggrund“ für die „fabrikmäßige“ Ermordung der sechs Millionen europäischer Juden, völkischer Rassismus korrespondierte mit der  Vernichtungspolitik gegen die sogenannten “ Unterrassen“ oder „Untermenschen“  im „Osten“.
Folgende ausgewählte Kommentare stammen aus den 420 „Freitags“-Kommentaren der Gesell- und Steiner-Blogs:

Uwe Theel schrieb am 13.05.2010 um 01:49
Wer sich wie Fidelche auf deratigen Blödsinn, wie diesen stützt:Zeev Sternhell schreibt in seinem Buch, „Die Entstehung der Faschistischen Ideologie: “Die Wurzeln des Faschismus liegen in der radikalen Linken am Beginn des 20. Jahrhunderts. Dessen führende Theoretiker waren ganz überwiegend „rechte Leute von links“, die aus dem revolutionären Syndikalismus hervorgegangen waren.“ dann nur noch unverdauten, fremden Text hubert , ansonsten nichts tut, als seine hahnebüchenen These zum 758zigsten mal herzubeten, dass „rechts von links“ käme, sollte hier keines Wortes mehr gewürdigt werden.P.S:: „regressiv“ heißt „sich (stetig) vermindern“ im übertragenen Sinne, „sich auf frühere Entwicklungsstände zurückziehen, zurückentwickeln“.Wie R. Kühnl ausführte, stellt(e) der Faschismus quasi eine Refeudalisierung des Kapitalismus dar, war also insofern eine regressive  Entwicklungsform gesellschaftlicher Herrschaft. Daher war die  „Kapitalismuskritik“ des Faschismus in jedem Fall eine „vorbürgerliche“ aber keine „verkürzte“, aber sie war nicht einmal das, sondern einfach ein weiterer Ausdruck des Rassismus im Faschismus und von keiner linken Theorie auch nur angekränkelt. Fidelche, Dein theoretisches Wissen ist erbärmlich, entsprechend sind auch Deine „Fragestellungen“. Setz Dich auf Deinen Balkon (s. Bild oben), genieße Die Frühlingsonne und pass auf, dass Du keinen Sonnenstich bekommst.

koslowski schrieb am 13.05.2010 um 07:34
@uwe theel 01:49
Mir scheint, Herr Theel, den Stich, vor dem Sie fidelche warnen, haben Sie bereits – und nicht in Folge zu starker Sonneneinstrahlung, sondern als festen Bestandteil Ihres Habitus: Arroganz, Eitelkeit und Belehrungswahn. Ich hoffe sehr, in Zukunft hier nichts mehr von Ihnen lesen zu müssen, weil Sie vielleicht doch noch den Anstand haben zu gehen oder das Management der FC seine Aufgabe wahrnimmt.

thinktankgirl schrieb am 17.05.2010 um 14:46

Hatte nicht jemand im vor-vor-letztem Fidelschen Blog folgendes Warnschild aufgestellt:

Mal sehn ob’s klappt 😉


Columbus schrieb am 17.05.2010 um 20:16 […] Was Proudhon, Sorel und Gesell angeht, so bleibe ich dabei und habe das   auch ausführlich begründet (s.o., Links), dass die von Fidelche, aber auch   von Sternhell (Zitat) vorgenommenen Klassifizierungen und Einordnungen   falsch sind, weil sie Nebenaspekte und teilweise sogar von den genannten   Autoren selbst verworfene und später abgelehnte Gesichtspunkte zur Hauptsache machen wollen, weil Fidelche z.B. bei Gesell, überhaupt nicht   verstanden hat, um was es in dem Zitat ging, weil er die zeitbedingte  Sprache nicht berücksichtigt, weil er offensichtlich keinen Unterschied zwischen Evolutionslehre und Darwinismus einerseits und Sozialdarwinismus, Eugenik nach Rasse und Elitegsichtspunkten andererseits kennt und Vorwürfe  erhebt, die sich aus der Biografie der Personen und aus den je umfangreichen Werken, nicht herauslesen lassen. Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen  Geldabhängkeit weg zu kommen, in ein sozialdarwinistisches Zuchtprogramm  umgedeutet. –  Ich vermute es war der Sprachschock, der Verwirrung stiftete. Wer soll denn bei diesem eher in Richtung Sektierertum laufenden  „Mühewerk“ Beistand und Beifall leisten? Ich werde dafür keinen Applaus  spenden, sondern es immer strikt ablehnen. Sorel, Gesell und Proudhon sind  nicht „dubios“! […]

thinktankgirl schrieb am 18.05.2010 um 09:09
@navetta Das es sich hier um Grabenkämpfe handelt, geht mir auch so langsam auf. Meine Generation ist auch wegen solchen hirnrissigen Auseinandersetzungen zur Null-Bock-/Punk-Generation geworden. Bei Fidelsche fehlen grundlegende Kenntnisse der Geschichte des 19./20. Jhdts. Vor allem über die verschiedenen Formen der Kritik am Kapitalismus,  Industrialisierung und der entstehenden modernen Gesellschaftsform. Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch, wie Leusch weiter unten schreibt: Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen Die Schrift Bachofens über das Mutterrecht, gab dazu Impulse. Ein Otto Groß erkannte in der ökonomischen Abhängigkeit die Unterdrückung der Frau – heute Allgemeingut, aber vor 100 Jahren revolutionär. Zudem  propagierte er die freie Liebe, eigentlich undenkbar im Wilhelminischen  Kaiserreich. Die Reventlow wurde vom Kosmikerkreis als Hetäre betrachtet; den Frauen wurden mit neuheidnischen Ansätzen eine eigenständige Erotik zugestanden. Ich finde, das Werk Gsells, wie auch anderer, muss im Kontext gelesen  werden. Aber das lernt man eigentlich an jeder Uni und nennt sich wissenschaftliches Arbeiten

fidelche schrieb am 18.05.2010 um 12:25
@thinktankgirl schrieb am 18.05.2010 um 09:09

Unfassbar, ihr Kommentar.

 

 

 

 

 

 

thinktankgirl schrieb am 18.05.2010 um 12:37
@fidelsche    Endlich, endlich ist es geschehen, daß mir mal jemand die Nazi-Keule zeigt. Ansonsten Fidelschen probiers mal mit wissenschaftlichem Arbeiten, zu dem von mir angeschnittenem Thema.

Rahab schrieb am 18.05.2010 um 12:45
fidelsche zur kenntnis:  ich habe die redaktion darum gebeten, dieses teil zu entfernen. und das bild durch eine begründung zu ersetzen, warum es entfernt wurde.

Kurz darauf wurde nicht nur das Bild entfernt. Die Redaktion schloß das Blog für weitere Kommentare. Eine Stunde später wurden von den 173 Kommentaren, 50! Kommentare von der Freitags-Redaktion gelöscht. Alle Kommentare, auch die gelöschten, sind nachzulesen im Blog: Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik. Die Diskussion ging anschließend im Steiner-Blog weiter.

thinktankgirl schrieb am 25.05.2010 um 21:02
[…] Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostiution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, daß sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.

thinktankgirl  schrieb am 25.05.2010 um 18:51
@ fidelche 25.05.2010 00:22 Auszüge aus der damaligen Verteidigungsrede Gesells: [..] Können Sie mir für diese Rede eine seriöse Quelle nennen? Im Internet finde ich ca. 10 Webseiten (alle antisemitisch und antifreigeld) die exakt diesen Absatz zitieren, ohne einen Vorspann oder Nachspann, d.h. ohne weiteren Text und Kontext. Selbst die Auslassungszeichen sind dieselben. Ohne Hinweis, wo diese Rede gehalten und veröffentlicht wurde. Das genügt mir nicht als Quellenangabe. Und bitte nur Primärquellen!

fidelche schrieb am 25.05.2010 um 23:59
@thinktankgirl schrieb am 25.05.2010 um 21:02 Wer Begrifflichkeiten wie, „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“ um nur einige zu aufzuzählen, emanzipatorisch nennt, disqualifiziert sich um es mal vorsichtig auszudrücken.

Die eifrigste Verteidigerin, noch vor Uwe Theel und „Columbus“, war die stets Wissenschaftlichkeit fordernde, zu  Boykottaufrufen gegen Israel und Freisprüche für Holocaustleugner auffordernde und  Ahmadinejad gegen die bösen westlichen Medien verteidigende „Freitagsbloggerin“ „thinktankgirl“. „Thinktankgirl“, die „stolz wäre“ die Antisemitin „Felicia Langer zu sein“, schrieb am 18.05.2010 bezüglich Silvio Gesells antisemitischen, völkischen, eugenischen und sozialdarwinistischen Positionen: „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch“. Entweder „Thinktankgirl“,  begreift, vermutlich bis heute,  nicht, dass Begrifflichkeiten wie „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“  wesentliche Bestandteile von Silvio Gesells menschenverachtender Theorie sind, oder sie hat keinerlei  Ahnung was Begriffe wie  emanzipatorisch oder reaktionär ausdrücken. Sogar die, zumindest strukturelle Antisemitin, „Rahab“ schrieb am 26.5. in Richtung „thinktankgirl“: „ich würd den Gesell, wenn ich ihn denn läse, auch nicht als gelungene emanzipatorische utopie lesen. sondern als dystopie.“ Wie ein kleines Kind  gestand sich „thinktankgirl“ nicht ihre unhaltbare Position ein, nein im Gegenteil, sie forderte ständig meinen Widerruf des Kommentars vom 25.05.2010 um 23:59. Gleichzeitig ignorierte sie zig-fach  Fragen wie ihr eigener Satz bezüglich Gesell „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch“, anders interpretiert werden könnte. Die ständige Forderung nach der Primärquelle (Verteidigungsrede Gesell von 1919, 1920 veröffentlicht, Gesammelte Werke, Band 12, S.25) von Gesells Münchner Rede, belegt dass „thinktankgirl“ nicht glauben konnte, was ihr Idol so von sich gegeben hat.

