Beiträge getaggt mit Offener Brief

Offener Brief an die „Freitag" Redaktion

Ich war der Blogger „fidelche“ in der Community der „linken“  Wochenzeitung  „Der Freitag“. In dieser Community schrieb ich sieben Blogs. Gemessen an der Anzahl der Kommentare dieser Blogs war ich einer der erfolgreichsten Blogger in diesem Forum. Allein das Améry Blog hatte 466 Kommentare, das Slánský Blog wurde bei 292 Kommentaren gesperrt  und das Lessing-Religionsblog kam auf 660 Kommentare.

Am 30.3.2010 setze ich mein erstes Blog im Freitag, „Die Linke, Israel, Jean Améry und der ehrbare Antisemitismus“. Ich versuchte mit Hilfe Amérys Text „Der ehrbare Antisemitismus“ linken Antisemitismus im Allgemeinen und in der Freitags-Community zu belegen. Mit viel Geduld, Beleidigungen ironisch kommentierend, versuchte ich den Mit-Diskutanten unter anderem folgendes verständlich zu machen: Wer überzogen Israel kritisiert, dabei Taten und Handlungen der Gegenseite wie der Hamas ignoriert, macht sich mit dieser gemein. Die eliminatorischen Absichten der Hamas wurden von fast allen Kommentatoren bestritten, verharmlost  oder ignoriert. Israel dagegen das Selbstverteidigungsrecht abgesprochen. Diese Haltung verweigert Israel, 65 Jahre nach Auschwitz, im Land der Täter, de facto das Existenzrecht.
Zwischen 1936 und 1939 sowie 1947 und 1948 gab es, geführt von Amin el-Husseini und bis 1945 unterstützt und finanziert von Hitler, die schwersten Ausschreitungen und Ermordungen gegen andersdenkende Araber. Palästinenser die Land an Juden verkauften, oder moderate politische Ansichten hatten wurden vom Mufti, mit Unterstützung Hitlers, ermordet oder vertrieben.  Beispielsweise solche Tatsachen wurden von Freitagsbloggern vehement bestritten, im Gegenteil der Mufti wurde als friedliebender Führer der Palästinenser dargestellt. So solidarisieren sich im Jahre 2010 „Linke“ in der Freitags-Community fast bedingungslos mit Hamas und Fatah. Entlarvend dabei ist die überzogene Israelkritik dieser „Linken“, sind die doppelten Standards, ist die Ungleichbehandlung des Staates Israel gegenüber anderen Staaten. Dieser Antizionismus, den ich als „Antisemitismus von links“ definiere, ist vorherrschend in der Freitags-Community und wird von der Redaktion keineswegs unterdrückt oder zurückgedrängt. Der Kampfruf der Falangisten „Viva la Muerte“ (Es lebe der Tod) im spanischen Bürgerkrieg ist vergleichbar mit dem Slogan der Hamas:“ Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod“. Das die, vom Freitag geschützten, Blogger, wie „Uwe Theel“, „Rahab“, „thinktankgirl“ usw. diesen Zusammenhang entweder nicht erkennen wollen oder diese Fragen offenbar ignorieren, ist bezeichnend und erschreckend zugleich! Dies alles und Nachfolgendes ist von mir belegbar und nachlesbar in meinem Blog: https://fidelchescosmos.wordpress.com/. Nach 466 Kommentaren wurde das Blog vom Freitag nach meinem (zensierten) Satz: “Wenn du alle Kommentare aufmerksam lesen würdest, könntest Du in diesem Forum feststellen, dass es linken Antizionismus/Antisemitismus gibt.“ für weitere Kommentare gesperrt. Sätze wie, „Israel ist ein Staat, der systematisch Tausende von Menschen umbringt,  obdachlos macht, Familien auseinander reißt und bei Menschen, die nicht  sterben Traumata herbeiführt.“ oder „Der Zionismus ist rein ideologisch der Zwillingsbruder des nationaldeutschen Imperialismus“ waren offenbar für die Freitag-Redaktion weder Beweis für meine Aussage, noch wurden solche Sätze für fragwürdig befunden oder gar zensiert. Die Redaktion schützt hier sekundäre bzw. auch strukturelle Antisemit(Inn)en vor ihrer Desavouierung. In den aktuellen Anti-Israel Blogs (z.B. von „Alien59“) stehen die von mir angesprochenen Blogger natürlich klar auf der Seite der „Free-Gaza-Solidaritätsflotte“.  „Deutsche Friedensfreunde“ von Pax Christi im Verbund mit Djihadisten der IHH (die Selbstmordattentäter verabschiedeten sich bereits bei ihren Familien in der Türkei)und Faschisten der „Grauen Wölfe waren auf dem Schiff der „Free-Gaza-Solidaritätsflotte“.  Israel bot an die Schiffsladungen im Hafen von Ashdod auf Waffen zu überprüfen, was die sogenannten Friedensfreunde ablehnten. Zwei israelische Soldaten sollten auf dem „Narrenschiff“ gelyncht werden. All dies und vieles mehr in dem Zusammenhang wollen „Rahab“, „thinktankgirl“, „Uwe Theel“, „Allien59“ und Co. nicht wahrhaben. „Wer den Palästinensern wirklich helfen will, paktiert nicht mit der im Gazastreifen herrschenden Judenmörderbande und provoziert keinen Militäreinsatz – sondern erweitert die Parole „Free Gaza“ um ein „from Hamas“.

