Die Gotteskrieger, ihr Terror und das deutsche Einverständnis

“Wer den Antisemitismus in seiner primitiven und elementaren Form nicht anprangert, und zwar gerade deshalb nicht, weil er primitiv und elementar ist, der muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht dadurch den Antisemiten in aller Welt ein Zeichen heimlichen Einverständnisses gibt“  Léon Poliakov.

iranWegen seiner faschistischen Struktur und Ideologie gehört das  iranische Regime zu den verbrecherischsten Regierungen unserer Zeit. Der Schwulen- und Frauenhass, die Diskriminierung und die Verfolgung der Opposition, der religiösen und nationalen Minderheiten durch Folter und Mord sind Beleg für den Terror gegen die eigene  Bevölkerung. Wegen seiner Unterstützung des djihadistischen Terrors und seiner kompromisslosen Israelfeindschaft ist der Iran das größte Hindernis für einen Frieden im Nahen Osten.

Nach dem Sturz des Schah-Regimes 1979 übernahm Ayatollah Khomeini die Führung des iranischen Staates und gründete die Herrschaft des Klerus im Iran. Mit Terror und Massenhinrichtungen gegen Oppositionelle, darunter viele Kommunisten  gründeten die Gotteskrieger im Iran ihre Macht. Khomeinis Visionen gingen weit über die nationalen Grenzen des Iran hinaus. In seiner Fatwa zum Al-Quds-Tag am 8. August 1979 warnte Khomeini die Welt vor der Gefahr, die von Israel ausgehe, er forderte die Muslime der Welt und alle muslimischen Regierungen auf Israelis und ihren Unterstützern „die Hände abzuhacken“.

Das Hauptziel der vom Iran gesteuerten islamistischen Revolutionsexportideologie ist nach wie vor die Eroberung Jerusalems. Der Gottesstaat brauchte eine neue Staatsideologie, die sowohl nationalistisch als auch islamisch war. So wurde die terroristische Hisbollah, die „Partei Gottes“ gegründet.

Kurz nach den Wirren der islamischen Revolution befahlen die iranischen Machthaber für den Krieg gegen den Irak hunderttausende Kinder ab zwölf Jahren, auch gegen den Willen ihrer Eltern, auf die Minenfelder an der irakischen Grenze. Vor jedem Einsatz wurden den Kindermärtyrern ein Plastikschlüssel um den Hals gehängt, der ihnen, so das Versprechen, die Pforte zum Paradies öffnen werde.

Der Iran verurteilt seit über dreißig Jahren Frauen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr zur Steinigung. Das iranische Strafgesetzbuch regelt die Größe der Steine und die Reihenfolge der Werfer. Homosexuelle werden im Iran zum Tod durch den Stang am Baukran gerichtet. Durch staatliche Gesetze im Iran werden Frauen wegen Vergehen gegen die Kleiderordnung mit mittelalterlichen Strafen gejagt. Die iranische Schauspielerin Marzieh Vafamehr wurde 2011 zu 90 Peitschenhieben und einem Jahr Gefängnis verurteilt, weil sie in einem Film mit einer Glatze auftrat um nicht den Hijab tragen zu müssen. Nach der Gesetzgebung der Scharia werden im Iran Dieben, je nach Höhe des entwendeten Wertes zwei Finger oder die ganze Hand abgehackt. Jedes marxistische Denken wird im Iran wie die Minderheit der Bahai mit gnadenloser Unterdrückung, Folter und Mord verfolgt.

In der Holocaustleugnungs-Konferenz 2006 im Iran traf sich die Crème de la Crème der Antizionisten, Rechtsextremisten und Islamisten von Robert Faurisson über David Duke (Ku-Klux-Klan) bis zu den NPD-Funktionären Carsten Bormann, Benedikt Frings und Markus Haverkamp. Die iranische Führung leugnet den Holocaust wie die Führer von Fatah und Hamas. Neben der Leugnung des Holocausts wird in so gut wie allen Medien des arabischen Raumes Antisemitismus in seiner primitiven und elementaren Form praktiziert. So wird in den Diskussionspapieren der arabischen Führer nicht darüber geredet ob Allah die Juden zu Affen und Schweinen macht, dass steht für die Antisemiten fest. Sie diskutieren ernsthaft darüber, wie lange diese Affen und Schweine noch als Zwitterwesen leben können.

Zu dem Terror gegen die eigene Bevölkerung  kommt die kompromisslose Israelfeindschaft der Mullah-Diktatur. Die hundertfach angekündigte Endlösung des Irans gegen den Judenstaat sowie die Unterstützung des verlängerten Armes der iranischen Regierung, den Terrorbanden der Hisbollah sind Zeugnisse  faschistischer Ideologie . Bei einer Anschlagserie der Hisbollah im Sommer 2012 kamen in Bulgarien sieben israelische Touristen ums Leben und Dutzende wurden verletzt.

Der Iran arbeitet fieberhaft an seinem Atomwaffenprogramm. Mit einer Atombombe könnte der Iran sein wichtigstes und oftmals angekündigtes Ziel, die Auslöschung Israels zur Realität werden lassen.

