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Late Night Soko am 10. Februar um 4.17 Uhr

kay1bEs ist erstaunlich und beinahe bewundernswert mit welcher Hingabe Kay Sokolowsky bis sehr sehr tief in die Nacht an seinen Texten tüftelt und feilt, um einerseits seine tiefsten Gefühle preiszugeben und andererseits um seine Anhänger mit den Texten zu verwöhnen, die sie verdient haben.

Kay Sokolowsky am 10. Februar um 04:13: „Manfred Breitenberger Ws für ein wirrer, denunziatorischer, Idiotenscheiß – Glückwunsch! Sie sind der mit Abstand blödeste Typ, der mich jemals angepißt hat. Leider muß ich mich nun selber trockenlegen, Sie inkontinente Null.“

Eine Minute später ist der Kay noch unzufrieden mit seinem Werk und schreibt am 10. Februar um 04:14: “Manfred Breitenberger Ws für ein wirrer, denunziatorischer, Idiotenscheiß – Glückwunsch! Sie sind der mit Abstand blödeste Typ, der mich jemals angepißt hat. Leider muß ich mich nun selber trockenlegen – Sie können ja nicht mal gleichzeitig rufmorden und einen Schuh binden, Sie Null.“

Wenig später meint Kay sein Text könnte noch besser sein und so  ändert er am 10. Februar um 04:14 sein großes Gefühlswerk wie folgt ab: „Manfred Breitenberger Was für ein wirrer, denunziatorischer, Idiotenscheiß – Glückwunsch! Sie sind der mit Abstand gemeinste Typ, der mich jemals angepißt hat. Leider muß ich mich nun selber trockenlegen – Sie können ja nicht mal gleichzeitig rufmorden und einen Schuh binden, Sie Null.“

Endlich, am 10. Februar um 04:17, nach beinahe übermenschlichen Anstrengungen gelingt es Kay Sokolowsky über sich hinauszuwachsen und schreibt in der endgültigen Fassung: „Manfred Breitenberger Was für ein wirrer, denunziatorischer Idiotenscheiß – Glückwunsch! Sie sind der mit Abstand irrste Typ, der mich jemals angepißt hat. Leider muß ich mich nun selber trockenlegen – Sie können ja nicht mal gleichzeitig rufmorden und einen Schuh binden, Sie arme Null.“  

Da schreibe ich einen runden Text über das tolle Engagement des freien Journalisten Kay Sokolowsky beim Muslim-Markt und anderswo um seinen Bekanntheitsgrad zu maximieren und was ist die Wertschätzung? Mich überfällt der schreckliche Verdacht, dass mich der Kay überhaupt nicht mag. Undank ist der Welten Lohn. Darauf einen der Besten. Darauf einen Dujardin.

Lesen Sie hier weiter:

Kay Sokolowsky, seine Islamophilie und das „blütenweiße Hemd aufgeknöpft bis zum Nabel der Welt“

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Ein Volk, ein Reich, ein börsennotierter Arbeiterverein

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Das 1:0-Ergebnis zwischen dem börsennotierten Arbeiterverein aus Dortmund und RB Leipzig war am 4. Februar 2017 Nebensache.  BVB-Boss Watzke hat das RB-Modell mehrfach kritisiert. In einem Interview der Sportbild meinte er: „Bei Rasenballsport, wie sie ja tatsächlich heißen, haben wir das erste Mal – auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg – den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist. Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen“.

Bei verbalen Beleidigungen beließen es die Fans von Borussia Dortmund am 4. Februar freilich nicht. Vor dem Spiel empfingen die Dortmunder Fans rund 1.000 mit einem Sonderzug angekommene Leipzig-Anhänger, darunter viele Frauen und Kinder mit Steinen, Flaschen, Bierdosen und anderen Wurfgeschossen. Ein Leipziger Fan musste nach einem Dortmunder Faustschlag reanimiert werden. In kleinen Gruppen agierten die Angreifer mit einer Guerilla-Taktik, sodass die überforderte Polizei von einem Brandherd zum nächsten eilen musste. Wie ein Augenzeuge auf dem Fanportal rb-fans.de berichtete, soll auch noch am Boden liegenden Fans eingetreten worden sein. Kinder versteckten sich hinter Stromkästen, um sich vor den Wurfgeschossen getroffen zu werden. Von heftigen verbalen Beleidigungen, antisemitischer Hetze, und Bespucken ganz zu schweigen.

Im Stadion zeigten die Borussen-Fans weiter was sie unter Fairness verstehen. BVB-Fans zeigten menschenverachtende Transparente, in denen unter anderem von „Bullen schlachten“, „Pflastersteine auf die Bullen“ , RB Verpiss Dich! Der Fußball gehört uns“ oder „Bastarde“ die Rede war. Auf einem Spruchband wurde RB-Sportdirektor Ralf Rangnick dazu aufgerufen, Selbstmord zu begehen. „Burnout Ralle: Häng dich auf“ war auf dem Transparent zu lesen. Zudem versuchten die schwarz-gelben Fans während des Spiels, per Laserpointer aktiv ins Spielgeschehen einzugreifen und blendeten Spieler von Leipzig. Die einmalige Aufforderung des Stadionsprechers, dies bitte zu unterlassen, änderte daran freilich nichts.

Auf der Fan-Seite von RB-Leibzig ist zu lesen: „Die traurige Bilanz waren 4 verletzte Polizisten, von denen einer durch einen Steinwurf ins Gesicht schwer verletzt wurde. Außerdem gab es nach Fanverbandsangaben 10 RB-Fans, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Polizei spricht von „extremer Gewaltbereitschaft und Aggressivität“. In einer weiteren Meldung wurde diese Einschätzung verschärft(!), dort sagte der Einsatzleiter „…derartige Bilder und solche hasserfüllten Fratzen habe ich noch in keinem meiner Polizeieinsätze gesehen“. (..) Aber eine derartige Eskalation basiert nicht auf Gründen, die von heute auf morgen entstehen. Die Dortmunder Führungsriege als auch diverse Meinungsmultiplizierer mit größerer Reichweite wie z.B. die Dortmunder Fanseite „schwatzgelb“ haben im Laufe der Jahre gewaltig dazu beigetragen, dass die Ablehnung und der Hass gegenüber RB Leipzig gerade in Dortmund so kultiviert werden konnte. Nein, diese Stellen haben natürlich nichts illegales getan und sie haben sich natürlich nicht selbst die Finger schmutzig gemacht. Sie werden danach sagen, dass sie Gewalt natürlich ablehnen usw. Sie werden auch sagen, dass es nur vereinzelte Chaoten und keine Dortmunder Fans gewesen sein können. Aber ganz so einfach ist es nicht. Wenn man sich dafür feiert, dass das Stadion mit 81.360 Leuten ausverkauft ist, wenn man sich regelmäßig für seine großen Anhängerzahlen feiert, dann feiert man auch den Idiotenanteil unter diesen Leuten. Ein Fußballverein kann seine Anhänger durch positive als auch negative Emotionen binden, aber gleichzeitig muss dies auch unter der Flagge der Gewaltfreiheit geschehen. Beides, die Emotionen und der Konsens der Gewaltfreiheit entstehen durch Rituale, durch bewusstes Hervorheben dieser Werte.“