Uwe Theel schrieb am 26.05.2010 um 00:59
@ Damian Bold schrieb am 25.05.2010 um 21:50 Wie ich sehe, Herr Bold, beteiligen Sie sich ja hier eifrig an der Diskussion und sind dabei gar nicht zimperlich mit „Setzungen“. Sie werden mir verzeihen, wenn ich Thinktankgirl und Rahab beispringen muß. Die Argumente wissenschaftlichen Arbeitens im Hinblick auf den Umgang mit Zitaten brauche ich hier nicht noch einmal nachzuvollziehen. Schon auf dieser Ebene arbeitet Fidelche unkorrekt im schon geschilderten Sinne. Kommen wir jetzt aber noch zur Worbedeutung und Etymologie des Wortes „Zucht“ in Zuchtwahl: Ich erinnere zunächst daran, dass es im Deutschen das Wort Kinderaufzucht gibt, das nichts meinte als das Aufziehen von Kindern in dem Sinne, dass ihnen alles das von den Eltern beigebracht wird, was sie lernen müssen, um im Leben zu bestehen, da es nicht angeboren ist; dass dies auch durch autoritäre Erziehungsstile geschehen kann tut unser Diskussion dabei jetzt keinen Abbruch. Diesen Inhalt könnten wir auch mit dem Wort „Bildung“ (von Kindern) bezeichnen. Tatsächlich findet sich bei Aischylos im 4. Jhdt der Begriff παιδεια (paideia) der damals in genau dieser Bedeutung, wörtlich übersetzt mit“Kinderzucht“, verwendet wurde. Der Begriff erfuhr dann über die Jahrhunderte eine Ausweitung zu einem Begriff der allgemeinen Bildung überhaupt und steckt derartig seit dem 16 Jhdt. im Begriff Enzyklopädie (enkyklios paideia) im Sinne der Sammlung allen Wissens.Wenn Gesell hier also von „Zuchtwahl“ spricht, so meint er damit in genau dem Kontext, auf den thinktankgirl schon hinwies, dass er der freien Frau, die freie Wahl lassen wollte, wie sie die Kinder die sie bei freier Gattenwahl zur Welt bringen wollte ohne Fremdbestimmung aufziehen, erziehen, bilden wollte. dazu sollte sie materiell abgesichert werden.Das Mißverständnis, „Zuchtwahl“ hier als eindeutig rassisistischen Begriff deuten zu wollen, ohne Rücksicht auf textlichen Kontext und Etymologie des Wortes – bloß weil es in anderen Zusammenhängen mißbraucht wurde -, zeugt tatsächlich nicht von wissenschaftlich seriösen Vorgehen. q.e.d. Lg ut P.S.: Quellennachweise können bei Bedarf eingefordert werden.

Das Linksparteimitglied Uwe Theel versucht offenbar mit Aischylos, Gesells „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“  zu relativieren!  Aischylos lebte vor 1600 Jahren. Gesell starb drei Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Die Bedeutung der Begriffe, Eugenik, NS Lebensborn, Mutterkreuz, „Erlösung von all dem Minderwertigen“ sind für Uwe Theel offenbar nicht problematisch. Uwe Theels Haltung bezüglich „linkem Antisemitismus“ und seine überzogene Israelkritik wurde bereits in Vorgängerblogs angesprochen. Im Jahre 2010 verteidigten oder relativierten in der Freitags-Community die“ AnhängerInnen von Silvio Gesell,  „thinktankgirl“, „Columbus“ und Uwe Theel seine  antisemitischen, völkischen, eugenischen und sozialdarwinistischen Positionen. „Columbus“ und „thinktankgirl“ bezeichneten Gesells Theorien emanzipatorisch. Das Schwundgeld „Der Chiemgauer“ wurde von vielen Freitags-Bloggern, wie beispielsweise „Columbus“, als ein wichtiger Lösungsansatz für die aktuelle Finanzkrise „bejubelt.“ Das dies zum einen falsch und zum anderen strukturell antisemitisch ist, war diesen Bloggern in der Freitags-Community kaum „beizubringen“. Mutterrente, Menschenzucht hatte und hat  nichts mit freier Liebe zu tun! Antisemitismus war und ist nicht emanzipatorisch! Völkisches Gedankengut und Sozialdarwinismus erscheinen heute nicht nur reaktionär, sie waren und sind reaktionär! Die Menschen im Nationalsozialismus spürten „hautnah“ was dieses Gedankengut bedeutet! Entweder haben „thinktankgirl“, „Columbus“ und Uwe Theel keinerlei Ahnung von diesen Themen oder es besteht eine Affinität zu Gesells „Gedankengut“. Ich vermute anderer seits, dass sich zumindest „thinktankgirl“ in der Zukunft, bezüglich Silvio Gesell, etwas vorsichtiger ausdrücken wird. Dadurch hätte die ganze Diskussion auch einen positiven Effekt. Jutta Ditfurth, mit der ich während des Steiner-Blogs in Email-Kontakt stand, hat viele Kämpfe mit Gesellianern,  Esoterikern und Anthroposophen überstanden. Ich hatte in den beiden Diskussionen zum ersten Mal intensiv mit Gesellianern, Esoterikern und Anthroposophen zu tun. Dieses eine Mal reicht mir für einige Zeit – absolut!!

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Ist "der Freitag" eine antisemitische Zeitung?

Eines vorweg, ich fühle mich der Linken im weiteren und weitesten Sinne, und ganz besonders der protestierenden äußersten Linken, auf weiten Strecken verbunden. Seit über 30 Jahren bin ich Konkret Leser und fühle mich von daher der Aufklärung und der kritischen Selbstreflektion verpflichtet. Kritische Selbstreflektion heißt auch das eigene Umfeld kritisch zu hinterfragen. Eines meiner Ziele war linken Antisemitismus im Allgemeinen und speziell im „Freitag“ aufzudecken und zu belegen, was mir, so meine ich,  eindrucksvoll gelang. In Westdeutschland gibt es Linken Antisemitismus spätestens seit dem 6-Tage-Krieg von 1967. Jean Amérys Text “Der ehrbare Antisemitismus“ beschreibt dieses Phänomen hervorragend. Einst war der Antisemitismus der Sozialismus der dummen Kerle. Heute steht er im Begriff, ein integrierender Bestandteil des Sozialismus schlechthin zu werden, und so macht jeder Sozialist sich selber freien Willens zum dummen Kerl. Die emotionelle Infrastruktur ist da, vor allem in Deutschland, wie ich meine, auch in der Freitags-Community. Der Antizionismus ist ein von Grund auf reaktionäres Phänomen, das von den revolutionären progressistischen antikolonialistischen Phrasen über Israel verschleiert wird. Wer behauptet, das er wohl Antizionist sei, aber beileibe nichts gegen Juden sagen wolle, macht sich und anderen, in der Freitags-Community und anderswo, etwas vor. Ich stimme folgenden Sätzen von Thomas Haury zu: „Als gesellschaftlich geprägte Individuen sind die Linken potentiell so nationalistisch und antisemitisch wie die sie umgebende Gesellschaft, als in Deutschland aufgewachsene sind sie ebenso anfällig für die spezifischen Zwänge des deutschen Nationalismus, für die Verweigerung der Auseinandersetzung mit der belasteten Vergangenheit und für die symptomatische Wiederkehr des Verdrängten in Form eines sekundären Antisemitismus. Es wäre die Aufgabe einer als radikal sich begreifenden und historisch reflektierenden politischen Linken, sich der (selbst-) kritischen Auseinandersetzung zu stellen: Das eigene Bedürfnis nach kollektiver und damit potentiell nationaler Identität reflektieren, das die gesellschaftlichen Verhältnisse verdinglichende antiimperialistische Weltbild als ideologisches und falsches zu kritisieren, den Antizionismus als das aufzuweisen und zu denunzieren, was er ist, in nicht weiter als „links“ durchgehen zu lassen – das muss zum grundlegenden Selbstverständnis einer Linken werden, die sich der Aufklärung und Kritik verpflichtet weiß.“ Als ich mich vor vielen Monaten auf den Seiten der iranischen Lobbyorganisation CASMII bewegte und durch quälte, Texte von Mohssen Massarrat, Werner Ruf, Lutz Herden, Norman Paech  und Ali Fathollah-Nejad, und anderen „Islamverstehern“ und „Israelhassern“ las, wurde mir das klassische Phänomen des Antisemitismus  aus linker Sicht nochmal deutlich vor Augen geführt. Viele der hier schreibenden Autoren schreiben auch im „Freitag“. Die Artikel im Freitag über den Nahostkonflikt, beispielsweise von Ludwig Watzal, Uri Avnery oder Lutz Herden, sprechen eine deutliche Sprache. So schrieb Ludwig Watzal am 21.03.2003: “Vieles deutet darauf hin, dass die israelische Regierung im Schatten eines Irak-Krieges die Palästinenser vertreiben will.“ Uri Avnery meinte am 16.01.2009 über die Hamas: “Und das angesichts einer so mächtigen Militärmaschine wie der israelischen, es wirkt wie ein phantastischer Sieg, wie ein Sieg des Geistes über das Material.“ und Lutz Herden schrieb am 31.5.10: unter anderem: “Manchmal entsteht der Eindruck, es sitzen fanatische Antisemiten in der Regierung des Premiers Netanjahu, die Israel um jeden Preis schaden wollen.“