Das iranische Regime unterscheidet  sich von anderen muslimischen Ländern durch seine Märtyrerideologie und den Mythos vom Zwölften Imam. Der  Zwölften Imam ist laut Mullah-Herrschaft ein direkter Nachkömmling des Propheten Mohammed, der im Jahre 874 als Kind verschwand und  dem Mythos zufolge als Mahdi und Messias zurückkehren wird, um die Welt zu befreien. Ahmadinejad und andere iranische Führer behaupten, das Rezept zu kennen, um jene Wiederkehr zu beschleunigen.  Durch die Bewaffnung von Hisbollah und Hamas sowie durch das eigene Atomprogramm soll Israels „Zusammenbruch“  beschleunigt werden. Je furchtbarer der Krieg gegen Israel, so die Mullahs, desto wahrscheinlicher die ersehnte Erscheinung des Zwölften Imam. „Man muss die Juden bekämpfen und sie besiegen“ empfahl 2005 der iranische Ayatollah Nouri-Hamedani, „um so die Voraussetzungen für die Ankunft der verborgenen Imam zu erfüllen.“

Aus wirtschaftlichen Interessen und hundertjähriger Verbundenheit verharmlosen deutsche Regierungen die Menschenverachtung im Iran und unterlaufen vielmals die Sanktionsbestrebungen der übrigen westlichen Länder. Zur 49. Münchener Sicherheitskonferenz im Januar dieses Jahres  wurde der iranische Außenminister, Ali Akbar Salehi eingeladen. Statt Druck auszuüben wurde der Massenmörder in der Konferenz  kaum mit seinen Verbrechen konfrontiert, während im Iran eine neue Hinrichtungswelle und öffentliche Folter stattfinden, während der Iran an der Atombombe baut  wurde Normalität signalisiert. Bezeichnend für die Situation ist eine Szene als die dauerbetroffene Politikerin der Grünen, Claudia Roth am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz lachend auf den Berliner Botschafter der Islamischen Republik Ali Reza Sheikh Attar zugeht und ihn mit „High five“ abklatscht. Der Botschafter war von 1980 bis 1985 für hunderte Todesurteile gegen kurdische Oppositionelle verantwortlich.

Das große Rätsel unserer Zeit ist die Weigerung der westlichen Eliten  den radikalen und massenhaften Antisemitismus in der muslimischen Welt, besonders im Iran wahrzunehmen, geschweige denn ihn zu begreifen oder zu bekämpfen. Für Günter Grass, Jakob Augstein und mit ihnen rund 65 Prozent der deutschen Bevölkerung ist nicht der Iran sondern Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden. In den deutschen Medien wird der demokratische Staat Israel massiv kritisiert, in vielen wie beispielshalber Augsteins „Freitag“ sogar gnadenlos delegitimiert und dämonisiert dabei gleichzeitig das islamistische Regime des Irans gerechtfertigt oder die iranischen Verbrechen verschwiegen. Es verwundert deshalb nicht, dass eines der wichtigsten Propagandaorgane des iranischen Regimes, die Zeitung Kayhan Jakob Augsteins Wochenzeitung ausdrücklich für seine iranfreundlichen Artikel lobte. In der Ausgabe vom 14. Februar stellt Achmadinejads Propagandaorgan triumphierend fest: „Eine deutsche Zeitschrift schrieb in einem Bericht, dass die Iraner recht haben, dem lügnerischen Vorschlag Amerikas für einen Dialog nicht zu glauben.“ Irans „revolutionäre Ideologie“ soll in den gesamten Nahen Osten exportiert werden, die Fahne Allahs über ganz Palästina wehen. In Tel Aviv und in Jerusalem soll nach dem Willen des iranischen Regimes die Scharia gelten, Miniröcke, Gay-Paraden, ein freies Leben und freie Meinungsäußerung der Vergangenheit angehören und die verbliebenen Juden als „Dhimmis“ vegetieren. Freilich gibt es immer mehr Autoren die gegen diese Ignoranz anschreiben.

Der Judenhass unter Muslimen kann hauptsächlich von fortschrittlichen und säkularen Muslimen zurückgedrängt werden. Der Westen und/oder die Humanisten dieser Welt sollten sie dabei unterstützen. Der Antisemitismus in Deutschland kann hauptsächlich von Deutschen zurückgedrängt werden. Verharmlosen oder schweigen heißt mitmachen, wie die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten kann diese Haltung in eine Katastrophe führen. Der Antisemitismus innerhalb der Linken kann hauptsächlich von Linken zurückgedrängt werden. Linke und Juden waren die ersten Opfer der Nationalsozialisten. Das erkennen, benennen, verstehen und anprangern von Antisemitismus ist Voraussetzung für Lösungsansätze. Antisemitismus ist das Haupthindernis für eine friedliche Lösung des Nahostkonfliktes. Die Weltgemeinschaft, Deutschland muss die Sanktionen gegen die Iran verschärfen, dem Iran den Bau der Atombombe verunmöglichen. Die Weltgemeinschaft, Deutschland muss die säkularen Kräfte im Nahen Osten, im Iran stärken für einen Schritt in eine bessere Welt. Der Versuch des so wichtigen Regime Change im Iran 2009 wurde vom Westen verraten. Die deutschen Medien setzten die Regierenden mehrheitlich nicht unter Druck, sie schwiegen und machten mit bei diesem Verrat.

Wer das iranische Regime, die Hisbollah die Hamas auf eine Stufe mit den gewählten Regierungen Israels stellt leidet an Realitätsverlust, wer gleichzeitig die Verbrechen des iranischen Regimes, der Hisbollah, der Hamas verharmlost oder sich darüber ausschweigt, nimmt gedanklich den Stein in die Hand, der auf die bis zum Kopf eingegrabene Frau zeigt welche die Gotteskrieger zum Tod verurteilt haben. Wer sich für die Gleichberechtigung der Frau in Europa einsetzt sollte den Stein aus der Hand legen, denn Frauen im Nahen Osten sind nicht weniger Wert als hierzulande.

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