In meinen Blogs, „Proudhon, Gesell, Feder, Marx und die regressive Kapitalismuskritik“ (gesperrt bei 160 Kommentaren) und „Silvio Gesell, Rudolf Steiner und die „braune Soße“  (bei 260 Kommentaren deaktiviert) outeten sich die geschützten „Platzhirsche der Community“ „Uwe Theel“, „Columbus“, „Luggi“ und „tinktankgirl“ usw. als Anhänger von Silvio Gesell oder P. J. Proudhon. Im Proudhon Blog versuchte ich darauf hinzuweisen, dass Faschismus und Nationalsozialismus mit regressiver  Kapitalismuskritik agierten, dass viele frühsozialistische Theoretiker, im Gegensatz zu Marx, regressive (verkürzte)Kapitalismuskritik betrieben. Ich wies darauf hin, dass der Antikapitalismus der gegenwärtigen Linken ebenfalls teilweise verkürzte Kapitalismuskritik beinhalte. Letztendlich verurteilte ich, auch wegen Andockmöglichkeiten zu rechter Ideologie,  die falsche verkürzte Kapitalismuskritik.  Wie immer kam starker Gegenwind, in Form von Beleidigungen und antisemitischen, irrationalen sowie rassistischen Aussagen der Community –Protagonisten. „Uwe Theel“, einer der „Freitagsschwergewichte“, warnte mich, gleich zu Anfang der Blog Kommentare, vor einem Sonnenstich, bestritt die Existenz verkürzter (regressiver) Kapitalismuskritik, stritt Proudhons und Gesells Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Antisemitismus ab und versuchte die beiden „linken“ Theoretiker“ gegen alle Vorwürfe zu verteidigen. Mein  Proudhon Zitat, “Der Jude ist der Feind der menschlichen Art. Man muss diese Rasse nach Asien verweisen oder vernichten“, war für „Uwe Theel“ in keiner Weise ein Grund  für Zugeständnisse.
Im Steiner/Gesell Blog wies ich darauf hin, dass Steiners  Anthroposophie geeignet ist, autoritäre und faschistische Entwicklungen ideologisch vorzubereiten, dass in Waldorfschulen teilweise die inhumane Lehre Rudolf Steiners verbreitet wird. Des Weiteren schrieb ich, dass die spezifische Rassentheorie der Anthroposophie die Lehre von den sieben Wurzelrassen und ihren Unterrassen mit der als führend geltenden arischen Wurzelrasse beinhaltet. Die  anthroposophische Wurzelrassen- und Karmalehre (Bilanz der Verdienste und Verfehlungen eines Menschen – Entscheidend für das „nächste Leben“), der Glaube an Erzengel, an Geister, an Wundersteine verbunden mit den traditionellen Motiven des jüdischen Gottesleugners sollte meiner Meinung keine Anziehungskraft für denkende Menschen beanspruchen.
Die anthroposophische Freitags-Bloggerin „Ehrlicher“, „Enkelin von zwei Anthroposophen der ersten Stunde“, nannte diese Aussagen „Faschismus pur“ und meinte, sie sei Steiner „dankbar für die guten Dinge, die er der Welt geschenkt hat“.  Beispielsweise lobpreiste die rechte Ökologin „Ehrlicher“ die „anthroposophische Naturkosmetikfirma Weleda mit ihren besonders guten Produkten“. (Ob ihr bewusst war, dass von Weleda 20kg naturheilkundliche Frostschutzcreme für an Häftlingen durchgeführte Unterkühlungsversuche in das KZ Dachau geliefert wurden, weiß ich nicht). Dies alles wurde von der Redaktion des Freitags nicht beanstandet. Alle angesprochenen Blogger sind weiterhin in der Community aktiv. Die Freitag-Reaktion akzeptiert offenbar Aussagen und das Blog (Eugenikbewegung der Rockefellers) der Anthroposophin und Bloggerin „Ehrlicher“. Hitlers Eugenik darf somit in der Freitag Community ungestraft  entschuldigt und relativiert werden. Widerrede in Form von Gegenkommentaren von „Rainer Kühn“ oder mir versucht die Redaktion mit ihren willkürlichen Maßnahmen zu verhindern.