Auf den Online Seiten des „Freitag“ gibt es die Möglichkeit in einem Forum mit verschiedenen Menschen zu diskutieren. In den AGB steht u. a. „ Insbesondere verpflichtet sich der Nutzer, keine Inhalte zu verfassen oder zu verbreiten, die rassistisch, beleidigend, obszön, vulgär, sexuell orientiert, abscheulich oder bedrohlich sind oder sonst gegen ein Gesetz verstoßen würden. In diesem Freitag-Forum wird die faschistoide Hamas von vielen Bloggern hofiert, der Raketenbeschuss auf Israel verharmlost, Israel das Selbstverteidigungsrecht abgesprochen, de facto das Existenzrecht Israels bestritten. Meiner Meinung wurde teilweise der Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Der Antizionismus und der Nationalismus vieler Freitagsblogger ist Bestätigung für die vorhin zitierten Sätze Thomas Haurys. Sobald die, von der Redaktion geschützten „Hamasversteher“ nicht mehr weiter wissen, gibt es Diffamierungen in der Art wie, „Antideutsche raus“, „schreib in der Bahamas“ oder „gib deinen deutschen Pass ab“. Dieser Nationalismus verbunden mit blindem Antizionismus gibt Andockstellen zu rechter Ideologie. Diese Andockstellen sind längst angenommen und der Schritt zur Volksfront und Querfront, wie beispielsweise Jürgen Elsässers Volksinitiative bereits vollzogen. Wer dagegen anschreibt wird mit rassistischen, beleidigenden, obszönen, vulgären, sexuell orientierten, abscheulichen und bedrohlichen Kommentaren „belohnt“. Bemerkenswert dabei, die Freitag-Redaktion bestraft nicht die Blogger die gegen die eigenen AGB verstoßen sondern im Gegenteil, diejenigen die gegen Antisemitismus anschreiben. Auf meinen offenen Brief bekam ich viele Antworten. Durch den Facebook Eintrag der Konkret-Redaktion mit dem Titel: „Verstößt Bloggen gegen Antisemitismus gegen die AGB des „Freitag“?“ und durch einige Mails meinerseits bekam ich viele Rückmeldungen, überwiegend mit der Botschaft, „alles schön und gut, aber was hast Du von der Freitag-Redaktion anderes erwartet.“ Einige Konkret Autoren baten mich in diesem Blog nicht namentlich aufgeführt zu werden, stimmten mir freilich inhaltlich in allem zu. Konkret-Autor Stefan Frank gab mir sein Einverständnis, er schrieb mir in einer Mail: “Was Sie schreiben, ist alles sehr richtig, und Ihr Kampf gegen den Antisemitismus sehr wichtig, insbesondere, weil sie die Gefechte ins Hinterland des Feindes tragen. Nun wundere ich mich allerdings, dass Sie sich darüber zu wundern scheinen, dass der Feind sich das nicht länger bieten lassen will. […] Das ist ja so, als würde man erwarten, in einem Blog der katholischen Kirche den Papst kritisieren zu dürfen, finden Sie nicht? Eine andere Frage wäre, warum müssen sich die „Israelkritiker“ so häufig auf Lügen und Verleumdungen herablassen. Der Freitags-Blogger „Columbus“ (Christoph Leusch) schrieb in mein Améry Blog: „Ihre Gewährsleute, Herr Fiedelche, plädieren für „Austreibung“ und „Umsiedlung“ der Palästinenser, zumindest weiß ich das von dem ominösen Herrn Tarach.“ Später wiederholte er die unverschämte Lüge, die den Straftatbestand der Verleumdung erfüllt, in meinem Slanský Blog: „…Gesinnungsaufsätzen von Grigat und Tarach vollgerungst. Tarach ist ja ein glühender Verehrer der Umsiedlungslehre. Die Palästinenser in die Wüste oder irgendwo nach Arabien.“ Jeder der Tilman Tarachs Buch der ewige Sündenbock gelesen hat, weiß dass diese Verleumdungen von „Columbus“ infam waren. Ich schrieb dies mehrfach in verschiedenen Gegenkommentaren. Konkret-Autor Tilman Tarach hat das Blog mitgelesen und die Freitag-Redaktion mehrmals auf die Verleumdungen von „Columbus“ aufmerksam gemacht. Nach Wochen reagierte die Redaktion, löschte, wie so oft, die Kommentarstränge ohne mich oder andere User über die Maßnahme zu informieren, geschweige denn die unhaltbaren Lügen von „Columbus“ richtigzustellen oder zu beanstanden. Korrekte journalistische Moderation sieht anders aus! Erschwerend kommt hinzu, dass Christoph Leusch „Publizist“ im „Freitag“  ist, also für einige seiner Beiträge, wenn auch geringe, Honorare erhält.  Aktuell unterstellt Freitags-Bloggerin „Rahab“ absolut wahrheitswidrig dem Text von Tilman Tarach und der Zeitschrift konkret sie würden für ein „Groß-Israel“ eintreten. Die Antisemiten bloggen weiter im „Freitag“, während die Gegner der Antisemiten von der Freitag-Redaktion durch deaktivieren, mundtot gemacht wurden und werden. Die Bloggerin „reflexione galore“  wurde letzte Woche von der Redaktion deaktiviert, kurz nachdem sie in Manfred Breitenbergers Blog „fidelche“ gegen „tinktankgirl“ verteidigt hat, was wenig Gutes für die Zukunft erhoffen lässt. Dies sind sicherlich sehr problematische Vorgänge für eine angeblich „linke“ Zeitung. In einem Blog von „Rahab“ wurden die Ausschlüsse von Rainer Kühn und mir noch einmal angesprochen, was durch die Redaktion durch die Sperrung der Kommentarfunktion sehr schnell unterbunden wurde. In dem Zusammenhang stelle ich ausdrücklich fest, ich habe zu keinem Zeitpunkt gegen AGB oder Netiquette verstoßen. Weder, für jeden nachlesbar, im Forum, noch durch Emails oder PNs an die Redaktion oder andere User. Ich Gegensatz dazu, verstoßen hunderte von Kommentaren meiner politischen Gegner gegen AGB oder Netiquette. Dies lässt nur den Schluss zu, dass mein Ausschluss politische Gründe gehabt hat.

Natürlich verdanke ich dem „Freitag“ auch einiges. Ich hatte selten so viel Spaß wie beim Schreiben und Lesen in meinem Religionsblog. Ich hätte nichts über die vielen interessanten Thesen von klugen Leuten erfahren, nichts über exotische Bibelexegese und nicht zuletzt hätte ich Rainer Kühn nicht kennengelernt. Deshalb auch ein kleiner Dank an den „Freitag“. Da es in der Community auch aufrechte, aufgeklärte Menschen gibt, die gegen Antisemitismus, Rassismus und Eugenik anschreiben, kann man den „Freitag“ nicht als antisemitische Zeitung bezeichnen, ob dies nun einer „Feigenblattfunktion“ gleichkommt oder nicht. Dazu kommt, dass einige Redakteure des „Freitag“ mir durch Emails zu erkennen gaben, dass sie mit meiner Position übereinstimmen, sie den „Kampf“ aber längst aufgegeben haben. Die Anwälte von Jakob Augstein müssen also nicht nervös werden. Ich beantworte die Frage: „Ist der Freitag eine antisemitische Zeitung?“, mit nein. Meine Begründung ist, solange Blogger wie „oca“ Aufklärung über die Vorgänge fordern dürfen, solange „Hermanitou“, Louis Levi oder „Manfred Breitenberger“ noch schreiben dürfen, solange es noch mindestens einen Schreiber in dem Forum gibt, der gegen überzogene Israelkritik anschreibt, solange Georg Fülberth noch im „Freitag“ schreibt, ist die Frage zu verneinen. Die beschriebenen Vorgänge bleiben ungeachtet dessen, sehr problematisch für eine „linke“ Zeitung. Eine Zeitung die antisemitische Israelgegner schützt, die die Menschenzuchttheorien, den Antisemitismus und die Eugenik von Silivo Gesell, den Antisemitismus und Rassismus von Rudolf Steiner duldet und gegen meine Argumentation schützt, kann schwerlich das Prädikat „linke Zeitung“ für sich beanspruchen. Hätte Jean Améry die Texte von „Rahab“, „thinktankgirl“, „Columbus“, „Uwe Theel“, „Phineas Freek“ und Co. gelesen und die Reaktionen der „linken Wochenzeitung Freitag“ wahrgenommen, dann hätte meiner Meinung, vermutlich „seine  Auschwitznummer geschmerzt.“  „Seine Auschwitznummer 172 364, schrieb er einst, lese sich kürzer als der Pentateuch oder der Talmud und gebe zudem gründlicher als diese Auskunft über eine jüdische Existenz.

