Beiträge getaggt mit Günter Grass

Antisemitismus heute – wie judenfeindlich ist Deutschland?

Eine ARD-Dokumentation (gesendet am 28.10.2013) von Kirsten Esch, Jo Goll und Ahmad Mansour

Es werden die Hintergründe und Motivationen judenfeindlicher Gesinnungen in ganz unterschiedlichen Teilen der Gesellschaft beleuchtet. Ahmad Mansour erforscht die Verbreitung des muslimischen Antisemitismus. Jo Goll, TV-Journalist und Experte für Rechtsextremismus, nimmt das rechtsnationale Lager in den Fokus. „Die Juden sind einfach an allem schuld“, tönt es aus diesen Kreisen.  Dokumentarfilmerin Kirsten Esch will wissen, wie viel Antisemitismus in der „Mitte der Gesellschaft“ zu finden ist. Sie spricht mit Experten und mit Menschen auf der Straße und trifft unter anderem mit Professorin Monika Schwarz-Frieseleine Linguistin, die über 100.000 E-Mails, Leserbriefe und Texte aus dem Internet mit antisemitischen Inhalten und anti-jüdischen Klischees untersucht hat.

Der Bielefelder Professor Andreas Zick warnt: „Antisemitismus, auch wenn er nur latent ist, bleibt immer Wegbereiter vom Wort zur Tat.“

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Die Gruppe 47, Günter Grass und die Todesfuge

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ 

aus der Todesfuge von  Paul Celan

47Im Jahre 2003 veröffentlichte der Hamburger Literaturwissenschaftler Klaus Briegleb sein vielbeachtetes Buch „Mißachtung und Tabu – Wie antisemitisch war die Gruppe 47?“.   Klaus Briegleb untersucht in diesem Buch den deutschen Antisemitismus nach der Shoah und das Phänomen, dass die Gruppe 47 sich nicht um ihn gekümmert hat. Die Gruppe 47 hat am Gedeihen des besonderen deutschen Antisemitismus nach 1945 aus der Position einer angemaßten moralischen Unbescholtenheit durch Missachtung, Desinteresse und Verdrängung mitgewirkt, so die Kernthese des Buches. Vor allem die Antworten auf die Frage welche Funktion heute jene erfüllen, die einst zur Gruppe zählten, sind gewinnbringend zu lesen und lassen den aktuellen Antisemitismus besser begreifen.

Als Gruppe 47 werden die Teilnehmer an den deutschsprachigen Schriftstellertreffen bezeichnet, zu denen Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 einlud. Der Kreis um Richter war eine einflussreiche Institution im Kulturbetrieb der Bundesrepublik Deutschland.  Hans Werner Richter setzte eine Art Corpsgeist unter den Schriftstellern der Gruppe 47 durch, Schriftsteller jüdischer Abstammung, sowie Emigranten wurden an den Rand gedrängt, seine „Einladungspolitik“ war sehr schnell umstritten. Die jüdisch-deutsche Differenz nach der Shoah wurde von der Gruppe 47 nicht thematisiert. Der Widerwillen und die Ignoranz, die Verbrechen der Deutschen zur Kenntnis zu nehmen, und sie zu thematisieren was vor allem den Juden geschah, waren offensichtlich. Die Kriegsheimkehrer und Flakhelfer, die sich nun  „jungdeutsch“ nannten wollten sich etwas von der Seele schreiben und vor allem mit der Vergangenheit abschließen.  Die ehemaligen Flakhelfer, Soldaten und wie wir heute wissen SS-Angehörigen proklamierten in der Gruppe 47 die „Stunde Null“ und beanspruchten zugleich, für die deutsche Literatur zu stehen. Richter und viele seiner Mitstreiter suchten die einebnende Gemeinsamkeit, die Juden und die Christen, die Deutschen und die Sowjetrussen waren für sie die Opfer „des Krieges“, als sei der Nationalsozialismus „vom Himmel“ gefallen, eine Naturkatastrophe für welche die Deutschen kaum etwas konnten.