RB Leipzig ist einer der besten Aufsteiger der Bundesliga-Geschichte. Wenn Bayern München weiter so schwächelt und Leipzig so weitermacht, dann ist sogar die Meisterschaft möglich. RB Leipzig hat die jüngste Mannschaft der Bundesliga, ohne große Stars, aber mit Sportdirektor Ralf Rangnick einen der erfolgreichsten und somit besten Fußball-Kenner. Trainer Ralph Hasenhüttl passt zudem perfekt in die Spielphilosophie des Vereins. Erfolg erzeugt Neid, diesen Neid spürt Bayern München seit vielen Jahrzehnten und nun eben auch der RB Leipzig. Derzeit steht Leipzig hinter Bayern München an zweiter Stelle der Tabelle mit acht Punkten Vorsprung auf den Vierten aus Dortmund. Sollte der börsennotierte Arbeiterverein mit seinen „besten Fans“ noch von Hoffenheim, Hertha und Köln überholt werden, dann wäre die Fußballwelt wieder in Ordnung und der Fußball-Gerechtigkeit gedient.

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Die Ermordung von Eyal Yifrach, Gilad Shaer und Naftali Frenkel im Angesicht der deutschen Barmherzigkeit für die Palästinenser und deren Ideologie

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Eyal Yifrach, Gilad Shaer und Naftali Frenkel und die Freude palästinensischer Kinder und Karikaturisten über ihre Entführung

30  Kilometer nördlich von Hebron wurden am 12. Juni die drei israelischen Schüler Eyal Yifrach, Gilad Shaer und Naftali Frenkel von Mitgliedern der islamfaschistischen Hamas entführt. Einer der entführten Jugendlichen konnte noch per Handy einen Hilferuf absenden. Die beiden Hauptverdächtigen, die Hamasmitglieder Amer Abu Ayscha und Marwan Kawasme sind seit dem Tag der Entführung untergetaucht. Die Mutter von einem der beiden mutmaßlichen Entführer erklärte, sie „seit solz auf die Taten ihres Sohnes“ und das sie ihn „im Geiste des Jihads erzogen habe. Unmittelbar nach der Entführung feierten Palästinenser öffentlich mit Süßigkeiten die Entführung und verherrlichen die Gewalt gegen die wehrlosen Opfer. Drei Finger stehen symbolisch für die drei Entführten und diese Geste macht die Runde bei den Palästinensern. Bei der groß angelegten Suchaktion unter dem Namen „Brother’s Keeper“ im Westjordanland hatte die israelische Armee über 300 mutmaßliche Terroristen festgenommen und dabei über 1000 Häuser und Orte durchsucht, dabei Waffenlager und Geheimverstecke für Entführungsopfer gefunden. Nach 18 Tagen der Ungewissheit wurden gestern die Leichen der drei gekidnappten jüdischen Teenager in der Nähe der Stadt Halhul gefunden. Als die Leichen abtransportiert werden sollten wurde der Ambulanzwagen von einem palästinensischen Mob angegriffen und die Scheiben des Wagens eingeschlagen. Große Teile der palästinensischen Gesellschaft stehen offenbar geschlossen hinter den antisemitischen Enführern und Mördern.

Sollten die islamfaschistischen Terroristen lebend gefasst werden wird sich die palästinensische Gesellschaft rührend um sie kümmern. Gemäß den Gesetzen der Palästinensischen Autonomiebehörde erhält jeder Häftling, der wegen terroristischer Gewalt verurteilt worden ist, im Gegensatz zu gewöhnlichen Kriminellen, ein monatliches Mindestgehalt von etwa 300 Euro. Bis zu 3.000 Euro kann ein Häftling, wenn er genügend Juden ermordet hat, beziehen. Das Durchschnittseinkommen eines Palästinensers liegt etwa bei 470 Euro. Während der Haftzeit finanziert die Behörde auch den Lebensunterhalt der Angehörigen des Gefangenen. Sobald der Judenmörder freikommt kann er mit großzügigen Abfindungen und weiteren Monatsgehältern seiner palästinensischen Regierung rechnen.  Laut Angaben der Autonomiebehörde wurden allein im Jahr 2012 umgerechnet etwa 55 Millionen Euro an die Häftlinge und etwa die gleiche Summe an deren Angehörige überwiesen. Das entspricht etwa 16 Prozent der ausländischen Zuwendungen an die Palästinenser für den Aufbau ihres künftigen Staates. Weitere Summen werden vom Wohlfahrtsministerium und aus anderen Quellen an die Angehörigen von Selbstmordattentätern gezahlt. Mit ihren millionenschweren Hilfsgeldern an die palästinensische Autonomiebehörde finanzieren somit die westlichen Staaten wie Deutschland oder die USA den Terror gegen Israel.