Update 30.6.2010:
Gestern bekam ich um 16 Uhr eine Gruß-Nachricht von Konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza, die ich meiner Leserschaft nicht vorenthalten möchte:
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Lieber  fidelche,
zurück von einer fernen Insel schnell einen Gruß, mit dem ich mich Stefan Franks Antwort anschließe.
Wer mit Paech oder Watzal diskutieren will, soll es tun.
Ich geh solange Sarah Silverman gucken.

Ihr Gremliza
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Offener Brief an die „Freitag" Redaktion

Ich war der Blogger „fidelche“ in der Community der „linken“  Wochenzeitung  „Der Freitag“. In dieser Community schrieb ich sieben Blogs. Gemessen an der Anzahl der Kommentare dieser Blogs war ich einer der erfolgreichsten Blogger in diesem Forum. Allein das Améry Blog hatte 466 Kommentare, das Slánský Blog wurde bei 292 Kommentaren gesperrt  und das Lessing-Religionsblog kam auf 660 Kommentare.

Am 30.3.2010 setze ich mein erstes Blog im Freitag, „Die Linke, Israel, Jean Améry und der ehrbare Antisemitismus“. Ich versuchte mit Hilfe Amérys Text „Der ehrbare Antisemitismus“ linken Antisemitismus im Allgemeinen und in der Freitags-Community zu belegen. Mit viel Geduld, Beleidigungen ironisch kommentierend, versuchte ich den Mit-Diskutanten unter anderem folgendes verständlich zu machen: Wer überzogen Israel kritisiert, dabei Taten und Handlungen der Gegenseite wie der Hamas ignoriert, macht sich mit dieser gemein. Die eliminatorischen Absichten der Hamas wurden von fast allen Kommentatoren bestritten, verharmlost  oder ignoriert. Israel dagegen das Selbstverteidigungsrecht abgesprochen. Diese Haltung verweigert Israel, 65 Jahre nach Auschwitz, im Land der Täter, de facto das Existenzrecht.
Zwischen 1936 und 1939 sowie 1947 und 1948 gab es, geführt von Amin el-Husseini und bis 1945 unterstützt und finanziert von Hitler, die schwersten Ausschreitungen und Ermordungen gegen andersdenkende Araber. Palästinenser die Land an Juden verkauften, oder moderate politische Ansichten hatten wurden vom Mufti, mit Unterstützung Hitlers, ermordet oder vertrieben.  Beispielsweise solche Tatsachen wurden von Freitagsbloggern vehement bestritten, im Gegenteil der Mufti wurde als friedliebender Führer der Palästinenser dargestellt. So solidarisieren sich im Jahre 2010 „Linke“ in der Freitags-Community fast bedingungslos mit Hamas und Fatah. Entlarvend dabei ist die überzogene Israelkritik dieser „Linken“, sind die doppelten Standards, ist die Ungleichbehandlung des Staates Israel gegenüber anderen Staaten. Dieser Antizionismus, den ich als „Antisemitismus von links“ definiere, ist vorherrschend in der Freitags-Community und wird von der Redaktion keineswegs unterdrückt oder zurückgedrängt. Der Kampfruf der Falangisten „Viva la Muerte“ (Es lebe der Tod) im spanischen Bürgerkrieg ist vergleichbar mit dem Slogan der Hamas:“ Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“. Das die, vom Freitag geschützten, Blogger, wie „Uwe Theel“, „Rahab“, „thinktankgirl“ usw. diesen Zusammenhang entweder nicht erkennen wollen oder diese Fragen offenbar ignorieren, ist bezeichnend und erschreckend zugleich! Dies alles und Nachfolgendes ist von mir belegbar und nachlesbar in meinem Blog: https://fidelchescosmos.wordpress.com/. Nach 466 Kommentaren wurde das Blog vom Freitag nach meinem (zensierten) Satz: “Wenn du alle Kommentare aufmerksam lesen würdest, könntest Du in diesem Forum feststellen, dass es linken Antizionismus/Antisemitismus gibt.“ für weitere Kommentare gesperrt. Sätze wie, „Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt,  obdachlos macht, Familien auseinander reißt und bei Menschen, die nicht  sterben Traumata herbeiführt.“ oder „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus“ waren offenbar für die Freitag-Redaktion weder Beweis für meine Aussage, noch wurden solche Sätze für fragwürdig befunden oder gar zensiert. Die Redaktion schützt hier sekundäre bzw. auch strukturelle Antisemit(Inn)en vor ihrer Desavouierung. In den aktuellen Anti-Israel Blogs (z.B. von „Alien59“) stehen die von mir angesprochenen Blogger natürlich klar auf der Seite der „Free-Gaza-Solidaritätsflotte“.  „Deutsche Friedensfreunde“ von Pax Christi im Verbund mit Djihadisten der IHH (die Selbstmordattentäter verabschiedeten sich bereits bei ihren Familien in der Türkei)und Faschisten der „Grauen Wölfe waren auf dem Schiff der „Free-Gaza-Solidaritätsflotte“.  Israel bot an die Schiffsladungen im Hafen von Ashdod auf Waffen zu überprüfen, was die sogenannten Friedensfreunde ablehnten. Zwei israelische Soldaten sollten auf dem „Narrenschiff“ gelyncht werden. All dies und vieles mehr in dem Zusammenhang wollen „Rahab“, „thinktankgirl“, „Uwe Theel“, „Allien59“ und Co. nicht wahrhaben. „Wer den Palästinensern wirklich helfen will, paktiert nicht mit der im Gazastreifen herrschenden Judenmörderbande und provoziert keinen Militäreinsatz – sondern erweitert die Parole „Free Gaza“ um ein „from Hamas“.

In meinen Blogs, „Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“ (gesperrt bei 160 Kommentaren) und „Silvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“  (bei 260 Kommentaren deaktiviert) outeten sich die geschützten „Platzhirsche der Community“ „Uwe Theel“, „Columbus“, „Luggi“ und „tinktankgirl“ usw. als Anhänger von Silvio Gesell oder P. J. Proudhon. Im Proudhon Blog versuchte ich darauf hinzuweisen, dass Faschismus und Nationalsozialismus mit regressiver  Kapitalismuskritik agierten, dass viele frühsozialistische Theoretiker, im Gegensatz zu Marx, regressive (verkürzte)Kapitalismuskritik betrieben. Ich wies darauf hin, dass der Antikapitalismus der gegenwärtigen Linken ebenfalls teilweise verkürzte Kapitalismuskritik beinhalte. Letztendlich verurteilte ich, auch wegen Andockmöglichkeiten zu rechter Ideologie,  die falsche verkürzte Kapitalismuskritik.  Wie immer kam starker Gegenwind, in Form von Beleidigungen und antisemitischen, irrationalen sowie rassistischen Aussagen der Community –Protagonisten. „Uwe Theel“, einer der „Freitagsschwergewichte“, warnte mich, gleich zu Anfang der Blog Kommentare, vor einem Sonnenstich, bestritt die Existenz verkürzter (regressiver) Kapitalismuskritik, stritt Proudhons und Gesells Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus ab und versuchte die beiden „linken“ Theoretiker“ gegen alle Vorwürfe zu verteidigen. Mein  Proudhon Zitat, “Der Jude ist der Feind der menschlichen Art. Man muss diese Rasse nach Asien verweisen oder vernichten“, war für „Uwe Theel“ in keiner Weise ein Grund  für Zugeständnisse.
Im Steiner/Gesell Blog wies ich darauf hin, dass Steiners  Anthroposophie geeignet ist, autoritäre und faschistische Entwicklungen ideologisch vorzubereiten, dass in Waldorfschulen teilweise die inhumane Lehre Rudolf Steiners verbreitet wird. Des Weiteren schrieb ich, dass die spezifische Rassentheorie der Anthroposophie die Lehre von den sieben Wurzelrassen und ihren Unterrassen mit der als führend geltenden arischen Wurzelrasse beinhaltet. Die  anthroposophische Wurzelrassen- und Karmalehre (Bilanz der Verdienste und Verfehlungen eines Menschen – Entscheidend für das „nächste Leben“), der Glaube an Erzengel, an Geister, an Wundersteine verbunden mit den traditionellen Motiven des jüdischen Gottesleugners sollte meiner Meinung keine Anziehungskraft für denkende Menschen beanspruchen.
Die anthroposophische Freitags-Bloggerin „Ehrlicher“, „Enkelin von zwei Anthroposophen der ersten Stunde“, nannte diese Aussagen „Faschismus pur“ und meinte, sie sei Steiner „dankbar für die guten Dinge, die er der Welt geschenkt hat“.  Beispielsweise lobpreiste die rechte Ökologin „Ehrlicher“ die „anthroposophische Naturkosmetikfirma Weleda mit ihren besonders guten Produkten“. (Ob ihr bewusst war, dass von Weleda 20kg naturheilkundliche Frostschutzcreme für an Häftlingen durchgeführte Unterkühlungsversuche in das KZ Dachau geliefert wurden, weiß ich nicht). Dies alles wurde von der Redaktion des Freitags nicht beanstandet. Alle angesprochenen Blogger sind weiterhin in der Community aktiv. Die Freitag-Reaktion akzeptiert offenbar Aussagen und das Blog (Eugenikbewegung der Rockefellers) der Anthroposophin und Bloggerin „Ehrlicher“. Hitlers Eugenik darf somit in der Freitag Community ungestraft  entschuldigt und relativiert werden. Widerrede in Form von Gegenkommentaren von „Rainer Kühn“ oder mir versucht die Redaktion mit ihren willkürlichen Maßnahmen zu verhindern.