Obwohl Hans Werner Richter nichts von Paul Celans Gedichten hielt wurde der Lyriker eingeladen. Im Mai 1952 trug Paul Celan in Niendorf seine noch unbekannte Todesfuge vor. Nach dem Auftritt kam es zu unübersehbarer Missachtung gegenüber dem Juden Celan: „Das kann doch kaum jemand hören!“ oder  „Er las sehr pathetisch. Wir haben darüber gelacht“ waren die unmittelbaren Reaktionen innerhalb der Gruppe. Walter Jens meinte gar, „der liest ja wie Goebbels!“ und Richter machte sich über Celan lustig, in dem er sagte Celan habe „in einem Singsang vorgelesen wie in einer Synagoge“. Schwer gekränkt nahm Celan an keinem Treffen der Gruppe 47 mehr teil. Die Aggression der Gruppe gegen Paul Celan und die „Emigrantendeutsch“ schreibenden geflohenen Dichter wurde nun überdeutlich. Ingeborg Bachmann schrieb in ihr Tagebuch zu Niendorf: „Am zweiten Abend wollte ich abreisen, weil ein Gespräch, dessen Voraussetzungen ich nicht kannte, mich plötzlich denken ließ, ich sei unter deutsche Nazis gefallen (..) Am zweiten Tag wollte ich abreisen, am dritten Tag las ich ein paar Gedichte vor, vor Aufregung am Ersticken…“

Trotz eines Apelles  von Marcel Reich-Ranicki blieb der harte Kern der Gruppe dem Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965 fern. Die Isolierung von Peter Weiss innerhalb der Gruppe 47 verstärkte sich wegen seines Interesses am Prozess und unter Federführung von Günter Grass wurden die Auschwitz-Texte von Peter Weiss „geschmäht“. So wurde Peter Weiss 1966 vorgehalten, er habe nicht das Recht, über Deutschland zu sprechen. Peter Weiss hielt die zynische Begründung fest: „Wo ich denn während des Kriegs gewesen wäre?“ Obwohl das antisemitische Ressentiment nur selten so offen zu Tage trat, wie es sich im Falle Celans zutrug, gab es mittlerweile vermehrt diesbezügliche Kritik von außerhalb der Gruppe. Nachdem Hermann Kesten der Gruppe vorwarf, sie würde antisemitischen Vorbildern nacheifern schreibt der Gruppenchef Hans Werner Richter am 25. Januar 1961 in einem Brief: „Kesten ist Jude und wo kommen wir hin, wenn wir jetzt die Vergangenheit untereinander austragen, d.h. ich rechne Kesten nicht zu uns zugehörig, aber er empfindet es so. Wie aber soll man diesem eitlen und so von sich überzeugten Mann beibringen, welches Unheil er anrichtet?“

Günter Grass und Martin Walser prägten die Gruppe 47 mit ihrer Verdrängungsliteratur, ihre „Flegeljahre“ aus der Hitlerjugend dauern scheinbar bis heute an. Die Flakhelfer-Generation um Grass und Walser ist bis heute der Stichwortgeber für die scheinbare Legitimation des antisemitischen deutschen  Stammtisches. Der „irgendwie linke“ Martin Walser wollte 1998 nichts mehr von der angeblichen „Dauerpräsentation unserer Schande“ hören und sprach von einer Moralkeule“ im Zusammenhang mit Auschwitz. Nach der Kritik an Walsers  Rede in der Paulskirche, nach der Kritik an seinem Buch „Tod eines Kritikers“, reagierte Walser wie sein Ziehvater Richter es ihm lehrte: „Es geht um den Kritiker nicht um den Juden“. Der Kritiker, Marcel Reich-Ranicki,  den man immer loswerden wollte, den man zum Schweigen bringen wollte, kam aus dem Osten, der Region, die im literarischen Gedächtnis der Gruppe 47 von ihren Anfängen keinen Platz hatte. Zur Erinnerungsabwehr-Rede Martin Walsers in der Paulskirche sagte Ignaz Bubis das Nötige, wobei die Massen viel lieber der Worten Walsers lauschten.