In dem Staat in dem der Judenmord bisher am effektivsten organisiert und durchgeführt wurde, ist in den entsprechenden Massenmedien mit ihren Leserspalten so gut wie keine Solidarität mit den jüdischen Opfern zu erkennen. Im Gegenteil, die Opfer werden wieder einmal zu Tätern gemacht. Die israelische Regierung wird dafür verurteilt die Täter zu suchen. Susanne Kaul unterstellt (wie auch andere Lohnschreiber)  Israels Regierungschef Netanjahu in der TAZ die Entführung für seine Zwecke auszunutzen. Die Tagesschau erzeugte den Anschein, dass es sich nur “mutmaßlich” um eine Entführung handelt und dass die Jungen vielleicht nur “verschwunden” seien. Kein Wort in der Tagesschau über die öffentlich zur Schau gestellte Freude der palästinensischen Bevölkerung über die Entführung. Julia Amalia Heyer behauptet im Spiegel wahrheitswidrig dass „drei junge Sieder“ entführt worden wären und meint zudem: „Seit längerem befindet sich die Bewegung in einer derart unkomfortablen Lage, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie tatsächlich für die Entführung verantwortlich zeichnet, eher gering scheint. Denn damit würden die Islamisten nicht nur die so junge wie fragile Versöhnung mit den “Fatah-Brüdern” gefährden, sondern auch, und zwar massiv, die Bevölkerung im Gazastreifen, die bereits seit Monaten darbt.” Obwohl der Führer der Hamas Ismail Haniyya ständig die Entführung von Juden fordert um wie im Fall Gilad Schalit palästinensische Terroristen freizupressen kann Frau Heyer nicht glauben, dass die Hamas zu diesem Mittel greifen könnte. Nach langen Monaten der Abstinenz von „Israelkritik“ meldete sich der Herausgeber des „israelkritischen Freitags„, der vom Simon Wiesental Center ausgezeichnete Journalist Jakob Augstein in Spiegel Online zu Wort: “ Israels früherer Botschafter in Deutschland Schimon Stein hat darum in einem Zeitungsartikel geschrieben, seit der palästinensischen “Versöhnung” sei es “das Ziel Jerusalems, einen Keil in die palästinensische Regierung zu treiben und sie international zu diskreditieren”. Wie ginge das besser, als durch die Beschuldigung der Hamas, drei israelische Jugendliche entführt zu haben? Aber umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: Es macht für die Hamas in Wahrheit gar keinen Sinn, ausgerechnet jetzt die Regierung zu destabilisieren, in die sie gerade eingetreten ist. Es sind nur die Hardliner auf beiden Seiten – palästinensische und israelische – die vom Verschwinden der drei Jugendlichen profitieren werden. Und der Nahe Osten kommt einem Frieden wieder einmal keinen Schritt näher.” Noch einen Schritt weiter geht eine besorgte Leserbriefschreiberin in der TAZ: „ich frag mal ganz ganz vorsichtig an, wie sich DIG verhalten wird, sollte sich herausstellen, dass die zwei jugendlichen und der eine erwachsene NICHT von palästinensern entführt wurden, sondern – unaussprechlich? – von radikalen siedlern. hält DIG dann mahnwachen für die getöteten, verletzten, verschleppten palästinenserinnen? startet es eine sammlung, um aufgesprengte haustüren und land/wirtschaftliche schäden ersetzen zu helfen?“

Es bleibt festzuhalten: Die Entführung und Ermordung von jüdischen Kindern, weil sie jüdische Kinder sind, geht dem deutschen Mainstream nicht an die Nieren. Es ist die „unangemessene“ Verfolgung von antisemitischen, menschenverachtenden, einen islamistischen Gottesstaat anstrebenden Terroristen, die sie fassungslos macht.  Mahnend meinte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in einer Presseerklärung: „Wir hoffen, dass trotz des unendlichen Schmerzes über den Verlust dieser drei jungen Menschen das Streben nach Frieden das Handeln in den kommenden Tagen bestimmt“. Die Hamas entführt und ermordet drei Jugendliche, die “Palästinenser” feiern das Verbrechen und die Mörder, doch Steinmeiser erhebt seinen Zeigefinger gegen Israel. Parteichef Sigmar Gabriel, der einst Israel auf seiner Facebookseite ein „Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt“ nannte, dürfte mit seinem Parteifreund zufrieden sein.

Als Hans Martin Schleyer von der RAF entführt und anschließend ermordet wurde hörten sich die bundesdeutschen Presserklärungen, die Artikel der Mainstreampresse, sowie die Leserbriefe dergleichen anders an. Ob es daran gelegen haben mag, dass der damalige Arbeitgeberpräsident kein jüdisches Kind, sondern während des 2. Weltkrieges als SS-Untersturmführer in Böhmen und Mähren für die Arisierung der tschechischen Wirtschaft und die Beschaffung von Zwangsarbeitern für das Deutsche Reich zuständig war? Franz Josef Strauß wollte jedenfalls damals mit großen Teilen der deutschen Bevölkerung die Gefangenen der RAF an die Wand stellen und erschießen lassen und Bundeskanzler Helmut Schmidt zeigte kein Interesse über einen Frieden mit der RAF zu verhandeln und wurde weder von seinem Außenminister noch von irgendwelchen Journalisten dazu aufgefordert.

Am 27. Juni 1976 entführten die linksradikalen deutschen Terroristen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann mit zwei palästinensischen Kämpfern, der „Volksfront zur Befreiung Palästinas“, ein Flugzeug der Air France über Athen mit 250 Passagieren an Bord. In Entebbe selektierte Wilfried Böse in bekannter deutscher Tradition 107 Juden von 143 Nicht-Juden. Mit der „Operation Thunderbolt“ befreite Israel damals die entführten Juden, wobei alle Entführer ums Leben kamen. Deutsche „Israelkritiker“ kritisierten damals die israelische Befreiungsaktion als „flagrante Verletzung der Souveränität Ugandas“, vergleichbar wie heute die Suche nach den entführten Jugendlichen und der Versuch der Ergreifung der Terroristen von „ehrbaren Antisemiten“ und vermeintlichen „Friedensfreunden“ kritisiert wird.

Die islamistische Hamas nahm den Mord von radikalen Israelis an dem palästinensischen Jugendlichen Mohammed Abu Chder  zum Anlass Israel mit einem Raketenteppich zu übersähen. Weil die israelische Regierung nun zurückschießt und die Raketenabschussrampen versucht zu zerstören, sind die Antisemiten dieser Welt fassungslos und ihre „Israelkritik“ wird wieder einmal zu Obsession.

Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen “Überlegungen zur Judenfrage”: “Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden.”

 

Erstveröffentlichung in Mission Impossible

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Wolfgang Kraushaar, die Achtundsechziger und der Terror von München

kraushaarDie von der Frankfurter Schule inspirierte westdeutsche Studentenbewegung Ende der sechziger Jahre kritisierte und bekämpfte endlich und also zurecht die herrschenden Verhältnisse in der BRD.  Der Kampf der „Achtundsechziger“ gegen die „Generation der Täter“ des Dritten Reiches, gegen den verbrecherischen mit Napalm und Flächenbombardierungen geführten Krieg der USA in Vietnam, gegen den Muff unter den Talaren, für die Überwindung der bigotten Sexualmoral der fünfziger Jahre ist aller Ehren wert. Heutige Generationen profitieren zweifellos von den positiven gesellschaftlichen Veränderungen die von den  „Achtundsechzigern“ initiiert wurden.