Im zweiten Teil ging ich nochmals auf die Freigeldtheorie (Lösung der kapitalistischen Probleme in der Abschaffung des Zinses mittels Schwundgeld) Silvio Gesells  und seiner Freilandtheorie („freie Zuchtwahl“, Manchester-Kapitalismus, Sozialdarwinismus, Rassenhygiene, Menschenzüchtung) ein.  Ich belegte, dass Gesell mit völkischen Antisemiten, wie beispielsweise Simons (war Mitglied des „Ordens des Neuen Tempels“ von Lanz von Liebenfels) oder Fritsch (Autor des Antisemiten-Katechismus „Handbuch der Judenfrage“), kooperierte. Meine Aussagen,“ dass Gesells Schwundgeld (Chiemgauer) keine Probleme lösen wird und dass Gesells Freilandtheorie mit seinen Menschenzuchtphantasien, reaktionär war und ist, wurden von den „Freitagslieblingen“ aufs Wildeste im Forum angegriffen. Unerträgliche Darbringungen mit Sätzen wie, „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch,[…] Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen“ oder „Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostiution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, daß sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.“, wurden von „Freitagslinken“ niedergeschrieben. Sogar mein „Katsche-Bayern München-Fußball Blog“, der von der Redaktion im Flash-Teaser auf der Startseite aufgenommen wurde, war Ziel „Rahabs“,  einer Bloggerin deren Einfluss bis in die Redaktion zu gehen scheint, und deren  Freundinnen für ihre Provokationen, was Rainer Kühns Ausschluss zur Folge hatte. Was an Beleidigungen, von meinen Antagonisten über mich ausgegossen wurde, war unerträglich. Von, „rechtes Torpedo“, „bezahlter Mossad Agent“, „Propaganda-Schreiberling“„ Kotzbrocken“, „Dummkopf“, „Wichtigmacher“, „Ersatzbroder“, ,„Antideutscher“, „Eichmann“ bis zum NS Arzt Dr. Mengele (Rahab) war alles im Angebot. Diese hundertfach abgegebenen Affronts wurden von der Redaktion so gut wie nicht zensiert. Blogger, die antisemitische Texte schrieben wurden nicht gerügt oder deaktiviert. Blogger wie “TomGard“ („…den Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter„) „Fritz Teich“(„Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischgen Buss schmeisst, wird er keine Unschuldigen treffen.“) „Rahab“ („dann bin ich eben strukturelle Antisemitin“) und viele mehr bloggen weiterhin im Freitag.

Ich habe die Redaktion im Mai fünf Mal (an unterschiedliche Redakteure gesendet) um Antwort auf Mails mit folgendem oder ähnlichem Inhalts gebeten: Hallo „Redakteur XY“, ich hätte aus aktuellem Anlass einige Fragen: 1. Was halten Sie von meinem Blog „Proudhon…“ und den Kommentaren von „Uwe Theel“, „TomGard“, „thinktankgirl“ usw. (Konkret „Uwe Theels“ Anfangskommentare und alle Kommentare ab 16. Mail)? 2. Zudem wollte ich wissen wie Sie meine Kommentare einschätzen. Muss ich mir mehr gefallen lassen oder ist meine Verteidigung ok? 3. Zu der aktuellen Sperrung meines Blogs wüsste ich gerne in diesem Sinn, ob ich zu den Usern gehöre die gegen die AGB verstoßen habe. Wenn ja, darf ich jemandem der die Menschenzucht (Stichwörter: Rassenhygiene, Zuchtwahlrecht, Mutterrente, wohlhabende Samenspender, Eugenik) Silvio Gesells emanzipatorisch nennt, nicht mit der Mutterkreuzideologie der NS-Zeit kommen? Ich habe nun 6 Blogs platziert, 3 davon sind gesperrt. Was mir in diesen 6 Blogs entgegen geprallt ist, an Unverschämtheiten geht auf keine Kuhhaut. Die Ignoranz, die Beleidigungen, die gezielten Provokationen meiner Gegner sind mittlerweile unerträglich. Ich versuchte den Unverschämtheiten mit Ironie zu begegnen. Irgendwann sind aber Grenzen überschritten, quantitativ und qualitativ. Ich schreibe hier Blogs um anschließend mit den Leuten zu diskutieren. Wenn keine Argumente kommen, keine Frage beantwortet, von gewissen Leuten nur „bashing“ kommt, wird ist dies sehr schwierig. Nach diesem Proudhon Blog, meine ich, ist Rainer Kühns Kritik an einigen Leuten eindrucksvoll bestätigt worden. Eventuell hat Rainer Kühn zu emotional auf die Beleidigungen reagiert. In der Sache lag er meiner Meinung richtig. Ich bitte um eine klare Antwort. Gruß fidelche

Ich bekam keine Antwort auf meine Mails vom „Freitag“. Ich gehe davon aus, dass dies in der „Oberaufsicht“ so abgesprochen wurde. Auf meine Fragen durften wohl keine Antworten gegeben werden. Das Verhalten der Redaktion, nicht zu antworten, hielt ich damals für unhöflich und unkultiviert. Heute erachte ich es als unverschämt und unzivilisiert. Diese Praktiken und das politische Verhalten des  journalistischen (linken?) Betriebes „Der Freitag“ ist inakzeptabel. Am 31.5.2010 bekam ich eine Mail der Redaktion:“ Sehr geehrter Fidelche, aufgrund wiederholter Verstöße gegen unsere AGB und Netiquette haben wir Ihren Account soeben gesperrt. Mit freundlichen Grüßen Ihr Freitag-Community-Team.“ Ich habe nachweisbar nicht gegen AGB und Netiquette verstoßen. Beleidigende, sexuell orientierte, antisemitische oder rassistische Kommentare haben „Uwe Theel“, „Rahab“, „thinktankgirl“ und Co., geschützt von der Redaktion, abgegeben. Mein „Verbrechen“ war, die antisemitische „Argumentation“ der Israelkritiker/Stalinisten und die rassistische Haltung der Esoteriker/Anthroposophen der Community aufzuzeigen. Durch diese, ohne Vorwarnung ausgesprochene, Deaktivierung ergreifen die Verantwortlichen des „Freitag“  faktisch Partei für die unfassbaren Positionen meiner Widersacher. Mit der Sperrung des Accounts sind alle „fidelche“-Blogs und die dazugehörigen Kommentare nicht mehr im Freitag abrufbar. Für eine gewisse Zeit können sie noch „ergoogelt“ werden. Im Blog https://fidelchescosmos.wordpress.com/ sind die Texte und Kommentare weiterhin abrufbar. Ich rate den Verantwortlichen in der Freitag-Redaktion über ihre zukünftige politische Positionierung sowie über ihre AGB nachzudenken und bitte die Freitag-Redaktion um Stellungnahme. Mir ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, auf diesen offenen Brief, von der Freitag-Redaktion eine Antwort zu bekommen. Ich werde diesen Text nicht nur deshalb an einige Medien und „linke“ Publizisten weitergeben, ganz einfach um aufzuklären.

Update 21. Juni 2010: Eine Stellungnahme des Freitag habe ich erwartungsgemäß bis heute nicht erhalten. Im Gegensatz dazu reagierte die Konkret-Redaktion, bereits am 16.6.2010 mit einem Beitrag, mit der Überschrift, „Verstößt Bloggen gegen Antisemitismus gegen die AGB des „Freitag“?“ auf Facebook (http://www.facebook.com/konkretmagazin) und Twitter (http://twitter.com/konkretmagazin/status/16296451218 ). Die linke Wochenzeitung Jungle-World reagierte mit dem Artikel „Die Basis spricht“ vorab auf Antisemitismus von links. Für die zustimmende Post (u.a. Stefan Frank, Tilman Tarach), bedanke ich mich an dieser Stelle herzlich. Ich werde die Inhalte der Mails in die nächsten Blogs einbinden. Eine  kleine „Einschränkung“ zum obigen Text möchte ich noch anfügen: Wer im Freitag „fidelche“ in die „Suchfunktion“ eingibt, kommt zu meinen Fußball Text: „Philosophie des Fußballs“ (http://www.freitag.de/alltag/1016-blogentry-redirect-11329), allerdings ohne Kommentare. Am Ende des Textes steht: „Dieser Text ist mir was wert“ mit einem Link auf [Flattr]. Ob dies rechtlich korrekt ist, wage ich zu bezweifeln.

