Aufruf zum Judenmord und deutsches Schweigen

Der Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, Muhammad Hussein, hat eine Rede gehalten, in der er zur Ermordung aller Juden aufrief. Muhammad Hussein ist der ranghöchste geistliche Führer der PA und wurde von Palästinenserpräsident und Fatah-Vorsitzenden Mahmud Abbas ernannt. Hussein hatte die Ermordung aller Juden zur Vorbedingung für die Stunde der Auferstehung der Toten erklärt: „Der jüngste Tag wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken. Und jeder Baum und Stein wird sagen: ,Oh Muslim, oh Diener Gottes, da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.’“ Die Rede des Muftis wurde über den offiziellen Fernsehsender und die offizielle Webseite der Palästinensischen Autonomiebehörde ausgestrahlt und alle anwesenden palästinensischen Vertreter unterstützen diese Rede. Der Moderator, der den Mufti vorstellte, erklärte vor laufenden Kameras: „Der Krieg gegen die Juden sei ein „heiliger Krieg gegen die Nachfahren von Affen und Schweinen.“

Antisemitismus und Aufrufe zum Judenmord sind  im arabischen Raum nichts Ungewöhnliches, fast täglich sind vergleichbare Reden in den Nachbarländern Israels zu hören. Beispielsweise in der „Charta der Hamas“ werden die Vernichtung der Juden und die Zerstörung Israels gefordert. Im Gazastreifen wie auch in der Westbank ist es das Ziel der palästinensischen Führer die Juden zu vernichten.

Bemerkenswerter als der eigentliche Vorgang ist, dass siebzig Jahre nach der Wannseekonferenz in Deutschland kaum darüber berichtet wird und die Schar der angeblich friedliebenden „Israelkritiker“ über solcherart  Aufrufe zum Judenmord schweigen. Für die deutschen „Freunde des Friedens“ sind der aktuelle und die vielen vorangegangenen Aufrufe zum Judenmord offenbar nicht der Rede wert. Woran mag es liegen, dass es keine Proteststürme, Unterschriftenaktionen, Großdemonstrationen, Aufrufe zu Boykottmaßnahmen gegen die Palästinenser in Deutschland gegeben hat?

Eine Antwort dafür liefert möglicherweise die Studie eines unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Laut dieser Studie meinten 2007 47,9% und 2008 40,5% der Deutschen: „Was der Staat Israel heute mit den Palästinensern macht, ist im Prinzip nichts anderes als das, was die Nazis im Dritten Reich mit den Juden gemacht haben.“ „Israel führt einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“, meinten im Jahre 2010 57,3% der Deutschen. „Ich ärgere mich darüber, dass den Deutschen auch heute noch die Verbrechen an den Juden vorgehalten werden“, „dachten“ im Jahre 2008 67,5 % der Deutschen!!

Das Mitglied des Expertenrates, der Soziologe Werner Bergmann antwortete in einem Interview auf die Frage, “Aber woher kommt es, dass immer wieder die Juden als Sündenböcke herhalten müssen?“: Ich denke, gerade in Deutschland fühlt man sich durch das Dritte Reich und den Holocaust mit Schuld belastet, die man dadurch abzuwehren versucht, dass man den Juden selber bestimmte „Schandtaten“ oder negative Eigenschaften zuschreibt. In Bezug auf Israel ist deutlich, dass dort sehr häufig mit Begriffen operiert wird wie „Apartheids-Staat“ oder „Rassengesetze“. Man vergleicht den Gaza-Streifen mit dem Warschauer Ghetto, oft ist die Rede von einem Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser oder von Genozid – das sind deutliche Zeichen dafür, dass man sagen möchte: „Die Juden sind eigentlich auch nicht besser als wir, also dürfen sie uns nicht immer unsere Verbrechen während des Holocausts vorhalten.“ Wenn man sich die Umfrageergebnisse anschaut, gibt es einen sehr hohen Anteil an Befragten, die sagen, sie ärgern sich, den Holocaust immer noch vorgehalten zu bekommen. Dann wird gefragt, wer ein Interesse daran habe und geschlussfolgert, dass die Juden dies aus wenig moralischen Interessen heraus täten. Der Nahost-Konflikt ist also ein Mittel, so eine Täter-/Opfer-Umkehr oder eine Aufrechnung zu formulieren.“

Siebzig Jahre nach der Wannseekonferenz sollten Deutsche eigentlich wissen, dass Aufrufe zum Judenmord, die mit tausendfachem Raketenbeschuss, faschistoidem Terrorismus und Selbstmordattentaten beinahe täglich untermauert werden, ernst zunehmen sind. Wer angeblich Frieden mit Israel anstrebt, aber tausendfach die eigene Bevölkerung zum Judenmord aufhetzt, lügt und verdient es nicht unterstützt zu werden.  Ist es vermeintlich „ehrbarer Antisemitismus“ der das antijüdische Schweigen der Deutschen erklärlich macht?

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  1. #1 von K. Pfeifer am Januar 25, 2012 - 10:21

    Aufruf zum Judenmord und deutsches Schweigen.

    Dieser Titel birgt Erinnerungen. Dieser Titel schmerzt,….. die Israelgegner Deutschlands.

  2. #2 von fidelche am Januar 25, 2012 - 16:24

    Derselbe Artikel ist bei Mission Impossible erschienen. Wie immer gibt es in erster Linie dort die Diskussion.

    Beste Grüße
    fidelche

  3. #3 von kb am Februar 8, 2012 - 10:31

    “Jerusalem”, sagt Evelyn Hecht-Galinski, “Jerusalem verkommt bewußt immer mehr zu einer jüdischen Stadt.” Deshalb will die hauptberufliche Tochter Ende März dorthin marschieren und, schafft sie es anzukommen, dafür sorgen, daß Jerusalem nicht mehr verkommt.

    Die “deutsche Jüdin”, die meint, “die deutsche Bevölkerung” habe “keine Ahnung [..] über die wirklichen Menschenrechtsverletzungen in der israelischen Politik”, will damit ihre “Solidarität” mit den “Palästinensern” demonstrieren, denen ein jüdischer Staat einfach nicht zuzumuten sei:

    “Und das sage ich jetzt gerade auch als deutsche Jüdin: Israel läßt sich ja inzwischen, oder möchte, daß die Palästinenser es als jüdischen Staat anerkennen. Und dazu muß ich sagen, daß es unmöglich ist für einen Palästinenser einen jüdischen Staat anzuerkennen.”

    http://www.tw24.net/?p=4019

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