Wo viel Licht ist gibt es auch Schatten. Mit den Schattenseiten der „Achtundsechziger“ beschäftigt sich seit vielen Jahren der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar vom Hamburger Institut für Sozialforschung. Wenngleich Wolfgang Kraushaar in seiner Kritik sicherlich hin und wieder überzog, so lösten seine Bücher meist kontroverse und fruchtbare Diskussionen aus. Sein dreibändiges Werk „Frankfurter Schule und Studentenbewegung“ aus dem Jahre 1998 wurde innerhalb der Linken hart und häufig undifferenziert kritisiert. Im Gegensatz zu vielen anderen konnte Günter Amendt selbstkritisch differenzieren und verteidigte Kraushaar in Konkret 07/98 gegen diverse ignorante Angriffe: „Kraushaars Buch stößt alle, die an den Auseinandersetzungen um Adorno beteiligt waren, noch einmal mit voller Wucht auf die schäbigen und beschämenden Aktionen, die diese Auseinandersetzungen begleiteten. Schäbig und beschämend deshalb, weil wir, mehr als uns bewußt war, an den Verdrängungsmechanismen unserer Eltern teilhatten. Heide Berndt weist in ihrem Beitrag zu Recht darauf hin, daß die studentische Protestgeneration die wirklich radikale Auseinandersetzung mit der Generation der leiblichen Eltern scheute. Wir haben sie geschont, weil wir es nicht ertragen hätten, in ihnen Täter zu sehen. Das hat den Blick auf die Opfer verstellt. Hätten wir verstanden, was es für einen nach Deutschland zurückgekehrten jüdischen Emigranten bedeuten muß, von deutschen Studenten unter Druck gesetzt zu werden, und sei es nur symbolisch, dann hätten wir die politisch wohl unvermeidliche Auseinandersetzung mit Adorno so nicht führen können und so nicht führen dürfen.  Kraushaars Buch ist eine echte Überraschung. Nach all den Rationalisierungen und Selbstverleugnungen, nach den vielen Verzerrungen und Verfälschungen, die das 68er-Revival in den Medien mit sich brachte, ist zuguterletzt doch noch eine Arbeit erschienen, die man getrost »in die Hand des jugendlichen Lesers« legen kann. Wer sich über die Geschichte der Studentenbewegung informieren will, von den Schlachtberichten der Veteranen aber nicht zugetextet werden möchte, hat hier eine Quelle, die ihm oder ihr erlaubt, sich selbst ein Bild zu machen.“

khMit seinem Buch „Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus“ konnte Wolfgang Kraushaar den misslungenen Sprengstoffanschlag auf die Berliner Jüdische Gemeinde am 9. November 1969 aufklären, was der Polizei über 30 Jahre lang nicht gelingen wollte. Albert Fichter von den Tupamaros Westberlin legte im Auftrag von Dieter Kunzelmann die Bombe, die er zuvor von Peter Urbach, einem V-Mann des Verfassungsschutzes bekam.  Das ideologische Rüstzeug für den Anschlag im Jüdischen Gemeindehaus reichte der aus Bayern stammende Kunzelmann in seinem ersten „Brief aus Amman“ nach: „Palestina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist. Die Linken haben das noch nicht begriffen. Warum? Der Judenknax. ‚Wir haben 6 Millionen Juden vergast. Die Juden heißen heute Israelis. Wer den Faschismus bekämpft, ist für Israel.‘ So einfach ist das, und doch stimmt es hinten und vorne nicht. Wenn wir endlich gelernt haben, die faschistische Ideologie „Zionismus“ zu begreifen, werden wir nicht mehr zögern, unseren simplen Philosemitismus Zu ersetzen durch eindeutige Solidarität mit AL FATAH, die im Nahen Osten den Kampf gegen das Dritte Reich von Gestern und Heute und seine Folgen aufgenommen hat.“  Mit dieser Kette von Gleichsetzungen wird eine Tilgung von Schuldgefühlen vollzogen und zugleich eine neue Haltung in Position gebracht, die rückhaltlose Identifikation mit den Palästinensern um gleichzeitig einen Schlussstrich unter eine als Philosemitismus denunzierte Einstellung zu ziehen. Dieter Kunzelmann reiste mit seinen Berliner Tupamaros 1969 in die jordanischen Ausbildungslager der Fatah und forderte in seinem zweiten „Brief aus Amman“, wieder abgedruckt in der Agit 883 „die verzweifelten Todeskommandos“ der Palästinenser durch „besser organisierte zielgerichtete Kommandos zu ersetzen, die von uns selbst durchgeführt werden“. Die vermeintliche Tatenlosigkeit deutscher Linker führte Kunzelmann auf ihren „Judenknax“ zurück: „Dass die Politmasken vom Palestina-Komitee die Bombenchance nicht genutzt haben, um eine Kampagne zu starten, zeigt nur ihr rein theoretisches Verhältnis zu politischer Arbeit und die Vorherrschaft des Judenkomplexes bei allen Fragestellungen.“ Aus dem zweiten „Brief aus Amman“ stammt auch das titelgebende Zitat für Kraushaars neues Buch. In dem neuen Buch„Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel? – München 1970: Über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus“, das im Februar 2013 erschienen ist, beschäftigt sich Kraushaar mit dem antisemitischen Terror der deutschen Linken und den Terrorgruppen der PLO von 1970 bis 1972 in München und Umgebung. Nachfolgend der Versuch fragmentarisch die knapp 900 Seiten zusammenzufassen:

Bereits im September 1967 verabschiedete die wichtigste Organisation links von der SPD, der SDS einen strikt antizionistischen Kurs. 1969 sprengte der SDS mit palästinensischen Studenten mehrere  Vortragsveranstaltungen des israelischen Botschafters Asher Ben-Natan. Theodor W. Adorno schreibt am 19. Juni 1969 in einem Brief an seinen in San Diego lebenden Kollegen Herbert Marcuse: „Nachdem man in Frankfurt den israelischen Botschafter niedergebrüllt hat, hilft die Versicherung, das sei nicht aus Antisemitismus geschehen, und das Aufgebot irgendeines israelischen APO-Mannes nicht das mindeste […] Du müsstest nur einmal in die manisch erstarrten Augen derer sehen, die, womöglich unter Berufung auf uns selbst, ihre Wut gegen uns kehren.“