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Wie "links" ist die Freitags Community?

Das Projekt von Jakob Augstein im Internet eine (linke) Community zu entwickeln, eine Plattform für linke Diskussion bereitzustellen, verdient größtes Lob. Um ein linkes Meinungsmedium zu schaffen und zu erhalten, werden allerdings linke Meinungen und Positionen benötigt sowie eine Redaktion die auf beleidigende, obszöne, vulgäre, sexuell orientierte, abscheuliche, bedrohliche, antisemitische oder rassistische Kommentare entsprechend reagiert. Für mich stellt sich nicht erst seit heute, nach drei-monatigem Bloggen in der Freitags Community, die Frage: Wie links ist die FC?

Marx, Bebel, Liebknecht, Luxemburg, Lenin, Stalin, Mao, Meinhof, Castro, Chavez waren oder sind „Linke“. Sie alle mussten damit rechnen von ihren mächtigen Gegnern ins Jenseits befördert zu werden. Chavez lebt in ständiger Erwartung, von einem Kommando der CIA ins Reich seines Idols befördert zu werden. Der große Fidel Castro ist auf seine alten Tage nicht davor zurückgeschreckt, seine Revolution dadurch zu retten, dass er sich mit Figuren wie Saddam Hussein und dem Papst sehen ließ. Damit sollen keine Fehler oder Verbrechen dieser Linken entschuldigt werden. „Freitags-Linke“ sind wegen ihrer Positionen nicht vom Tod bedroht. Sie könnten, wenn sie könnten „linke“ Positionen vertreten. Sie könnten linke Diskussionen zulassen. Ich versuchte mit meinen Blogs Themen aufzugreifen, die fernab von Kuchenrezepten und FDP Diskussionen angelegt waren. Dies war kaum möglich, da in dem Freitagsforum den antisemitischen, rassistischen oder bürgerlichen Kommentaren von ewig gestrigen Stalinisten, religiös motivierten Antisemiten, Eugenikern, Esoterikern und Anthroposophen von zu Wenigen etwas dagegengesetzt wurde und wird und diese teilweise unfassbaren Kommentare von der Redaktion geschützt wurden und werden. Aus welchen Gründen auch immer. Meine ersten drei Blogs beschäftigten sich mit der Thematik, Israel-Antisemitismus-Antizionismus. Was mir in den 800 Kommentaren dieser drei Blogs an linkem (und rechtem) Antisemitismus, Borniertheit und Querfrontdenken entgegenschlug war erschütternd. Kurz nach meinem Auftreten in der FC, solidarisierte sich Rainer Kühn mit mir, was nach vielen Beleidigungen von Uwe Theel, Rahab, Goedzak usw. seine Deaktivierung zur Folge hatte. Dies war der Anfang des Untergangs dieses Forums. Nach dem Ausschluss Rainer Kühns bekam ich folgende Mail von ihm:

Linke Ecksteine, im Mai 2010 von Rainer Kühn gemauert:
linke argumente öffentlich machen in seinem wirkungsbereich, solidarisch sein mit widerstandsbewegungen auch weit weg, sich kritisch verhalten durch permanentes befragen und belächeln der positiven welt a) debatten auslösen: gegen geschichtsleugnung und legendenbildung, gegen konkrete lebensbedingungen, gegen die forderung, kritik müsse konstruktiv gebrochen werden, ehe sie was wert sei. (marx nannte konstruktive kritik „kritische kritik“, adorno stellte die absurdität des wortungetüms fest: kritik ist eh konstruktiv; als gefordert konstruktive soll sie aber bloß eine vage idee, einen vorschlag, etwas neues, eine richtung, ein vielleicht benennen, also genau keine unter- und entscheidung sein. also weiches wasser auf den stein. adorno winkte ab, mit karl kraus und anderen, die ihren kopf nicht weggegeben hatten.) b) solidarität zur leidens- und widerstandsgeschichte von spartacus über müntzer und die religionskritiker zu marx, zu den kumpeln, dem proletariat, den kommunisten, den verfolgten, in kz ermordeten, den tätigen befreiern der roten armee und den exilierten als wissen um die ästhetik des widerstands. ermittlungen führen (helfen). mit der aufgabe, die geschichte zu erinnern und wach zuhalten, im sinne walter benjamins eben nicht aufbewahrend für die befreiten enkel, sondern im hass auf die knechtschaft, auf die unterdrücker als mittel und motivation für deren aufhebung. wie es klassen gibt, nicht bürgerlich-demokratisch weichgespülte schichten. c) kritischen verhalten greift in die welt sachlich-humanistisch ein, an der kasse der alten dame helfen, vor dem tresen schon mal eine alkoholisierte diffamierungssequenz stoppen, warum etwas so billig sein kann fragen; und belächeln und verlachen, die suv-fahrer, die schönredner, die gerneleber, die lackaffen, die leute, die in der anstalt richtig wären. – wenn der kampf schon weiter geht, dann soll er auch spaß machen.

Seine Sache muß man ausfechten, am Ende muß sie – weil richtig – gewinnen: „Debatten sind wichtig als Austauschforen vernünftiger Argumente. Debatten werden zu bloßen Ritualen, wenn das bessere Argument in der Sache keine Folgen zeitigt. Die Fritz-Fischer-Kontroverse, der Historikerstreit, die Goldhagen-Debatte, die Wehrmachtsausstellungsdiskussion – what´s right, what´s falsch, immer wieder in unterschiedlichem Interesse neu aufgelegt im kommunikativen Adel von Kontroverse, Streit, Debatte, Diskussion. Es gibt einen Standpunkt, es gibt einen Gegenstandpunkt, und es gibt unendlich viele Differenzierungen, so lange, bis alles gesagt ist und keiner eigentlich mehr Lust hat, es sei denn, auf die nächste Debatte. Neues Spiel, alter Gegner, ad infinitum. Das ist die Geschäftsgrundlage, und die steht schließlich nicht zur Debatte, genauer: nicht zur Entscheidung.“ Rainer Kühn, Darüber reden sie alle. Anmerkungen zur debattierenden Gesellschaft, Büchergilde magazin 1/98, S. 36-39.
Diesen wahrhaft linken Text, diese Definition, was ist links, kann ich vollständig unterschreiben. Debatten sind wichtig als Austauschforen vernünftiger Argumente. Für die Totengräber des Freitagsforums dürfte dieser Text unerträglich sein. Aus diesem Grund werde ich die Totengräber (Betonblogger und Betonfeministinnen) des Freitags-Forums im Folgenden kurz benennen und beschreiben.


So ging das Leben des Iwan Iljitsch hin, siebzehn Jahre lang, seit seiner Hochzeit ( Der Tod des Iwan Iljitsch – Lew. N. Tolstoi)
Uwe Theel (glaubt an einen gütigen Gott), der „Hans Meiser“ der FC, bei genauerem hinsehen der Iwan Iljitsch der Community. Uwe Theel ist ein rechter Sozialdemokrat, gebildet, Germanist und Lehrerausbilder und Mitglied der Linkspartei, der sich zwar sprachgewandt ausdrücken kann, aber trotzdem meist inhaltslos bleibt. Nachdem er Rainer Kühn unverschämt beleidigt hatte wurde er für eine Woche gesperrt. Es gab auch richtige Entscheidungen der Redaktion. Wer wie Uwe Theel, Israels Militäraktionen kritisiert und gleichzeitig die Hamas verharmlost, Israel also sein Recht auf Verteidigung abspricht, spricht Israel deduziert das Existenzrecht ab. Wer Israel das Existenzrecht abspricht ist, mit Verlaub, Antisemit oder Antizionist. Im Améry Blog und im Slánský Blog outete sich Uwe Theel als überzeugter Israelgegner. Legendär die Kontroverse über das Chomsky Zitat. Uwe Theel bezeichnete mich in vielen Kommentaren als Fälscher (fett geschrieben: fidelche ist ein Fälscher). Am Ende des Blogs stellte sich letztlich durch Uwe Theels eigenen Beitrag heraus, dass das Zitat keine Fälschung war. Entschuldigung Theels: Fehlanzeige!
Im Religionsblog tat er sich sehr schwer mit logischer Argumentation. Die Unlösbarkeit eines allmächtigen und allwissenden Gottes hat er wohl bis heute nicht verstanden. Im Proudhon- und Gesell-Blog verteidigte Uwe Theel die antisemitischen und rassistischen Theorien von Proudhon und Gesell. Die Menschenzucht Gesells versuchte er mit Aischylos zu relativieren. Unglaublich! Bereits nach seinem ersten Kommentar im Proudhon Blog forderte Blogger koslowski den Ausschluss von Uwe Theel, natürlich ohne Erfolg. Trotz alledem, tat und tut Uwe Theel mir leid. Ich brachte dies in „Privaten Nachrichten“ im Freitagsforum immer wieder zum Ausdruck und bat die Mitblogger um Nachsicht bezüglich Uwe Theels. Iwan Iljitsch kann nicht anders. Vielleicht bemerkt er in einigen Jahren, dass er auf dem „Holzweg“ war. Ich traue es ihm zu.