Wie kaum ein anderer ist Günter Grass ein Produkt der Gruppe 47. Bereits in seiner „Blechtrommel“ deutet Grass an was er unter der Aufarbeitung des Nationalsozialismus versteht. Am Ende des Buches werden die Deutschen in Danzig mit Viehwaggons zurück ins Reich deportiert, eine offensichtliche Anspielung auf die Deportation der Juden in Richtung Osten. Außerdem kommt ein Herr Fajngold aus Treblinka in der „Blechtrommel“ nach Danzig, Fajngold eine Karikatur eines Juden, wie sie die Nazis nicht besser im „Stürmer“ hätten erscheinen lassen können. Grass betrieb bereits damals eine Täter-Opfer-Umkehr. Am offensichtlichsten wird die Schuldabwehr von Günter Grass in seinem 2002 erschienenen Roman „Im Krebsgang“. Während Grass, „ermüdet vom Kampf um die Vergangenheitsbewältigung in seiner Danziger Trilogie“, über die „eigene Schuld“ spricht,  betrauert er wieder einmal viel zu lange darüber geschwiegen zu haben, dass auch die Deutschen Opfer waren. Im „Krebsgang“ macht Grass seine Opferbilanz auf und begräbt mit der Umkehrung der Opferrollen sein eigenes Schweigen. Günter Grass in „Krebsgang“: Als die „Gustloff“ untergeht, ertönt „ein nie gehörter, ein kollektiver Endschrei“. Ein Schrei, der sich in den Lagern der Shoah seit Buchenwald millionenfach erhoben hat. Der Ex-Waffen-SS-Soldat schreibt scheinbar entlastend, dass er in seinem Panzer auf dem Weg nach Osten keinen einzigen Schuss abgegeben hat. Mit „Krebsgang“ versucht Grass eine deutsche Opfernation, eine entschuldete Täternation zu erschaffen. Mit der Metapher des „Endschreis“ beim Untergang des deutschen Flüchtlingsschiffs „Gustloff“ am 30. Januar 1945 ist die „Endlösung der Judenfrage“ literarisch pervertiert, meint nicht nur Klaus Briegleb.

Im Jahre 2011 behauptet Günter Grass in einem Interview in Israel, dass die Sowjetunion sechs Millionen deutsche Kriegsgefangene liquidiert hätte. Tatsächlich gerieten etwa drei Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, von denen etwa 1,1 Millionen nicht überlebten, was angesichts der von den Deutschen verursachten Hungersnot in der Sowjetunion nicht sehr verwunderlich war. Was Günter Grass mit der Zahl “sechs Millionen” bezwecken wollte, lag auf der Hand. Der ehemalige Wehrmachts-Freiwillige, der den reibungslosen Betrieb von Auschwitz ermöglichte versuchte wieder einmal zu entlasten. Nachdem Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS bis zum Jahre 2006 verschwiegen hatte, während er Bundeskanzler Kohl massiv kritisierte, weil dieser Hand in Hand mit einem amerikanischen Präsidenten einen Soldaten-Friedhof besuchte, auf dem auch vierzig SS-Gefallene liegen, wollte er 2012 mit seinem antisemitischen Gedicht „Was gesagt werden muss“ wieder einmal nicht mehr schweigen. Wieso der Literatur-Nobelpreisträger sein Gedicht nicht mit „Die Juden sind unser Unglück!“ überschrieb, bleibt sein Geheimnis.

Anfang August 1990 überfiel der Irak das Ölscheichtum Kuwait. Der Sicherheitsrat der UN stellte ein Ultimatum für einen Rückzug der irakischen Streitkräfte. Saddam Hussein drohte daraufhin Israel, das in diesem Konflikt bis dahin nicht beteiligt war, im Falle eines alliierten Militärschlages mit Giftgas-Raketen anzugreifen und den jüdischen Staat zu zerstören. Mit Hilfe deutscher Firmen war es dem Irak gelungen ein Giftgasarsenal aufzubauen. Nach Ablauf des Ultimatums, griffen alliierte Streitkräfte unter amerikanischer Führung den Irak an, worauf  irakische Truppen Scud-Raketen auf Israel abfeuerten. Die israelische Bevölkerung verbrachte die Nächte mit Gasmasken in abgedichteten Räumen. Obwohl dreizehn Israelis getötet und hunderte verletzt wurden, hielt sich die israelische Regierung an die Absprachen nicht in den Konflikt einzugreifen. In der deutschen Öffentlichkeit sorgte weder der Einmarsch des Iraks, noch die Ankündigung Husseins Israel unter anderem mit Giftgas auszulöschen für besondere Aufmerksamkeit. Erst im Januar 1991 kurz vor dem Ablauf des Ultimatums kam es zu Massendemonstrationen der „Friedensbewegung“, die sich  mehr oder weniger mit Saddam Hussein solidarisierte und Israel die Schuld für den Konflikt gab.  Zu dieser Zeit trat Günter Grass in einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem israelischen Schriftsteller Yoram Kaniuk auf. „Kein Blut für Öl“ und „Es gibt keinen gerechten Krieg“ waren die Parolen des „Friedensfreundes“ Grass. Das deutsche Gas für den Irak interessierte Günter Grass nicht weiter. Wieder einmal, nun während des zweiten Golfkrieges solidarisierte sich die deutsche „Massenseele“ mit der moralischen Autorität eines ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS. Die Entlastungserzählungen von Günter Grass mit der Entsorgung der eigenen Geschichte und die Forderungen Martin Walsers wieder ganz „unverkrampft“ zur Nation Deutschland zu stehen waren und sind Teil der neuen Rahmenbedingungen in welchen die Mehrheit der Deutschen ihren Antisemitismus, der nach 1945 nicht einfach verschwand, wieder ausleben durfte.