Während mehrere SDS-Gruppen 1969 von Frankfurt nach Amman fliegen um sich von der Fatah militärisch ausbilden zu lassen, kritisiert Jean Améry in der „Zeit“ die innerhalb der Neuen Linken stärker werdende antiisraelische, antisemitische Haltung. Kurz darauf wurden in Westberlin jüdische Gedenkstätten geschändet. Zu lesen sind die Worte „Schalom“, „El Fatah“ und „Napalm“. Die Buchstaben sind mit schwarzer und grüner Farbe angemalt worden, den Nationalfarben Palästinas. Nach dem Anschlag der Tupamaros West-Berlin auf das Jüdische Gemeindehaus am 9. November 1969 erhält der Vorsitzende, Heinz Galinski eine auf Band aufgenommene Drohung, nach 15 Sekunden dauernden Ticken ertönt eine Frauenstimme: „Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus hat gezündet. Berlin dreht durch, die Linke stutzt … Springer, Senat und die Galinskis wollen uns ihren Judenknacks verkaufen. .. Bei uns ist Palästina, wir sind Fedajin. Heute Nachmittag kämpfen wir für die revolutionäre palästinensische Befreiungsfront Al-Fatah! Schlagt zu!“

München war im Februar 1970 mit 55 Toten Schauplatz und Ausgangspunkt der opferreichsten Terrorwelle die es nach dem Zweiten Weltkrieg in Mitteleuropa gegeben hat. Innerhalb von nur elf Tagen ereigneten sich in München mit zwei versuchten Flugzeugentführungen, zwei Bombenanschlägen auf Flugzeuge und einem Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim fünf verschiedene Terroraktionen, die allesamt antisemitisch motiviert waren.

Am 10. Februar 1970 versuchten AOLP-Kommandos der PLO in München Riem eine EL-Al-Maschine zu entführen. Kurz vor 13 Uhr entsteht ein Handgemenge, Handgranaten fliegen, Schüsse fallen. Nachdem Palästinenser eine Handgranate in eine Menge von Passagieren werfen, wirft sich der Israeli Arie Katzenstein auf die Handgranate um seinen Vater und die um ihn stehenden Menschen vor dem sicheren Tod zu bewahren und kommt dabei ums Leben. Elf weitere Passagiere und die aus Deutschland stammende israelische Schauspielerin Hanna Maron werden schwer verletzt. Um Hanna Maron das Leben zu retten müssen Ärzte in München ihr Bein amputieren. Die Terroristen werden noch am Tatort festgenommen. In einem Schreiben an die bundesdeutsche Botschaft in Amman teilt die AOLP mit, dass es sich bei dem Angriff auf die israelische Maschine am Vorlag in München-Riem um eine „legitime Kriegshandlung“ gehandelt habe. Die bundesdeutschen Behörden werden aufgefordert, den Mitgliedern des dreiköpfigen Kommandos den Kriegsgefangenenstatus zu gewähren und sie medizinisch gut zu behandeln. Der Anführer der AOLP, Issam Sartawi, erklärt in Amman die Aktion befinde sich in Einklang mit den internationalen Regeln der Kriegführung. Die israelische Fluggesellschaft sei eine „halbmilitärische Einrichtung“. Die deutschen Behörden stellten die palästinensischen Terroristen gro­tes­ker­wei­se nicht vor ein Gericht, sondern schieben die Mörder wenige Wochen später in ein ölreiches arabisches Land ab, wo sie für ihre „Heldentat“ freundlich empfangen werden.

Am 13. Februar 1970 gegen 20.45 Uhr bricht aufgrund einer Brandstiftung im Gemeindehaus der Israelitischen Kultusgemeinde München ein Feuer in der Reichenbachstraße 27 aus. Bei dem Brandanschlag werden sieben Bewohner im Alter zwischen 59 und 71 Jahren, die meisten von ihnen Holocaust-Überlebende, getötet und neun verletzt. Der Anfangsverdacht richtete sich gegen Palästinenser, Rechtsextreme oder die Tupamaros München. Wolfgang Kraushaar hat viele Indizien zusammengetragen, die für eine Täterschaft der Tupamaros oder zumindest aus ihrem Umfeld sprechen. Es spricht heute laut Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch sehr viel dafür, dass die “Tupamaros München” den Anschlag verübten. Ein 18-jähriger Lehrling soll den Brand gelegt haben und die sich zum Tatzeitpunkt in München aufgehaltenen Fritz Teufel und Dieter Kunzelmann waren möglicherweise beteiligt. Am 3. April 1970 wendet sich Dieter Kunzelmann in der Agit 883 in einem „Brief aus Amman“ an die radikale Linke: „Wann endlich beginnt bei Euch der organisierte Kampf gegen die heilige Kuh Israel? Wann entlasten wir das palästinensische kämpfende Volk durch praktischen Internationalismus?“ Der ehemalige RAF-Mann und spätere Kronzeuge der Staatsanwaltschaft  Gerhard Müller sagte 1976 den deutschen Behörden, er habe ein Gespräch über den Brandanschlag auf das jüdische Altenheim in München zwischen Gudrun Ensslin und Irmgard Möller, die zu den Münchner Tupamaros gehörte und Lebensgefährtin Fritz Teufels war, mitgehört.  Zu Möller soll Ensslin gesagt haben: „Diese Arschlöcher! Gut, dass diese Sache den Neo-Nazis untergeschoben wurde.“ Wolfgang Kraushaar weiß wie umstritten der Kronzeuge Müller war, aber er stellt die Frage: „Doch welchen Grund hätte Müller haben können, den Brandanschlag auf das israelitische Gemeindehaus in der Reichenbachstraße zu erwähnen? Welchen Vorteil hätte ihm das verschaffen sollen? Die in Stammheim angeklagte Ensslin kommt dabei ja eher positiv weg. Immerhin regt sie sich über den Mordanschlag noch auf, wenn auch vielleicht nur aus taktischen Gründen.“ Bis heute ist der Brandanschlag nicht aufgeklärt und so wurden die Täter nie zur Rechenschaft gezogen.

Am 17. Februar 1970 versucht ein weiteres AOLP-Kommando am Flughafen München-Riem ein israelisches Flugzeug zu entführen. Im Transitraum fallen die palästinensischen Terroristen wegen ihrer ausgebeulten Manteltaschen dem Flugkapitän auf. Die drei Männer, die neben geladenen Schusswaffen Handgranaten mit sich führen, werden daraufhin verhaftet. Auch diese palästinensischen „Freiheitskämpfer“ wurden von der Bundesregierung ohne eine Gerichtsverhandlung in ein ölreiches arabisches Land kurze Zeit später abgeschoben.