Der Penisneid als Phantasie des kleinen Mädchens, dem im Laufe seiner Kindheitsentwicklung der anatomische Geschlechtsunterschied zwischen Mann und Frau bewusst wird. Dies geschieht mit der phallischen Phase etwa um das dritte bis fünfte Lebensjahr herum. Das Mädchen erkennt, dass es keinen Penis besitzt, und entwickle die unbewusste Phantasie, es sei kastriert worden. Als Abwehr dieser Phantasie, die mit dem Gefühl der Minderwertigkeit einhergehe, entwickle das Mädchen den Neid auf den Penis des Mannes. (Drei Abhandlungen über die Sexualtheorie auf sowie in einige weitere Aufsätze – Sigmund Freud)

Rahab (glaubt an weibliche Götter) „glänzt“ im Forum mit permanenten sexuellen Beleidigungen. Aufgrund Ihrer sehr oft sexuell libidinösen Terminologie, lässt sich ein massives Problem mit Männern vermuten, das in Ausdrücken und Wünschen nach „Hodenmäntel“ unterbewusst ans Tageslicht drängt und zum Ausdruck gebracht wird. Über die Zeugung Ihrer Kinder lässt sich nur spekulieren, mir dünkt, es könnte per Insemination mit der Bechermethode, überbracht entweder durch „Thinktankgirl“ oder „dame.von.welt“, geschehen sein. Ein direkter Kontakt mit Männern ist nicht vorstellbar…. Am 20.02.2010 um 22:00 schrieb Rahab im „Der Einarmige im Gehölz-Blog“: „Dann bin ich eben strukturelle Antisemitin.“ Ihren Antisemitismus stellte Rahab in fast allen Blogs offen zur Schau. Offensichtlich muss sie keine Reaktionen der Redaktion befürchten. Sexuelle Beleidigungen, wie „Du kriegst wohl keinen hoch“ oder „seid ihr allesamt verrückt geworden? – muß wohl so sein. männer stehen auf nem balkon und holen sich einen runter (14.04.2010 um 01:05)“ Aussagen wie, „du bist so dumm, dass du brummst (14.04.2010 um 10:18)“, „dass es solch dumme männer wie dich gibt, weiß ich (14.04.2010 um 10:18)“ sind bei Rahab an der Tagesordnung. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen. Rahab „brachte“ diese Beleidigungen, obwohl sie überhaupt nicht angesprochen wurde. Bemerkenswert dabei, es gab jeweils von der Redaktion nicht ein Mal einen Ordnungsruf. Auffallend dabei ist, dass sich Rahab auch in Diskussionen einmischt von der sie absolut keine Ahnung hat. Sie provozierte im Fußballblog und im Steiner Blog, obwohl sie nachweislich nicht das geringste Wissen von Fußball oder Anthroposophie hat. Also nicht das Geringste inhaltlich beizutragen hat. Ihr ging und geht es um Provokation. Im Fußball werden Fans, die sich nicht für Fußball interessieren, sondern nur zu Schlägereien ins Stadion kommen, Fans der Kategorie C. genannt. Am 25.5.2010 schrieb mir Rahab um 10:25 im Steiner Blog:“ du betreibst das, was manche euphemistisch sozialdarwinismus nennen. du betreibst „Selektion“!  in meinen augen trittst du hier in der fc als ein dr.mengele und ein eichmann auf. widerwärtig. “ Der „Mengele Vergleich“ wurde natürlich von der Redaktion weder gerügt oder sanktioniert.

Wie er dann auch noch der Jeannie Billroth ein Kompliment gemacht hat, ein völlig überflüssiges, unsinniges Kompliment, ein unverschämtes, indem er ihr, während er ihr die Hand küsste, gesagt hat, dass ihm ihr geistiger Wagemut gefalle, tatsächlich er hat gesagt, Ihr geistiger Wagemut gefällt mir, war er wieder der widerliche Mensch und widerliche Burgschauspieler geworden… (Holzfällen – Thomas Bernhard)

Thinktankgirl (holt sich wenn es eng wird, Hilfe bei Rahab), die „Jeannie Billroth“ der Freitags-Community, hatte inhaltlich wie die meisten der hier Angesprochenen nichts zu bieten. Ihr Erkennungszeichen waren Provokationen. In jedem meiner Blogs, egal ob bei 100, 200, 300, 400 oder 500 Kommentaren stehend, postete sie. „Dont feed the troll“. Entweder mit Bildern verziert oder nur als Text.
Sie fordert Boykottaufrufe gegen Israel, Freisprüche für Holocaustleugner, verteidigte Aahmadinejad gegen die bösen westlichen Medien. Am 14.02.2010 um 16:12 schrieb sie: “Ich wäre stolz Felicia Langer zu sein.“ Die Antisemitin Felicia Langer ist also ihr Idol. Zur Hamas oder anderen islamischen Selbstmordattentätern wollte sie sich natürlich nicht äußern. Wenn die antizionististische Bloggerin einmal etwas konkretes schrieb, war dies sofort angreifbar und/oder wie im Proudhon und Gesell Blog unfassbar.  Sie verteidigte Silvio Gesell und nannte unter anderem Gesells Menschenzuchttheorien emanzipatorisch. Abschwächen wollte sie das Ganze mit der Aussage:“ Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch, wie Leusch weiter unten schreibt: Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen“ Zudem wollte thinktankgirl partout nicht glauben wie sich Silvio Gesell nach seiner kurzen „Münchener Rätezeit“ vor Gericht verteidigte. Sie glaubte offenbar an Silvio Gesells „Makellosigkeit“. An dieser Stelle sei nochmals erwähnt, dass die Zitate in den Gesammelten Werken, Band 12, S.25 nachzulesen sind.
Meinem Zitat:“Gesell, propagierte in seiner Freiland Theorie Menschenzucht mit eugenischen Zielen. Frauen haben sich, laut Gesell, dem unterzuordnen. Die Pachtzahlung erfolgt zunächst an den Staat „und wird restlos an die Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt“, als „Mutterrente“. Die „Vorrechte bei den Geschlechtern“ sind aufgehoben, die Grundrente als ökonomische Sicherheit gewährt den Frauen das freie Wahlrecht, laut Gesell, „nicht das inhaltsleere politische Wahlrecht, sondern das große Zuchtwahlrecht, dieses wichtigste Sieb der Natur.“ setzte thinktakgirl entgegen, dass ich die Aussagen Gesells „mische“. Sie will nicht verstehen dass alle Aussagen Gesells im Zusammenhang stehen, Wie ein kleines Kind verlangt sie immer wieder ich soll meine Aussage:Wer Begrifflichkeiten wie, „Hochzucht des Menschengeschlechts“, „Zuchtwahlrecht der Frauen“ oder „Erlösung von all dem Minderwertigen, mit dem die seit Jahrtausenden von Geld und Vorrecht geleitete Fehlzucht die Menschheit belastet hat“ um nur einige zu aufzuzählen, emanzipatorisch nennt, disqualifiziert sich um es mal vorsichtig auszudrücken.“ widerrufen. Sie distanziert sich keineswegs von ihren unfassbaren Aussagen und versucht den „Schwarzen Peter“ mir zuzuschieben. Ausgerechnet eine Frau wie Thinktankgirl, die an weibliche Götter glaubt, eine irrationale Israelgegnerin, eine Gesellianerin ist, fordert Wissenschaftlichkeit. Karl Kraus lässt grüßen!

Da hat mich der Ekel gepackt, ich habe mich auf die Bank fallen lassen, ich wußte nicht einmal mehr, wo ich war; ich sah die Farben langsam um mich kreisen, ich hatte einen Brechreiz. (Der Ekel – Jean Paul Sartre)

Goedzak (glaubt an Rahab und weibliche Götter) machte sich am 2.4.2010 über die Todesqualen eines Hingerichteten lustig. Inhaltlich kam von ihm so gut wie nichts zu den Themen. Beleidigungen, ähnlich Rahabs waren sein Markenzeichen.
Einmal nannte er mich Kotzbrocken, meinte zugleich das dies eine „Selbstreinigung“ für ihn wäre, wenn er mich hier beleidigen könne. Sein unglaublicher Kommentar wurde natürlich nicht gelöscht.


