Vom Jom-Kippur-Krieg bis zur Operation “Gegossenes Blei”

Eine Trilogie – Teil 3

„Der Antizionismus ist ein von Grund auf reaktionäres Phänomen, das von den revolutionären progressistischen antikolonialistischen Phrasen über Israel verschleiert wird“, sagte neulich Robert Misrahi, ein französischer Philosoph, der, gleich dem vorhin zitierten Claude Lanzmann, zur weiteren Sartre-Familie gehört. Der Augenblick einer Revision und neuen geistigen Selbstbestreitung der Linken ist gekommen; denn sie ist es, die dem Antisemitismus eine ehrlose dialektische Ehrbarkeit zurückgibt. Die Allianz des antisemitischen Spießer-Stammtisches mit den Barrikaden ist wider die Natur, Sünde wider den Geist, um in der vom Thema erzwungenen Terminologie zu bleiben. Leute wie der polnische General Moczar können sich die Umfälschung des kruden Antisemitismus zum aktuellen Anti-Israelismus gestatten: Die Linke muss redlicher sein. Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus. Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen „Überlegungen zur Judenfrage“: „Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden.“ Jean Améry – Der ehrbare Antisemitismus (1969)

Hamas "Friedenskämpfer" beim Hitlergruß

Hamas "Friedenskämpfer" beim Hitlergruß

Nachdem der jordanische König 1970 über 5000 Palästinenser ermorden ließ, gründete die PLO mit Anspielung auf dieses Massaker die Terror-Organisation “Schwarzer September”. Zwischen 1971 und 1973 verübte der „Schwarze September“ zahllose Terrorattentate. 1972 brachen bei den Olympischen Sommerspielen in München palästinensische Terroristen in die Schlafräume des israelischen Teams ein und ermordeten zwei dieser Sportler. Nach einem stümperhaften bundesdeutschen Rettungsversuch in Fürstenfeldbruck kamen alle neun jüdischen Geiseln ums Leben. Drei Terroristen wurden lebend festgenommen und trotz schärfsten Protestes der israelischen Regierung nach zwei Monaten von der deutschen Regierung freigelassen. Nachdem die Terrororganisation1973 noch sechzig Attentate begangen hatte, löste sie sich Ende des Jahres auf, gleichzeitig begann der Jom-Kippur-Krieg, mit dem anschließenden Öl-Embargo. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder drosselte bewusst die Fördermengen um die westlichen Länder bezüglich ihrer Unterstützung Israels unter Druck zu setzen.