Am 21. Februar verüben in Deutschland lebende palästinensische Attentäter einen Paketbombenanschlag auf ein österreichisches Flugzeug, dass in Frankfurt am Main um 10.39 Uhr startete. Die Bombe explodiert noch im Steigflug, so dass es dem Piloten der Maschine gelingt umzukehren und am Flughafen Frankfurt ohne Verletzte notzulanden. Die nachfolgenden Ermittlungen ergaben, dass die Bombe eigentlich einer EL-Al Maschine gegolten habe die sich von Frankfurt in Richtung Tel Aviv bewegte.

Um 13.14 startete ein Flugzeug der Swissair vom Zürich in Richtung Tel Aviv. Nach sieben Minuten kommt es zu einer Explosion im Frachtraum. Das Flugzeug stürzt im Kanton Aargau, wenige hundert Meter vom schweizerischen Atomreaktor Würlingen ab. Alle neun Besatzungsmitglieder und alle 39 Passagiere kommen dabei ums Leben, darunter viele Holocaustüberlebende und der ZDF Reporter Rudolf-Walter Crisolli. Bereits am Abend übernimmt die Volksfront für die Befreiung Palästinas die Verantwortung für beide Anschläge. Die Paketbombe wurde in München Riem aufgegeben und per Flugzeug nach Zürich befördert. Der für die Explosion erforderliche Höhenmesser wurde von drei in Deutschland lebenden Palästinensern in Frankfurt gekauft. Die drei palästinensischen Täter wurden von deutschen Behörden nicht verfolgt und alle Angebote einer Mitarbeit der israelischen Regierung wurden ignoriert. Am Abend des 21. Februars folgen 250 Gegner, darunter viele Linke der israelischen Politik einem Aufruf des Palästina-Komitees und demonstrieren in München gegen einen bevorstehenden Besuch des israelischen Außenministers  Abba Eban.

teufelBedenken gegen die Austragung Olympischer Spiele sind 1972 in der Bundesrepublik aus zeithistorischen und gesellschaftskritischen Gründen,  in Teilen durchaus nachvollziehbar, insbesondere von der radikalen Linken vorgebracht worden.  Die Kritik der Kommerzialisierung  des Leistungssports, welche die Massenmedien als harmoniestiftendes Gemeinschaftserlebnis präsentierten mündete bereits im Herbst 1968 in Gründung eines Komitees zur Verhinderung der Olympischen Spiele in München. Ein Massaker an unbewaffneten und gewaltfrei demonstrieren Studenten in Mexiko, wo die nächste Olympiade stattfinden sollte war der Auslöser für das Engagement. Die unbestrittene Ikone der antiolympischen Bewegung war Fritz Teufel, der auf einem Plakat in zehntausendfacher Auflage auf einem Siegertreppchen, auf dem in Frakturschrift „München 1972“ zu lesen war posierte, womit er offenbar an das „Dritte Reich“ und die Olympiade 1936 erinnern wollte. So war es nicht verwunderlich, dass die Tupamaros um Fritz Teufel und Georg von Rauch Überlegungen zur „Sprengung“ der Olympischen Spiele in München anstellten. Wolfgang Kraushaar hält es für denkbar, dass Kunzelmann von den Tupamaros Westberlin während seiner Besuche bei Arafat und der PLO den Palästinensern den Anstoß vermittelte sich mit dem Thema Großthema Olympiade 1972 näher zu befassen. In einem 36 Seiten umfassenden Text hatte Georg von Rauch detaillierte Überlegungen zur Sprengung der Olympiade festgelegt. Die ersten Angriffe sollten bereits während der Eröffnung erfolgen: „Bei der Fahnenhissung fallen die ersten Schüsse. Wenn die Polizei schießt, schießen wir zurück. Wir haben alle Waffen.“ Danach wollte von Rauch das Olympische Dorf stürmen: „Nach dem Sturm auf das Olympische Dorf herrscht Chaos in der Stadt. Überall werden neue Kommunen gebildet.“ Die in deutschen Häfen liegenden US-Schiffe sollten in die Luft gesprengt werden. Das bayerische Landeskriminalamt hatte diese Schriften bereits am 1. März 1972 vorliegen, daraus und aus den Ereignissen vom Februar 1970 in München zog der Staat aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht die notwendigen Schlüsse.

Trotz der antisemitischen Terrorakte von 1970 wurde das Olympische Dorf in keiner Weise gegen Angriffe von Terroristen gesichert, weshalb ein Terrorkommando der Palästinenser ungehindert eindringen konnte. So ermordeten auf deutschem Boden, im September 1972  während der Olympischen Sommerspiele in München palästinensische Terroristen des „Schwarzer Septembers“ elf Sportler der israelischen Mannschaft vor und während der Geiselnahme. Israel wollte die Sportler mit einer Militäraktion befreien und bot eine geschulte Spezialeinheit für die Befreiung der Geiseln an. Das israelische Angebot wurde von Willy Brand und Hans-Dietrich Genscher kategorisch zurückgewiesen. In einer äußerst dilettantisch angelegten „Befreiungsaktion“ versuchte Polizeipräsident Schreiber mit Streifenpolizisten und fünf Scharfschützen die acht palästinensischen Terroristen auf dem Flughafen in Fürstenfeldbruck zu überwältigen. Die jüdischen Sportler befanden sich gefesselt in zwei Hubschraubern. In einen der Hubschrauber warfen die Palästinenser eine Handgranate, die Israelis im anderen Hubschrauber wurden durch Maschinengewehrsalven ermordet. Die drei überlebenden palästinensischen Mörder und Geiselnehmer wurden in Deutschland vor kein Gericht gestellt. Die Mörder wurden wenige Wochen nach der Geiselnahme  von der Deutschen Regierung, ohne Israel darüber zu informieren, gegen Passagiere und Besatzung der entführten Lufthansa-Maschine „Kiel“ ausgetauscht. Die Leichen der fünf im Feuergefecht von Fürstenfeldbruck getöteten Geiselnehmer wurden nach Libyen überführt, wo sie eine Heldenbestattung mit großen militärischen Ehren erhielten. Ulrike Meinhof 1972 schieb in ihrer Zelle: “Die Aktion des Schwarzen September war antiimperialistisch, antifaschistisch und internationalistisch.[..] Sie hat einen Mut und eine Kraft dokumentiert, die immer nur das Volk hat [..] …gegen dem seinen Wesen und seiner Tendenz nach durch und durch faschistischen Imperialismus- in welcher Charaktermaske auch immer er sich selbst am besten repräsentiert findet: Nixon, Brandt, Moshe Dayan oder Genscher, Golda Meir oder Mc Gouvern. [..]Der Tod der arabischen Genossen wiegt schwerer als der Tai-Berg. Solidarität mit dem Befreiungskampf des Palästinensischen Volkes.“

