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Ein Volk, ein Reich, ein börsennotierter Arbeiterverein

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Das 1:0-Ergebnis zwischen dem börsennotierten Arbeiterverein aus Dortmund und RB Leipzig war am 4. Februar 2017 Nebensache.  BVB-Boss Watzke hat das RB-Modell mehrfach kritisiert. In einem Interview der Sportbild meinte er: „Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal – auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg – den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist. Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen“.

Bei verbalen Beleidigungen beließen es die Fans von Borussia Dortmund am 4. Februar freilich nicht. Vor dem Spiel empfingen die Dortmunder Fans rund 1.000 mit einem Sonderzug angekommene Leipzig-Anhänger, darunter viele Frauen und Kinder mit Steinen, Flaschen, Bierdosen und anderen Wurfgeschossen. Ein Leipziger Fan musste nach einem Dortmunder Faustschlag reanimiert werden. In kleinen Gruppen agierten die Angreifer mit einer Guerilla-Taktik, sodass die überforderte Polizei von einem Brandherd zum nächsten eilen musste. Wie ein Augenzeuge auf dem Fanportal rb-fans.de berichtete, soll auch noch am Boden liegenden Fans eingetreten worden sein. Kinder versteckten sich hinter Stromkästen, um sich vor den Wurfgeschossen getroffen zu werden. Von heftigen verbalen Beleidigungen, antisemitischer Hetze, und Bespucken ganz zu schweigen.

Im Stadion zeigten die Borussen-Fans weiter was sie unter Fairness verstehen. BVB-Fans zeigten menschenverachtende Transparente, in denen unter anderem von „Bullen schlachten“, „Pflastersteine auf die Bullen“ , RB Verpiss Dich! Der Fußball gehört uns“ oder „Bastarde“ die Rede war. Auf einem Spruchband wurde RB-Sportdirektor Ralf Rangnick dazu aufgerufen, Selbstmord zu begehen. „Burnout Ralle: Häng dich auf“ war auf dem Transparent zu lesen. Zudem versuchten die schwarz-gelben Fans während des Spiels, per Laserpointer aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen und blendeten Spieler von Leipzig. Die einmalige Aufforderung des Stadionsprechers, dies bitte zu unterlassen, änderte daran freilich nichts.

Auf der Fan-Seite von RB-Leibzig ist zu lesen: „Die traurige Bilanz waren 4 verletzte Polizisten, von denen einer durch einen Steinwurf ins Gesicht schwer verletzt wurde. Außerdem gab es nach Fanverbandsangaben 10 RB-Fans, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Polizei spricht von „extremer Gewaltbereitschaft und Aggressivität“. In einer weiteren Meldung wurde diese Einschätzung verschärft(!), dort sagte der Einsatzleiter „…derartige Bilder und solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen“. (..) Aber eine derartige Eskalation basiert nicht auf Gründen, die von heute auf morgen entstehen. Die Dortmunder Führungsriege als auch diverse Meinungsmultiplizierer mit größerer Reichweite wie z.B. die Dortmunder Fanseite „schwatzgelb“ haben im Laufe der Jahre gewaltig dazu beigetragen, dass die Ablehnung und der Hass gegenüber RB Leipzig gerade in Dortmund so kultiviert werden konnte. Nein, diese Stellen haben natürlich nichts illegales getan und sie haben sich natürlich nicht selbst die Finger schmutzig gemacht. Sie werden danach sagen, dass sie Gewalt natürlich ablehnen usw. Sie werden auch sagen, dass es nur vereinzelte Chaoten und keine Dortmunder Fans gewesen sein können. Aber ganz so einfach ist es nicht. Wenn man sich dafür feiert, dass das Stadion mit 81.360 Leuten ausverkauft ist, wenn man sich regelmäßig für seine großen Anhängerzahlen feiert, dann feiert man auch den Idiotenanteil unter diesen Leuten. Ein Fußballverein kann seine Anhänger durch positive als auch negative Emotionen binden, aber gleichzeitig muss dies auch unter der Flagge der Gewaltfreiheit geschehen. Beides, die Emotionen und der Konsens der Gewaltfreiheit entstehen durch Rituale, durch bewusstes Hervorheben dieser Werte.“

RB Leipzig ist einer der besten Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte. Wenn Bayern München weiter so schwächelt und Leipzig so weitermacht, dann ist sogar die Meisterschaft möglich. RB Leipzig hat die jüngste Mannschaft der Bundesliga, ohne große Stars, aber mit Sportdirektor Ralf Rangnick einen der erfolgreichsten und somit besten Fußball-Kenner. Trainer Ralph Hasenhüttl passt zudem perfekt in die Spielphilosophie des Vereins. Erfolg erzeugt Neid, diesen Neid spürt Bayern München seit vielen Jahrzehnten und nun eben auch der RB Leipzig. Derzeit steht Leipzig hinter Bayern München an zweiter Stelle der Tabelle mit acht Punkten Vorsprung auf den Vierten aus Dortmund. Sollte der börsennotierte Arbeiterverein mit seinen „besten Fans“ noch von Hoffenheim, Hertha und Köln überholt werden, dann wäre die Fußballwelt wieder in Ordnung und der Fußball-Gerechtigkeit gedient.

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