Die israelische Regierung unter Regierungschefin Golda Meïr befand sich 1973 in der fatalen Annahme, dass keine arabische Armee es wagen würde sie anzugreifen, obwohl Sadat bereits 1972 mit Krieg gedroht hatte. Die Sowjetunion setzte auf Entspannung mit den USA und lehnte Sadats Kriegswünsche ab, worauf dieser kurz darauf 20.000 sowjetische Berater aus Ägypten auswies. Am 6. Oktober 1973, an Jom Kippur, dem höchsten israelischen Feiertag, unternahmen Ägypten und Syrien einen Überraschungsangriff gegen Israel. Auf den Golanhöhen standen etwa 180 israelische Panzer dem Ansturm von 1400 syrischen Panzern gegenüber. Entlang des Suezkanals wurden weniger als 500 israelischen Soldaten von 80.000 Ägyptern angegriffen. Nachdem Israel seine Reserven mobilisierte, konnte es nach schweren Verlusten die Eindringlinge zurückschlagen und den Kriegsschauplatz nach Syrien und Ägypten verlagern. Als Israel während des Jom-Kippur-Krieges einer arabischen Endlösung der Judenfrage so nah war wie nie zuvor, sperrte die deutsche Bundesregierung deutsche Häfen für amerikanische Nachschublieferungen, die in Israel dringend gebraucht wurden. “Die Neutralität und Ausgewogenheit der Bonner Nahost-Politik gebiete dies“, beschönigte damals der deutsche  Staatssekretär Paul Frank. Zwei Wochen später wurde Ägypten vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, unter dem ehemaligen NS- Kriegsverbrecher und damaligen UN-Generalsekretär Kurt Waldheim, vor einer katastrophalen Niederlage bewahrt. Solange die Araber auf der Siegerstraße waren hat derselbe Sicherheitsrat stillgehalten, was müßig ist zu erwähnen. Trotz des militärischen Erfolgs im „Jom Kippur Krieg“ seiner Streitkräfte wertete Israel den Krieg als diplomatische und militärische Niederlage. Insgesamt waren 2.688 israelische Soldaten ums Leben gekommen. Neun arabische Staaten, darunter vier, die nicht in der Krisenregion lagen, hatten die ägyptisch-syrischen Kriegsbestrebungen aktiv unterstützt. Kurz vor dem Jom-Kippur-Krieg entsandte der Irak eine Schwadron Kampfflugzeuge nach Ägypten. Während des Krieges wurden eine 18.000 Mann starke irakische Abteilung und mehrere hundert Panzer auf den Golanhöhen stationiert, welche am 16. Oktober am Angriff gegen die israelischen Stellungen teilnahmen. Vom Libanon griffen palästinensische Terroristen zivile israelische Siedlungen an. Palästinenser kämpften an der „Südfront“ an der Seite von Ägyptern und Kuwaitis. Darüber hinaus unterstützen Irak, Saudi-Arabien, Pakistan, Algerien, Tunesien, Sudan, Marokko, Libanon und Jordanien den Kampf gegen Israel. Der syrische Verteidigungsminister Mustafa Tlas schilderte im Dezember 1973 vor der syrischen Nationalversammlung das folgende Beispiel für die “höchste Tapferkeit” der syrischen Truppen: “Es handelt sich um den Fall eines Rekruten aus Aleppo, der ganz allein 28 jüdische Soldaten ermordet hat. Er hat sie hingemetzelt wie Schafe. Seine bewaffneten Kameraden waren Zeugen. Drei von ihnen schlachtete er mit der Axt ab und enthauptete sie … Mit einem von ihnen geriet er in den Nahkampf. Dem brach er mit einem Axthieb das Genick und verschlang vor den Augen seiner Kameraden sein Fleisch. Dieser Fall ist ein ganz besonderes Beispiel für Heldenmut; der Mann verdient die Medaille der Republik. Ich werde diese Medaille jedem Soldaten verleihen, dem es gelingt, 28 Juden zu töten, und werde ihn für seinen Mut mit Anerkennung und Ehren überhäufen.” Das Öl-Embargo infolge des „Jom Kippur Krieges“ der Araber trieb die Europäer zu einer Befriedungspolitik auf Kosten Israels. Sie schlugen sich auf die arabische Seite und gaben der Unnachgiebigkeit Israels die Schuld am Konflikt. Dadurch begriff Israel wie erfolgreich der palästinensische Terror bereits war. Zum Zeichen seines guten Willens zog sich Israel von den Frontlinien des Oktoberkrieges zurück. Statt Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren verschärften die Palästinenser den Terror gegen die israelische Zivilgesellschaft. Ein traumatisches Erlebnis war für die Israelis ein Anschlag in Maalot. Ein palästinensisches Terrorkommando drang im Morgengrauen in eine Privatwohnung ein und ermordete ein jüdisches Ehepaar und deren vierjährigen Sohn. Danach machten sich die Terroristen auf den Weg in die Schule, dort hatten wegen eines Ausfluges viele Kinder übernachtet. Einigen gelang es vor den Angreifern zu fliehen, 24 Kindern gelang dies nicht, sie wurden von den Terroristen ermordet. Einige Kinder konnten von der israelischen Armee befreit werden. Durch diese Bluttat offensichtlich ermutigt, kam am 9. Juni in Kairo der Palästinensische Nationalrat zusammen und verabschiedete sein 10-Punkte Programm in dem unter anderem das Ziel bekräftigt wird Israel von der Landkarte zu tilgen. Die Terroranschläge gegen Juden von Antizionisten gingen unvermindert weiter. 1976 entführten deutsche und palästinensische Antizionisten ein französisches Verkehrsflugzeug und selektierten die jüdischen Passagiere von den nichtjüdischen mit der Androhung sie zu ermorden, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden würden. Mit einer gewagten Militäraktion befreite die israelische Armee die Geiseln.