grassYoram Kaniuk schreibt in seinem Buch “Der letzte Berliner“ über Günter Grass und die damalige Diskussion: „Er trieb mich mit seinen politischen Argumenten immer mehr in die Enge, um den Streit über den Golfkrieg mit dem Leiden der Palästinenser und nicht mit dem deutschen Gas für den Irak zu verknüpfen. Etwas von dem Ton, der in seinen Worten anklang, konnte man auch in Hannah Arendts Buch über den Eichmann-Prozess spüren, in dem die Juden und die Deutschen sich gleichen, obwohl die Juden die Opfer und die Deutschen die Täter sind. Unser gerechtes Anliegen, das Anliegen der Juden und ihrer Kinder, die aus Deutschland fliehen mussten oder vertrieben wurden, hätte einen Teil der Debatte ausmachen sollen, doch Grass mit seinem geschliffenen Verstand und seiner rhetorischen Begabung wehrte jeden Versuch ab, aus der engen politischen Ecke herauszukommen und eine allgemeine Diskussion über das Wesen des Bösen zu beginnen, und der Beifall des Publikums bewies, dass es auf seiner Seite stand. Die Diskussion hinterließ bei mir einen bitteren Geschmack. Das ganze Gerede über die Unmoral aller Kriege ärgerte mich damals und ärgert mich heute noch. Es gibt alle möglichen Kriege. Gott sei Dank haben die Alliierten gegen die Nazis gekämpft, und Gott sei Dank haben sie gesiegt. Gott sei Dank haben wir im Unabhängigkeitskrieg gesiegt und einen Staat für die Juden gegründet, die niemand aufnehmen wollte. (…) Es fiel mir schwer, mich damit abzufinden, dass ein Humanist wie Grass die Unvernunft der deutschen Linken verteidigt, die mit dem Mörder und Diktator Saddam sympathisierte. Ich hatte gehofft, er würde es als schweren Fehler bezeichnen, dass Deutsche nicht gegen die Lieferung von Giftgas und dessen Verwendung für die Herstellung von Massenvernichtungswaffen demonstrierten und stattdessen lauthals den Krieg gegen einen grausamen Diktator anprangerten, doch er sagte nichts dergleichen. Das Argument, dass alle Kriege unmoralisch sind, macht mir mehr Angst als hundert Haiders in Wien oder hundert Aufmärsche von Skinheads mit auftätowierten Hakenkreuzen. „

Quellen: Klaus Briegleb – Mißachtung und Tabu –  Philo-Verlag 2003 | Yoram Kaniuk – Der letzte Berliner – List-Verlag 2002 | Vaterland, Muttersprache: Deutsche Schriftsteller und ihr Staat seit 1945 – Wagenbach-Verlag 1980

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Heinar Kipphardt und die Eichmann-Haltung

Der erste philosophische Gedanke, den ich erinnere, war am Zaun der Kohlenhandlung Herzog entlang gehend, daß Gott unmöglich sein könne, da er so massenhaft Abscheulichkeiten zulasse, z. B. daß der Kutscher H. sein altersschwaches gestürztes Pferd hoch-prügele oder mein Großvater mit nur 56 Jahren gestorben sei, der Präsident Hindenburg schon über 8o Jahre sei. Diese Erkenntnis unterzog ich einem Experiment: wenn Gott dennoch existiere, müsse er mich doch unbedingt strafen, wenn ich z. B. in ein Weihwasserbecken pinkelte oder ihn einen Halunken nennen würde. Beides tat ich, und da meine Handlungen folgenlos blieben, sah ich meine Erkenntnis als erwiesen an. Damals war ich fünf Jahre.