Im zweiten Teil ging ich nochmals auf die Freigeldtheorie (Lösung der kapitalistischen Probleme in der Abschaffung des Zinses mittels Schwundgeld) Silvio Gesells  und seiner Freilandtheorie („freie Zuchtwahl“, Manchester-Kapitalismus, Sozialdarwinismus, Rassenhygiene, Menschenzüchtung) ein.  Ich belegte, dass Gesell mit völkischen Antisemiten, wie beispielsweise Simons (war Mitglied des „Ordens des Neuen Tempels“ von Lanz von Liebenfels) oder Fritsch (Autor des Antisemiten-Katechismus „Handbuch der Judenfrage“), kooperierte. Meine Aussagen,“ dass Gesells Schwundgeld (Chiemgauer) keine Probleme lösen wird und dass Gesells Freilandtheorie mit seinen Menschenzuchtphantasien, reaktionär war und ist, wurden von den „Freitagslieblingen“ aufs Wildeste im Forum angegriffen. Unerträgliche Darbringungen mit Sätzen wie, „Was heute reaktionär erscheint, war damals emanzipatorisch,[…] Bei Gesell hat er ja sogar den ausgesprochen emanzipatorischen Aspekt, in Liebesdingen von der ewigen Geldabhängkeit weg zu kommen“ oder „Hier geht es nicht um eugenische Ziele, denen sich die Frauen zu unterwerfen haben, sondern darum, ohne Versorgungsprostiution mit Männern, die sexy sind, Kinder zu machen. Frauen wird ja heute immer wieder vorgeworfen, daß sie zwar mit den interessanten wilden Kerlen gerne rummachen, aber sich dann in die Versorgungsehe flüchten, um das Kuckuckskind aufzuziehen.“, wurden von „Freitagslinken“ niedergeschrieben. Sogar mein „Katsche-Bayern München-Fußball Blog“, der von der Redaktion im Flash-Teaser auf der Startseite aufgenommen wurde, war Ziel „Rahabs“,  einer Bloggerin deren Einfluss bis in die Redaktion zu gehen scheint, und deren  Freundinnen für ihre Provokationen, was Rainer Kühns Ausschluss zur Folge hatte. Was an Beleidigungen, von meinen Antagonisten über mich ausgegossen wurde, war unerträglich. Von, „rechtes Torpedo“, „bezahlter Mossad Agent“, „Propaganda-Schreiberling“„ Kotzbrocken“, „Dummkopf“, „Wichtigmacher“, „Ersatzbroder“, ,„Antideutscher“, „Eichmann“ bis zum NS Arzt Dr. Mengele (Rahab) war alles im Angebot. Diese hundertfach abgegebenen Affronts wurden von der Redaktion so gut wie nicht zensiert. Blogger, die antisemitische Texte schrieben wurden nicht gerügt oder deaktiviert. Blogger wie “TomGard“ („…den Zionismus und die viehische Gewalttätigkeit seiner realen Vertreter„) „Fritz Teich“(„Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischgen Buss schmeisst, wird er keine Unschuldigen treffen.“) „Rahab“ („dann bin ich eben strukturelle Antisemitin“) und viele mehr bloggen weiterhin im Freitag.

Ich habe die Redaktion im Mai fünf Mal (an unterschiedliche Redakteure gesendet) um Antwort auf Mails mit folgendem oder ähnlichem Inhalts gebeten: Hallo „Redakteur XY“, ich hätte aus aktuellem Anlass einige Fragen: 1. Was halten Sie von meinem Blog „Proudhon…“ und den Kommentaren von „Uwe Theel“, „TomGard“, „thinktankgirl“ usw. (Konkret „Uwe Theels“ Anfangskommentare und alle Kommentare ab 16. Mail)? 2. Zudem wollte ich wissen wie Sie meine Kommentare einschätzen. Muss ich mir mehr gefallen lassen oder ist meine Verteidigung ok? 3. Zu der aktuellen Sperrung meines Blogs wüsste ich gerne in diesem Sinn, ob ich zu den Usern gehöre die gegen die AGB verstoßen habe. Wenn ja, darf ich jemandem der die Menschenzucht (Stichwörter: Rassenhygiene, Zuchtwahlrecht, Mutterrente, wohlhabende Samenspender, Eugenik) Silvio Gesells emanzipatorisch nennt, nicht mit der Mutterkreuzideologie der NS-Zeit kommen? Ich habe nun 6 Blogs platziert, 3 davon sind gesperrt. Was mir in diesen 6 Blogs entgegen geprallt ist, an Unverschämtheiten geht auf keine Kuhhaut. Die Ignoranz, die Beleidigungen, die gezielten Provokationen meiner Gegner sind mittlerweile unerträglich. Ich versuchte den Unverschämtheiten mit Ironie zu begegnen. Irgendwann sind aber Grenzen überschritten, quantitativ und qualitativ. Ich schreibe hier Blogs um anschließend mit den Leuten zu diskutieren. Wenn keine Argumente kommen, keine Frage beantwortet, von gewissen Leuten nur „bashing“ kommt, wird ist dies sehr schwierig. Nach diesem Proudhon Blog, meine ich, ist Rainer Kühns Kritik an einigen Leuten eindrucksvoll bestätigt worden. Eventuell hat Rainer Kühn zu emotional auf die Beleidigungen reagiert. In der Sache lag er meiner Meinung richtig. Ich bitte um eine klare Antwort. Gruß fidelche