Wolfgang Kraushaar hat im Jahre 2005 innerhalb seiner Recherchen zu „Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus“ aufgeklärt wer die Bombe 1969 legte, wer der Auftraggeber war und dass die Bombe vom deutschen Verfassungsschutz stammte. Dass dies dem deutschen Staat in dreißig Jahren nicht gelang verwundert nicht, denn das Interesse an Aufklärung war wohl wegen der peinlichen staatlichen Verstrickungen eher gering.  Die Terroranschläge von München 1970 sind eigenartigerweise aus dem Bewusstsein der Deutschen und der Medien verschwunden. Obwohl die meisten Älteren das spektakuläre Geschehen seinerzeit in den Zeitungen verfolgt haben dürften, erinnern sich heute kaum welche daran und den Jüngeren hat niemand etwas davon erzählt, kein Journalist und auch kein Lehrer. Die Mörder von München 70 und München 72 wurden kaum oder nicht verfolgt, die gefassten Mörder und Terroristen wurden ohne Gerichtsverhandlung abgeschoben und in ihren arabischen Heimatländern für ihre Mordtaten gefeiert. Die Tabuisierung, die Verdrängung und die Weigerung sich mit den Geschehnissen von München und der (eigenen) Vergangenheit auseinanderzusetzen  belegt die unheimliche Allianz von palästinensischen Terroristen, deutschen Linken und dem deutschen Staat. Die von deutschen Linken und völkisch-arabischen Nationalisten begangenen oder gepriesenen, sowie heute in linken Kreisen tabuisierten oder gerechtfertigten,  antisemitischen Terrorakte belegen zudem die ideologische Verwahrlosung dieser Kreise.

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Wolfgang Kraushaar  Die Bombe im Jüdischen Gemeindehaus – Hamburger Edition – 300 Seiten – Juli 2005

Wolfgang Kraushaar   „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“-  München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus – Rowohlt – 880 Seiten – Februar 2013

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Update 21.3.13: Wolfgang Kraushaar hat diesen Artikel auch auf seiner Homepage veröfentlicht: http://wolfgang-kraushaar.com/debatte-2-breitenberger

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Die Brezen der Bäckerei Hilger

Am Viadukt

Am Viadukt

Kurz vor dem Taubenmarkt, am Ende der Schaumburger Straße befand sich die Bäckerei Hilger, die für ihre Brezen weit und breit berühmt war. Diese Brezen waren nicht knusprig, sondern eher weich und sie sahen nicht sonderlich appetitlich aus, aber der Geschmack war einzigartig. Mitte der 1970er Jahre war ich ein Dauerkunde dieser Bäckerei. Nach der Schule holte ich mir bei den alten Hilgerschwerstern zwei oder drei Brezen und oft erzählten mir die beiden Geschichten aus Thomas Bernhards Kindheit. Gleich gegenüber der Bäckerei Hilger befindet sich das Poschingerhaus in dem der Schriftsteller von 1937 bis 1946 seine Kindheit verbracht hatte. Wenige Meter vom Poschingerhaus ist die Traunsteiner Stadtkirche entfernt, die Thomas Bernhard in seiner Autobiographie „Ein Kind“ mit verewigt hat. Die Hilgerschwestern erzählten mir von Johannes Freumbichler, dem Großvater Thomas Bernhards, den der junge Thomas täglich am Rande der Stadt in Ettendorf besuchte. Von Ettendorf aus hatte man einen weiten Blick auf die bayerischen Voralpenberge, auf den Hochfelln, auf den Hochgern und auf die Kampenwand und unterhalb der Berge liegt der Chiemsee. Traun­stein liegt auf einem Moränenhügel, aber Ettendorf liegt noch viel höher, sozusagen vom Berg der Weisheit blickt man auf die Niederungen des Kleinbürgertums hinunter, in welchem, wie der Großvater von Thomas Bernhard zu sagen nicht müde wurde, der Katholizis­mus sein stumpfsinniges Zepter schwang.  Was unterhalb Etten­dorf lag war laut  Johannes Freumbichler nur die Verachtung wert. Der kleine Geschäfts­geist, der Kleingeist überhaupt, die Gemeinheit und die Dumm­heit. Blöd wie die Schafe scharen sich die Kleinkrämer um die Kirche und blöken sich tagaus, tagein zu Tode. Nichts sei ekeler­regender als die Kleinstadt, und genau die Sorte wie Traunstein sei die abscheulichste. Ein paar Schritte in diese Stadt hinein, und man sei schon beschmutzt, ein paar Worte mit einem ihrer Einwohner gesprochen, und man müsse erbrechen. Scheinbar versöhnlich haben die Traunsteiner nach ihrem „ungeliebten Sohn der Stadt“ einen Weg benannt, die „Thomas Bernhard Stiege“.

Eines Tages kam der achtjährige Thomas auf die Idee seine Tante Fanny im dreißig Kilometer entfernten Salzburg mit dem Steyr-Waffenrad seines Vormundes zu besuchen. Obwohl er noch zu klein war auf dem Sattel zu sitzen wagte er das Unternehmen. Über Surberg, Straß, Teisendorf und Freilassing wollte er nach Salzburg. Nach Teisendorf, das für seine Brauerei berühmt ist, genauer gesagt auf der Höhe von Straß riss die Kette des Steyr-Waffenrades und Thomas Bernhard wurde in eine Wiese katapultiert, konnte aber unverletzt, nun aber zu Fuß und mit Angst vor den mütterlichen Schlägen den Heimweg antreten, erst jetzt kam ihm der Gedanke, dass er von Tante Fanny weder Adresse noch Nachnamen kannte und sie deshalb auch niemals in Salzburg finden konnte.

Mit dem reparierten  Steyr-Waffenrad lieferte Thomas Bernhard später für die Bäckerei Hilger die Brezen meist noch vor der Schule in der ganzen Stadt aus, um sich sein Taschengeld aufzubessern. An einem Nachmittag, so die Hilgerschwestern, bekam er den Auftrag den Ratzingers in Ettendorf zehn Brezen und fünf „Linzer Schnitten“ zu liefern. Ein paar Meter vom Anwesen Johannes Freumbichlers entfernt, lebte seit 1937 die Familie Ratzinger mit ihrem Sohn Josef, der heute besser unter dem Namen Papst Benedikt bekannt ist. Über die Hallerstiege, die sogenannte Schnitzelbaumerstiege,  die Gasstraße und Wernleiten war Thomas Bernhard kurz vor seinem präpäpstlichen Ziel, da fielen ihm drei Brezen aus dem Brotbeutel mitten in eine Drecklache, in der zudem sieben Frösche badeten. Thomas Bernhard überlegte kurz, rieb die Brezen ab und dachte sich bei den Ratzingers macht das nichts und lieferte die beschädigten, beziehungsweise durchtränkten Brezen vorschriftsmäßig aus, wie mir die Hilgerschwestern berichteten.

Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt besuchte zu der Zeit in Traunstein das Gymnasium, der Einser-Schüler überragte vor allem im Fach Latein alle seine Mitschüler. Nach seinem Theologiestudium feierte Joseph Ratzinger 1951 seine Primiz in der Traunsteiner Stadtpfarrkirche, die er und der spätere radikale Kirchenkritiker Thomas Bernhard 1937 erstmals gemeinsam betraten. Dasselbe Gymnasium besuchte gut zwanzig Jahre später Paul Breitner, der weitschichtig mit Papst Benedikt verwandt ist,  aus dem dreißig Kilometer entfernten Freilassing. Der spätere Spieler des FC Bayern München war ein Fußballrebell und Querdenker, der sich mit der kommunistischen „Peking-Rundschau“ vor einem Mao-Poster ablichten ließ und es als seinen größten Wunsch bezeichnete, dass die Amerikaner den Krieg in Vietnam verlieren. Breitner kreierte die neue Position des Offensiv-Verteidigers. Mit seinen Vorstößen  von der Verteidigerposition in Richtung gegnerisches Tor machte der konditionsstarke Freilassinger viele Tore.  Die Grundlagen für seine ausgezeichnete physische Verfassung legte sich der Gymnasiast in dem er (trotz Bahnticket) die dreißig Kilometer oft von Freilassing über Teisendorf, Straß und Surberg vorbei an der liegengebliebenen Fahrradkette des Seyr-Waffenrades von Thomas Bernhard nach Traunstein in die Schule lief. Damals spielte Paul noch in der Jugendmannschaft des ESV Freilassing,  der berühmten „Breitner-Jugend“, die Breitners Vater trainierte, in die später auch Bernd Dürnberger vom Nachbarverein Kirchanschöring  stieß.

Mit Paul Breitner und dem jetzigen Papst Benedikt drückte ich, wenn auch zeitversetzt, dieselbe Schulbank. Nicht nur Paul Breitner und Papst Benedikt gingen in dieselbe Oberschule, auch Andreas Baader besuchte dieses Traunsteiner Gymnasium, wenn auch nur sehr kurz. Anneliese Baader, von ihren Freunden Nina genannt, lebte wenige Kilometer von Traunstein entfernt in der kleinen Marktgemeinde Grassau, sie versuchte vergeblich ihren rebellischen Sohn zum Abitur zu drängen. Er flog meist wegen ungebührlichem Verhalten aus allen möglichen Schulen. Im Sommer 1975, die Bayern hatten gerade mit Bernd (Wipf) Dürnberger zum zweiten Male den Europacup der Landesmeister im Endspiel  in Paris gegen Leeds United  mit 2:0 gewonnen, war wieder einmal Klaus Croissant zu Besuch in Grassau. Mit Anneliese Baader sollte der Verlauf des Prozesses gegen ihren Sohn besprochen werden. Mit dabei hatte er Suse, die Tochter von Andreas Baader. Wenn Klaus Croissant mit seinem großen schwarzen Citroen DS  in dem kleinen oberbayerischen Dorf auftauchte sorgte er stets für großes Aufsehen. Andreas Baader saß zu der Zeit in Stammheim im Hochsicherheitstrakt und hatte oftmals Sonderwünsche, die er durch seinen Anwalt übermitteln ließ. Anneliese Baader, Klaus Croissant und Tochter Suse sollten in Traunstein für Baader ein bestimmtes Transistorradio besorgen. Unten in der Au, schräg gegenüber dem ehemaligen Wohnhaus von Ludwig Thoma, im Elektronikfachgeschäft Wandler wurde das seltene, begehrte Modell gefunden. Bevor sie sich wieder in das Einfamilienhaus von Baaders Mutter nach Grassau begaben, besuchte das Trio noch die Bäckerei Hilger um sich für das Abendessen mit Brotwaren einzudecken.

Es war ungefähr vierzehn Uhr und es herrschte eine Bullenhitze, als ich im Hilgerladen stand, mir meine obligatorischen zwei Brezen kaufte und gerade gehen wollte, da fuhr Klaus Croissant mit Baaders Mutter und Tochter Suse in seinem schwarzen Schlitten durch die Schaumburger Straße und blieb zwischen der Bäckerei Hilger und dem Poschinger-Haus stehen. Die Schaumburger Straße ist so eng, dass kaum ein Fußgänger  an dem Wagen vorbeigehen konnte. Mit offenem Mund dachte ich: „Oha, das ist doch Baaders Anwalt, der Klaus Croissant. Kauft der sich jetzt hier vielleicht ein paar knusprige Croissant?“ Doch es kam anders: Klaus Croissant betrat den Laden, während Anneliese Baader mit ihrer Enkeltochter im Citroen blieb. Freundlich wurde Baaders Anwalt von einer der Hilgerschwestern gefragt: „Was darf es denn sein? Die frischen Brezen kommen jeden Moment herein“.

Darauf kam es zu einer  bizarren Begebenheit die mich erstarren lies, mit der, soweit ich mich erinnern kann,  sinngemäßen Antwort des Anwaltes:  „Es fehlt jede rationale und nachvollziehbare Darlegung, wodurch sich diese von sachlich falschen, aber vom Grundrecht der Meinungsfreiheit noch gedeckten Behauptungen und Meinungen unterscheiden sollen, diese Brezen seien frisch. Ausschlaggebend für die Zurückweisung ist jedoch die darin zum Ausdruck kommende Instrumentalisierung von Dichotomien als Mittel der Konfliktförderung zu eigenen Zwecken: Unter Umgehung der Notwendigkeit, frische Brezen definieren zu müssen, um dann die zitierten Äußerungen einer Überprüfung zu entziehen, sie sofort den als politischen Gegner Identifizierten mit dem Epitheton der Unmenschlichkeit bezeichnen zu können.“

Nachdem mich kopfschüttelnd, daneben hilfesuchend die alte Frau Hilger ansah und mich fragte was der „Kaschperl“ denn von ihr eigentlich wolle, sagte ich: „Die visionären Herren dieser Art blendet oft zu vieles Licht, sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht. Vermutlich will dieser Herr nur zehn Brezen haben und es fällt ihm schwer sich mitzuteilen.“

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