Heinar Kipphardt 1978 aus „Ruckediguh-Blut ist im Schuh“

Der Schriftsteller Heinar Mauritius Kipphardt, geboren 1922 in Heidersdorf, gestorben 1982 in München, Dr. med., Fachrichtung Psychiatrie, gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten des Dokumentartheaters und war zudem Autor von Gedichten, Prosa und Fernsehspielen. Mit seinem Stück „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ erlangte er Weltruhm. Heinar Kipphardts Methode war es geschichtliches Material zu sammeln, zu reflektieren und anschließend zu montieren um damit den historischen Dokumenten eine allgemeine Bedeutung zu geben. Durch das gesamte Werk Heinar Kipphardts ziehen sich die Themen Gehorsam und Widerstand, Mitläufertum und Unabhängigkeit, Pflicht und Gewissen, Schuld, Mitschuld und Verantwortung. Mit seinen Kriegserzählungen und Dokumentarstücken hat sich Kipphardt gegen die Verdrängung des Nationalsozialismus gewandt, wobei die Figuren in den Kriegsstücken, Pfeiffer und Rudat, unübersehbar einige autobiographische Züge aufweisen. In den politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit war er sich stets sicher auf welcher Seite er zu stehen hatte, er brachte nicht nur seinen Kopf sondern seine gesamte Existenz ein.

Geboren und aufgewachsen ist Kipphardt in Schlesien. Sein Vater, ein Sozialdemokrat wurde nach der Machübernahme der Nazis mehrmals verhaftet und in verschiedene Konzentrationslager verschleppt. Die Verhaftung des Vaters war die erste Zäsur in Kippardts Leben. Aus einer angesehenen Zahnarztfamilie wurden über Nacht politisch fragwürdige Existenzen. Nach dem Abitur 1949 wollte Heinar Kipphardt Arzt werden, sein Vater saß in Buchenwald im KZ, er studierte bis 1942 Medizin bis er eingezogen wurde und an die russische Front kam. Seine Kriegserlebnisse verarbeitet er in seinen Stücken, „Der Hund des Generals“, „Der Desserteuer“ und „Der Held des Tages“.

Im Januar 1945 setzte er sich von der Truppe ab, desertierte und versteckte sich bis zum Untergang der Hitlerei in Dahlbruch. Der Nationalsozialismus und die Erfahrungen des Krieges werden Kipphardt Zeit seines Lebens nicht mehr loslassen. Nach Kriegsende zieht Kipphardt mit seiner Familie nach Krefeld und nimmt in Düsseldorf wieder sein Medizinstudium auf. Kipphardt war entsetzt wie in der Bundesrepublik mit der Vergangenheit umgegangen wurde: „Es gab keine Nazis mehr und niemand hat das mindeste gewusst“. Die restaurierenden Tendenzen in Westdeutschland gefielen im nicht, in Ostdeutschland vermutete er, sei ein gründlicheres Umdenken möglich. Obwohl sich der Assistenzarzt keine großen Illusionen machte, siedelte er mit Frau und Kind nach Ostberlin über, wo er Arzt an der Charite, später den weißen Kittel ablegte, Chefdramaturg am Deutschen Theater und 1953 Mitglied der SED wurde.  Für das Schauspiel „Shakespeare dringend gesucht“, eine Saitre gegen die stalinistische Kulturpolitik, erhält er den Nationalpreis der DDR. Später folgten weitere Auszeichnungen, darunter der Schiller-Gedächtnispreis, der Gerhart-Hauptmann-Preis und der Adolf-Grimme-Preis.

Nachdem sich die Kulturpolitik der SED verschärfte und sich seine Arbeitsbedingungen rapide verschlechterten, kündigt Kipphardt 1958 seinen Vertrag am Deutschen Theater und übersiedelt 1960 nach Düsseldorf, von wo er 1961 mit seiner Familie nach München zieht. Im Gegensatz zu anderen Republikflüchtlingen distanziert sich Kipphardt nicht von der DDR. „Ein Schriftsteller, der an seinem alten Wohnort keine Arbeitsmöglichkeit mehr sah, ohne zum Lügner zu werden, ist an einen anderen Ort gezogen, das ist alles“, so Heiner Kipphardt in einem Brief an Heinrich Kilger.

1962 war „Der Hund des Generals“ fertiggeschrieben, die Uraufführung fand im April statt. Das Stück handelt von einer Untersuchungskommission, eingesetzt von der Justizministerkonferenz um bislang ungeahndete Verbrechen deutscher Staatsbürger aufzuklären, die im Kriege begangen wurden. Siebzehn Jahre nach Kriegsende soll sich General Rampf für einen Vorgang während des Krieges rechtfertigen. Er wird beschuldigt, 60 Soldaten aus persönlichen Motiven in den Tod getrieben zu haben, weil der Soldat Pfeiffer den Hund des Generals erschossen hatte, der ihn angefallen und seine Hose zerfetzt hatte. Der ehemalige Soldat Pfeiffer beschuldigt den General, er habe mit dem mörderischen Einsatzbefehl, einem sinnlosen Himmelfahrtskommando nur seinen Hund rächen wollen. Doch kann im Laufe der Verhandlung vor der Untersuchungskommission kein kausaler Zusammenhang zwischen diesen beiden Vorfällen schlüssig nachgewiesen werden. Schon aus formaljuristischen Gründen wird General Rampf freigesprochen. Die Verhandlung endet mit den Worten des Oberstaatsanwalts: Das sind utopische Gerechtigkeitswünsche , leider, aber Rechtsnorm ist Rechtsnorm, während der Historiker Schweigeis antwortet: Und Mord Mord.