Ich bekam keine Antwort auf meine Mails vom „Freitag“. Ich gehe davon aus, dass dies in der „Oberaufsicht“ so abgesprochen wurde. Auf meine Fragen durften wohl keine Antworten gegeben werden. Das Verhalten der Redaktion, nicht zu antworten, hielt ich damals für unhöflich und unkultiviert. Heute erachte ich es als unverschämt und unzivilisiert. Diese Praktiken und das politische Verhalten des  journalistischen (linken?) Betriebes „Der Freitag“ ist inakzeptabel. Am 31.5.2010 bekam ich eine Mail der Redaktion:“ Sehr geehrter Fidelche, aufgrund wiederholter Verstöße gegen unsere AGB und Netiquette haben wir Ihren Account soeben gesperrt. Mit freundlichen Grüßen Ihr Freitag-Community-Team.“ Ich habe nachweisbar nicht gegen AGB und Netiquette verstoßen. Beleidigende, sexuell orientierte, antisemitische oder rassistische Kommentare haben „Uwe Theel“, „Rahab“, „thinktankgirl“ und Co., geschützt von der Redaktion, abgegeben. Mein „Verbrechen“ war, die antisemitische „Argumentation“ der Israelkritiker/Stalinisten und die rassistische Haltung der Esoteriker/Anthroposophen der Community aufzuzeigen. Durch diese, ohne Vorwarnung ausgesprochene, Deaktivierung ergreifen die Verantwortlichen des „Freitag“  faktisch Partei für die unfassbaren Positionen meiner Widersacher. Mit der Sperrung des Accounts sind alle „fidelche“-Blogs und die dazugehörigen Kommentare nicht mehr im Freitag abrufbar. Für eine gewisse Zeit können sie noch „ergoogelt“ werden. Im Blog https://fidelchescosmos.wordpress.com/ sind die Texte und Kommentare weiterhin abrufbar. Ich rate den Verantwortlichen in der Freitag-Redaktion über ihre zukünftige politische Positionierung sowie über ihre AGB nachzudenken und bitte die Freitag-Redaktion um Stellungnahme. Mir ist klar, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist, auf diesen offenen Brief, von der Freitag-Redaktion eine Antwort zu bekommen. Ich werde diesen Text nicht nur deshalb an einige Medien und „linke“ Publizisten weitergeben, ganz einfach um aufzuklären.

Update 21. Juni 2010: Eine Stellungnahme des Freitag habe ich erwartungsgemäß bis heute nicht erhalten. Im Gegensatz dazu reagierte die Konkret-Redaktion, bereits am 16.6.2010 mit einem Beitrag, mit der Überschrift, „Verstößt Bloggen gegen Antisemitismus gegen die AGB des „Freitag“?“ auf Facebook (http://www.facebook.com/konkretmagazin) und Twitter (http://twitter.com/konkretmagazin/status/16296451218 ). Die linke Wochenzeitung Jungle-World reagierte mit dem Artikel „Die Basis spricht“ vorab auf Antisemitismus von links. Für die zustimmende Post (u.a. Stefan Frank, Tilman Tarach), bedanke ich mich an dieser Stelle herzlich. Ich werde die Inhalte der Mails in die nächsten Blogs einbinden. Eine  kleine „Einschränkung“ zum obigen Text möchte ich noch anfügen: Wer im Freitag „fidelche“ in die „Suchfunktion“ eingibt, kommt zu meinen Fußball Text: „Philosophie des Fußballs“ (http://www.freitag.de/alltag/1016-blogentry-redirect-11329), allerdings ohne Kommentare. Am Ende des Textes steht: „Dieser Text ist mir was wert“ mit einem Link auf [Flattr]. Ob dies rechtlich korrekt ist, wage ich zu bezweifeln.

, , , , , , , , , ,

46 Kommentare