 


„Hinter Drahtverschlägen, jeder behaftet mit einer Nummer, thronten die schwerbeweglichen Weiber, Priesterinnen der käuflichen Ceres, Marktweiber aller Feld- und Baumfrüchte, alle essbaren Vögel, Fische und Säuger, Kupplerinnen, unantastbare strickwollene Kollosse welche von Stand zu Stand zitternd sich mit einem  Blitzen der großen Knöpfe aus Perlmutt oder einem Schlag auf die dröhnende schwarze Schürze oder die Katze voll Geld verständigten“ (Berliner Chronik – Walter Benjamin)

dame.von.welt (glaubt an Rahab und weibliche Götter) meint Expertin in Bibelexegese zu sein. Sieht nichts Frauenfeindliches in Religionen. Frauenfeindlich sind für dame.von.welt Leute, welche behaupten Religion ist frauenfeindlich.




„Zu Ihrem Mann hat sie so lange ich liebe Dich gesagt, bis der es nicht mehr ausgehalten hat und verschwunden ist.“ (Thomas Bernhard – Beton)

Titta (glaubt an Rahab und weibliche Götter) plappert alles nach was Rahab vorgibt. Sie brachte keine Argumente und blamierte sich im Fußballblog. Sie ist völlig überfordert im Freitagsforum. Ohne die Hilfe von Rahab wäre sie verloren. Am 2.5.2010 outete sie sich als Pferd: „Jaja, man muß ein Pferd sein, um was von Pferden zu verstehen. (wieher)“
Auf Rahab Text vom 01.05.2010 um 17:43 im Fußballblog:“ preisfrage ohne sauternes: wieviele depperte eseln passen auf einen balkon?“ philosophierte Titta:“ Zu Rahab: sehr gelacht! Weiter so.“ Damit ist ihr einfach strukturierter Humor sehr schön beschrieben.


Man macht aus Schrapnellkugeln Rosenkränze und dafür aus Kirchenglocken Kanonen. Wir geben Gott, was des Kaisers, und dem Kaiser, was Gottes ist. Man hilft sich gegenseitig, wie man kann.( Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit)

Ehrlicher (Anthroposophin, Esoterikerin und neu im Forum) bezeichnet mich als Faschisten weil ich auf die rassistischen Texte Rudolf Steiners aufmerksam mache. Frau Ehrlicher verfasste kürzlich einen Blog über die „Eugenikbewegung der Rockefellers“ mit dem sie Hitlers Eugenik entschuldigen oder relativieren wollte. Unfassbar was in diesem Forum möglich ist und geduldet wird.

Nachdem Frau Ehrlicher nicht mit den Fakten von Rudolf Steiner konfrontiert werden wollte, definierte sie am 22.5.2010 um 16:35  den Faschismus wie folgt: „Wenn die Besten unter uns in den Dreck gezogen werden, können die Schlechtesten als Saubermänner-oder -Frauen auftreten ! Das ist der ganz alltägliche Faschismus, dem diese zivilisatorischen Menschengesellschaften unterliegen.“


So gut wie alle der hier aufgeführten Blogger/innen sind, mit Verlaub, „linke“ Antisemiten, bzw. Antizionisten. Sie verteidigen teilweise den Rassismus, den Antisemitismus, die Eugenik von P.J. Proudhon, Silvio Gesell und Rudolf Steiner. Sie glauben alle an irgendwelche Götter oder an esoterische Geister, Engel, Kobolde oder an die Wurzelrassentheorie. Sie alle dürfen in der Freitags-Community ihre wirren Phantasien ausleben. Meinentwegen sollen sie dies auch tun dürfen. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut. Nicht akzeptabel ist jedoch, dass die Gegner dieser wirren Phantasien „mundtod“ gemacht werden. In dieser Form habe ich dies vor drei Monaten, als ich mein erstes Blog setzte, nicht erwartet. Die Liste wäre natürlich erweiterbar. Antisemiten und Israelgegner sind im Freitagsforum in der Mehrheit. Antisemitische Blogs, antiisraelische Blogs werden fast täglich gepostet. TomGard spricht beispielsweise vom … Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter“ und  BOT meint:“ Israel ist ein Staat der systematisch Tausende von Menschen umbringt“. Fritz Teich schrieb in einem anderem Blog: „Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischgen Buss schmeisst, wird er keine Unschuldigen treffen.“ Als ich auf den „linken“ Antisemitismus in den Blogs ansprach, wurde mein Améry Blog prompt von der Redaktion gesperrt. Viele denkende Blogger schreiben daher dagegen nicht mehr an. Sie haben den „Kampf“ längst aufgegeben. Natürlich gibt es im Forum auch viele aufrechte Linke oder zumindest aufrechte Blogger. Ich möchte an dieser Stelle keinen dieser Blogger hervorheben, da dieser ansonsten im Freitag-Forum mit Schwierigkeiten zu rechnen hätte. Die Angesprochenen wissen wer gemeint ist. Die Sperrung meines Accounts, ohne vorherige Verwarnung, wurde mir am 31.5.2010 um 10:08 Uhr per Mail mitgeteilt: „Aufgrund wiederholter Verstöße gegen unsere AGB und Netiquette haben wir Ihren Account soeben gesperrt.“ Ich befand mich zu der Zeit im Urlaub in Italien und habe bis auf den Text vom 29.5.2010 nichts gepostet. Mein letzter Post war also am 29.05.2010 um 21:28, den ich setzte, da mich Rahab kurz zuvor mit NS-Arzt Mengele verglichen hat (natürlich ohne Sanktion der Redaktion) und thinktankgirl „überlegte“ ob sie rechtliche Schritte gegen mich einleite (zwei „Nicks“ vor Gericht!): Trinke gerade, hier in der Toscana mit meiner Familie, ein Glas Rotwein auf Rainer Kühn und die Aufrechten in der FC. Lese die letzten Kommentare in diesem Blog. Dazu einige Anmerkungen: 1. Mit Verlaub, ich verweise auf die Feinheiten der deutschen Sprache. Ich schrieb: Wer Begrifflichkeiten, wie…, der disqualifiziert sich. Also nur wer diese Begrifflichkeiten… 2. Ich verweise nochmals auf die Aussagen von Uwe Theel, Columbus und thinktankgirl bezüglich Silvio Gesells Menschenzuchtphantasien in diesem und im Vorgängerblog. Ich habe alle drei Personen auf ihre unhaltbaren Positionen zu Gesell mehrmals hingewiesen. 3. Was ist für thinktankgirl bezüglich Gesell heute reaktionär, was zu Gesells Zeit emanzipatorisch war? 4. Was oder wen meint Rahab, wenn sie am 26.5. um 09.09 schreibt: „ich würd den Gesell, wenn ich ihn denn läse, auch nicht als gelungene emanzipatorische utopie lesen. sondern als dystopie.“ 5. Einen gerichtlichen Vergleich, egal ob unter einer Richterin Barbara Salesch oder anderen, sehe ich mit Gelassenheit entgegen. Wer Eigentore schießen will, kann dies tun. Ich werde dies nicht verhindern.
6. Mein Anwalt, wird voraussichtlich, Konkret Autor Dr. Oliver Tolmein (wir kennen uns seit einigen Jahren) sein, der zu diesem Thema bereits einige Bücher geschrieben hat. Die Angelegenheit wird dann weit über die FC hinausgetragen. Wenn dies gewünscht ist, bitte sehr. Ich werde O.T. voraussichtlich nach meinem Urlaub „anmailen“ und ihm erstmal den Link auf den Blog schicken. 7. Rahabs Mengele Vergleich ist, wie hinrich brave richtig bemerkt, eine Verhöhnung der NS Ermordeten. Für mich ist dies nichts Neues. Sie tat sich diesbezüglich bereits mehrmals hervor. In einem Disput mit Dr. Boedele gab sie zu: „ dann bin ich eben strukturelle Antisemitin.“ Diese und viele andere Unglaublichkeiten sind alle von mir belegbar, da auf meinem PC kopiert. 8. Ob weiszstein die Äußerungen Rahabs, thinktankgirl usw. auch widerlich findet, weiß ich nicht. Durch seine Solidarisierung mit ihnen stellt er sich auf dieselbe Stufe. 9. Ich würde es sehr begrüßen wenn sich die Freitag Redaktion zu den sozialdarwinistischen Theorien Gesells und den entsprechenden Kommentaren von thinktankgirl usw. äußern würde. 10. Ich genieße nun meinen Urlaub und werde erst nach meiner Rückkehr mit einem ausführlichen Kommentar reagieren. 11. Vielen Dank und Gruß an Damian Bold, Leif Meiles, hinrich brave, und die übrigen Aufrechten der FC. Ein besonderer Gruß nach Münster an Rainer Kühn. Bin gerade dabei Dein Buch zu lesen. Bisher gefällt es mir sehr gut.


Offenbar war dieser Text zuviel für die Freitag Redaktion. Eine Begründung für meine Deaktivierung werde ich wohl nie bekommen. Dieses Faktum sollte eine Warnung an alle zukünftigen Blogger der Freitags Community sein!
Im Übrigen braucht sich zukünftig niemand im Freitags-Forum über die Meinungsmanipulation der Herrschenden, die Gleichschaltung der Medien oder die Springerpresse beschweren, solange die von mir beschriebenen Praktiken im „linken“ Freitag Usus sind!

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