Der literarische Durchbruch im Westen gelang Heinar Kipphardt mit dem Stück „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ im Jahre 1964. Das Stück hat die Verhandlung gegen den amerikanischen Physiker J. Robert Oppenheimer vor einem amerikanischen Untersuchungsausschuss zum Gegenstand. Unter der Leitung von Oppenheimer wurde 1943 im amerikanischen Los Alamos die erste Atombombe hergestellt. Von Anfang an gab es gegen Oppenheimer Sicherheitsvorbehalte, da sein Bruder Mitglied der Kommunistischen Partei war und er selbst mit den Kommunisten sympatisierte. Am 12. April 1954 begann die Verhandlung gegen Oppenheimer in welcher seine Loyalität gegenüber dem amerikanischen Staat in Frage gestellt wurde. Während der  McCarthy-Ära wurden, wie in vielen anderen westlichen Staaten, durch intensiven Antikommunismus und Gesinnungsschnüffelei, Andersdenkende stigmatisiert und verfolgt. Die Ermittlungen führten zur Verurteilung Oppenheimers. Heinar Kipphardts Stück hat den prinzipiellen Konflikt dieser Vorgänge zum Thema, das Verhältnis zwischen Moral und Macht, zwischen Gewissensentscheidung und der Loyalität dem Staat gegenüber. Am Fall Oppenheimer zeigt Kipphardt spiegelverkehrt, was er kurz zuvor in seinem Stück „Der Hund des Generals“ demonstriert hatte. Dort war das moralische Anliegen des Soldaten Pfeiffer juristisch nicht verhandelbar und den Fakten nicht mehr rekonstruierbar. Nun wird der umgekehrte Fall beschrieben. Im Dienste einer Ideologie, soll die Staatsmacht erhalten bleiben. In beiden Prozessen bleiben die Wahrheit und die Moral auf der Strecke. Wenn man beide Stücke, „Der Hund des Generals“ und „In der Sache J. Robert Oppenheimer“ vergleicht kommt man zu dem Ergebniss, dass das formale Recht im Dienste der Mächtigen steht.

1970 wird Kipphardt Chefdramaturg an den Münchner Kammerspielen. Er ermöglichte die Aufführungen der ersten realistischen und gesellschaftskritischen Stücke von Franz Xaver Kroetz. Zum größten Theaterskandal in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands kommt es wegen eines Programmheftes zum Stück „Dra-Dra“ von Wolf Biermann. Auf zwei Seiten des Programmheftes sollten 24 Persönlichkeiten der Politik und der Wirtschaft abgebildet werden. Die Abbildungen erschienen nicht, die Seiten blieben leer, die Idee dazu stammte nicht von Heinar Kippardt und er hat sie auch nicht „abgesegnet“, doch der Skandal war perfekt.  Besonders Hans Jochen Vogel, der Oberbürgermeister von München fühlte sich angegriffen. Die Politiker der Stadt übten Zensur und Kipphardt verlor sein Amt. Begleitet wurde der Rauswurf von einer Kolumne des SS-Freiwilligen und SPD Mitgliedes Günter Grass, der in der SZ den linken Konkurrenten Kipphardt zum „Abschuss“ frei gab. 1971 schrieb Heinar Kipphardt in einem Brief an Peter Hacks: „ … Es war für mich wirklich überraschend, wie nervenschwach die hiesigen Machtidioten sind. Wie schnell sie nach der Pistole langen. Sie scheinen sich nicht so sicher zu fühlen, wie sie tun. Am Ende gibt sogar einige, die wissen, was sie tun. Die Farce war ziemlich folgenreich, und der dämliche Grass sieht sich neben Springer und Strauß allesamt verfolgt von den mächtigen roten Kadern, die Vogel in München gerade noch mit Polizeieinsätzen in Schranken hält. Wenigstens im Bereiche der Kunst hat München den Ehrgeiz, zur Olympiade an die Traditionen von 1936 anzuschließen. …“

Neben vielen weiteren Veröffentlichungen, beispielsweise „Joel Brand, die Geschichte eines Geschäfts“, in dem Eichmann eine Million Juden gegen hunderttausend Lastkraftwagen bietet, und „März“, dem Roman über einen schizophrenen Dichter, sorgte „Bruder Eichmann“, das posthum 1983 uraufgeführt wurde, für großes Aufsehen und viele kontroverse Diskussionen. Adolf Eichmann, der an seinem Schreibtisch den Genozid an den europäischen Juden organisierte, erweist sich in Heinar Kipphardts Bühnenstück als eine Figur von beunruhigender Aktualität. „Das Monster, es scheint, ist der gewöhnliche funktionale Mensch, der jede Maschine ölt und stark im Zunehmen begriffen ist“, lässt Kipphardt den israelischen Polizeihauptmann Chass sagen, der Eichmann im Gefängnis verhört. In einmontierten Analogie-Szenen werden Beispiele der „Eichmann-Haltung“ aus unserer Gegenwart vorgeführt. Kritiker haben Kipphardt vorgeworfen er verharmlose den Massenmörder Eichmann. Die gewöhnliche, menschliche Seite Eichmanns ist zweifellos eine Provokation, die allerdings im Zusammenhang mit Eichmanns Bereitschaft zu „funktionieren“ gesehen werden sollte. Die Bereitschaft im Rahmen einer gegebenen Ordnung unter Ausschluss moralischer Erwägungen zu funktionieren und dabei andere Menschen, auch gewaltsam auszugrenzen ist in Kipphardts letztem Stück die Definition der „Eichmann-Haltung“. Rolf Hochhuth kritisierte an „Bruder Eichmann“, nicht ganz zu Unrecht, Kipphardt habe in dem Stück zu wenig an die Opfer gedacht. Problematischer sind vor allem aus heutiger Sicht einige dem Ost-West-Konflikt geschuldeten so genannten „antiimperialistischen“ Analogieszenen, die bereits 1983 von verschiedenen Häusern nicht gespielt wurden. Für Kipphardt war die Denkungsart die den Faschismus ermöglichte nicht verschwunden. Die Eichmann-Haltung war für ihn die bürgerliche Haltung schlechthin. In den Materialien von „Bruder Eichmann“ ist nachzulesen:

„Als Eichmann während der Verhöre durch die politische Polizei in Jerusalem gefragt wurde, ob er besondere Wünsche habe, hat er den vernehmenden Offizier, seine tägliche Zigarettenration von sechs auf zehn Zigaretten erhöhen zu lassen. Auch solle man, wenn dies möglich wäre, ihm zum Frühstück nicht mehr als drei Scheiben Brot geben und das Häufchen geschnittene Zwiebel beiseite lassen. Er sei kein starker Esser, und da er zu Zahnfleischentzündungen neige, würden sich die Zwiebelstückchen leicht in den Taschen seines Zahnfleisches festsetzen. Bis dahin hatte er stets alles Brot und auch die Zwiebeln gegessen. Er hatte als Kind gelernt: Was auf dem Teller ist, wird gegessen.“

Demnächst, am 18. November 2012 jährt sich der Todestag von Heinar Kipphardt zum dreißigsten Mal.

Quellen: Heinar Kipphardt – Werkausgabe – 10 Bände – Rowohlt 1989

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Ein Kommentar

Grass und der antisemitische Spießerstammtisch

Günter Grass, Literaturnobelpreisträger und Mitglied der Waffen-SS hat ein antisemitisches „Gedicht“ in der israelkritischen „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlicht, nachdem er bereits im Sommer letzten Jahres auf sich aufmerksam machte, als er  in Israel von sechs Millionen durch die Sowjetunion liquidierter deutscher Kriegsgefangenen sprach. Tatsächlich gerieten etwa drei Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, von denen etwa 1,1 Millionen nicht überlebten. Was Günter Grass mit der Zahl „sechs Millionen“ bezwecken wollte, liegt auf der Hand. Nachdem Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS bis zum Jahre 2006 verschwiegen hatte, wollte er mit seiner „Anklage“ gegen Israel  nicht mehr länger schweigen.

In seinem „Gedicht“ behauptet Grass, neben vielen anderen Lügen und Dummheiten, Israel wolle den Iran auslöschen und die Atommacht Israel gefährde den ohnehin brüchigen Weltfrieden. Abgesehen davon, dass Israel den Iran nicht „auslöschen“ könnte, hat Israel im Gegensatz zum Iran nie angedroht irgendein Land „auszulöschen“. Revolutionsführer Chamenei hat Israel als „Krebsgeschwür“, das zu beseitigen sei, bezeichnet. Ahmadinejad will bekanntlich das zionistische Gebilde von der Landkarte entfernen. Entsprechende Aussagen von iranischen Verantwortlichen ließen sich beliebig fortsetzen. Grass unterschlägt in seinem „Gedicht“, dass der klerikalfaschistische Iran antisemitische Terrorgruppen wie die palästinensische Hamas und die libanesische Hisbollah, die das Existenzrechts Israels ablehnen und den jüdischen Staat bekämpfen, unterstützt und die eigene Bevölkerung mit terroristischen Methoden unterdrückt. Der angebliche Tabubruch von Grass ist keiner, täglich wird seit Jahrzehnten in der deutschen Berichterstattung  überwiegend gegen den Staat Israel gehetzt. Das „Gedicht“ wird zwar in der deutschen Rezeption überwiegend kritisiert, aber das „Volk“ steht mehrheitlich hinter seinem Dichter.

Mit „man wird ja wohl noch mal sagen dürfen“ und „einige meiner besten Freunde sind Juden“ beginnen meist die Einlassungen von „Israelkritikeren“. Bei Sigmar Gabriel, der kürzlich Israel ein „Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt” nannte, war es nicht anders. Vor drei Monaten rief der von Palästinenserpräsident und Fatah-Vorsitzenden Mahmud Abbas ernannte Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, Muhammad Hussein zur Ermordung aller Juden auf. Grass, Gabriel und ihr „Volk“ schwiegen dazu. Geschwiegen  haben Grass, Gabriel auch als vor drei Wochen im französischen Toulouse der islamistische Terrorist Mohammed Merah in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer jeweils mit einem aufgesetzten Kopfschuss ermordet hat. Nach seiner Tat sagte Mohammed Merah: „Ich wollte Rache nehmen für die palästinensischen Kinder“. Antisemitismus ist nicht nur in den islamistischen Communitys die vorherrschende Ideologie, Antizionismus ist längst in der Mitte der europäischen, insbesondere der deutschen Gesellschaft angekommen. Laut einer EU-Umfrage aus dem Jahre 2003 sehen über 65 Prozent der Deutschen Israel als die größte Gefahr für den Weltfrieden. In Zeiten von Wirtschaftkrisen und Schuldenkrisen, mit der damit einhergehenden Befürchtung sozialen Abstiegs, ist die Sehnsucht nach Sündenböcken größer den je. Seit 2000 Jahren sind Juden für die Rolle des Sündenbocks auserkoren, der jüdische Staat Israel, der „Jude unter den Staaten“, ist weltweit der einzige Staat, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird.

Vor vielen Jahrzehnten sprach Dieter Kunzelmann vom „Judenknacks“, den es zu überwinden gelte und legte 1969 durch die „Tupamaros West-Berlin“ eine Bombe im jüdischen Gemeindehaus in Berlin. Die „Vorherrschaft des Judenkomplexes“ in der Linken ist längst bei vielen „Genossen“ gebrochen, auf der Rechten gab es diese „Vorherrschaft“ nie. Antisemitische und antizionistische Ideologie wie sie aktuell in allen gesellschaftlichen Schichten Einzug hält, spielte sich früher so offen nur an den Rändern des politischen Spektrums ab. Wenn aktuell der SPD Vorsitzende und ein deutscher Literaturnobelpreisträger gegen den Judenstaat hetzen, dann fühlt sich natürlich erst recht der antisemitische Stammtisch berufen in die Offensive zu gehen. In Jakob Augsteins antizionistischer „Freitagscommunity“ bindet ein Georg von Grote das „Grass-Gedicht“ in einen Artikel ein und schreibt: „Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt. Verständlich bei dem, was da über Jahrhunderte und in Deutschland passiert ist. Aber für die Zukunft nicht gerade förderlich.“ Sein „Werk“ schließt Grote im „Freitag“ mit folgenden bedeutungsschweren Worten ab: “Grass hat nun den Anfang gemacht. Wir sollten mitmachen!“ So wittert der antisemitische Spießer-Stammtisch endlich seine Chance und bläst zum vermeintlich letzten Gefecht.

Bereits 1982 warnte Wolfgang Pohrt vor Weltfriedensrichtern wie Grass, Gabriel und Co : „Vormundschaft und Sorgerecht für das Opfer werden dem Täter zugesprochen. Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichte, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht — frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe“

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