Ende 1978 trafen in Camp David in den USA Israels Ministerpräsident Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat zu geheimen Verhandlungen zusammen. Das Ergebnis war die Unterzeichnung des Israelisch-ägyptischen Friedensvertrages im März 1979. Das kleine Land Israel gab Land für Frieden und zog seine Truppen bis vom Sinai ab und übergab die Sinai-Halbinsel an Ägypten. Gleichzeitig räumte Israel alle israelischen Siedlungen im Sinai inklusive der neu errichteten Stadt Jamit. Ägypten geriet durch diesen Separatfrieden innerhalb der arabischen Welt eine Zeit lang in Isolation. Anwar as-Sadat bezahlte diesen Friedensvertrag mit seinem Leben, ein Islamist ermordete ihn. Danach sollten in den 1980er Jahren die schwerwiegendsten Fehlentscheidungen von israelischen Regierungen folgen. Im März 1978 verübten palästinensische Terroristen einen furchtbaren Anschlag auf jüdische Zivilisten. Zwischen Haifa und Tel Aviv ermordeten sie einen amerikanischen Touristen und entführten einen Reisebus. Die Entführer schossen aus dem Bus wild um sich und warfen Granaten aus dem Bus. Bis der Bus vor Tel Aviv gestoppt wurde starben 35 Israelis und dutzende wurden verletzt. Die israelische Politik Druck auf die Länder auszuüben, welche Terroristen Zuflucht gewährten, griff nicht mehr, da der Libanon durch seinen Bürgerkrieg am auseinanderbrechen war, die libanesische Zentralregierung war machtlos und von daher nicht unter Druck zu setzen. Der libanesische Bürgerkrieg dauerte von 1975 bis 1990. Es gab seit langer Zeit Spannungen zwischen arabischen, islamischen Nationalisten und prowestlichen Christen. Als 1970 die PLO nach ihrer Niederlage in Jordanien ihren Hauptstützpunkt in den Libanon verlegte, eskalierte der Konflikt. Syrien intervenierte 1976 mit 20.000 Soldaten, auch weil Syrien den Libanon als syrische „Heimaterde“ betrachtete. Für die arabischen Einwohner des Südlibanon war die PLO-Anwesenheit ein Albtraum. Sie besetzten ganze Landstriche, terrorisierten die Bevölkerung und nahmen sich Regierungsvollmachten heraus. Je länger der Krieg im Libanon dauerte umso komplizierter wurde dieser Krieg für Israel. Die israelische Regierung unter Menachem Begin entschloss sich fatalerweise zu einem Bündnis mit den christlichen Falange Streitkräften, da diese denselben Feind bekämpften, die PLO und die Syrer. 1981 provozierten die Falangisten Syrien zu brutalen Gegenschlägen um die Israelis in den Kampf zu zwingen. In Nordisrael fielen israelische Zivilisen der PLO-Artellerie und Katjuscha-Raketen zum Opfer, darauf bombardieren die Israelis die PLO Stützpunkte und töteten dabei viele unschuldige Zivilisten. Als israelische Streitkräfte im Juni 1982 im Libanon einmarschierten, hatte die PLO das zivile Leben in Nordisrael durch ihre wiederholten Bombenangriffe auf israelische Städte unerträglich gemacht. In den elf Monaten zuvor kam es nach israelischen Angaben zu 270 Terroranschlägen in Israel, der Westbank, im Gazastreifen und entlang der libanesischen und jordanischen Grenze. Auf einen israelischen Vergeltungsschlag vom 4. und 5. Juni 1982 antwortete die PLO mit massivem Artillerie- und Granatfeuer auf zivile Ziele in Galiläa. Daraufhin marschierten am 6. Juni die israelischen Streitkräfte im Libanon ein, um die Terroristen aus dem Land zu vertreiben. Mindestens 30.000 Libanesen starben während dieses Bürgerkrieges, darunter tausende Zivilisten. Am 16. und 17. September 1982 kam es zu einem Massaker in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila. Die israelischen Truppen hatten den Falangisten den Zutritt zu Sabra und Shatila gestattet, weil sie terroristische Zellen ausheben sollten. Die libanesische christliche Falange-Miliz ermordete aus Rache für die Ermordung des libanesischen Präsidenten Bashir Gemayel 800 Palästinenser, darunter 35 Frauen und Kinder. Die Unzufriedenheit der israelischen Bevölkerung mit seiner Regierung wuchs und eskalierte mit dem Massaker in Sabra und Schatila. Es kam zu Protestkundgebungen, mit dem Höhepunkt einer Massendemonstration von 300.000 Menschen. Die Kahan-Untersuchungskommission, die auf Druck der israelischen Öffentlichkeit von der Regierung eingesetzt wurde, kam zu dem Schluss, dass Israel indirekt für das Massaker verantwortlich war, weil es die Möglichkeit gewalttätiger Ausschreitungen durch die Falangisten nicht einkalkuliert hatte. Die Entlassungen von Verteidigungsminister Ariel Sharon und General Raful Eitan und der Abzug der israelischen Truppen waren die unmittelbare Folge, während die Falangisten, die das Verbrechen eigentlich begangen haben, ungeschoren davon kamen. Die unmittelbaren Haupttäter um den Befehlshaber der Falange-Miliz Elie Hobeika wurden von arabischer Seite nicht belangt. Im Gegenteil, er hatte im von Syrien kontrollierten Libanon nach dem Bürgerkrieg mehrere Ministerämter inne. Für Israel war der Libanonkrieg in strategischer, politischer und moralischer Hinsicht eine Katastrophe. Statt den Bürgerkrieg zu beenden, verstärkte sich die syrische Kontrolle im Libanon und die Hisbollah etablierte sich zu einem Machtfaktor im Libanon. In seinem Buch „Die Wut der arabischen Welt“ schreibt Bernhard Lewis: “Auslöser der Ereignisse von Hama war ein von der radikalen Muslimbruderschaft angeführter Aufstand, gegen den die syrische Regierung rasch und mit aller Härte vorging. Damaskus setzte weder Wasserwerfer noch Gummigeschoße ein. Es entsandte auch keine Soldaten, um die Stadt Haus für Haus nach Aufständischen unter der lokalen Bevölkerung zu durchsuchen und sich dabei von Heckenschützen beschießen oder von Sprengfallen in Stücke reißen zu lassen. Die Methode der Syrer war einfacher, sicherer und effektiver: Sie griffen die Stadt mit Panzern, Artellerie und Bomben an und schickten dann Bulldozer, die das Zerstörungswerk vollendeten. Binnen kürzester Zeit waren große Teile der Stadt dem Erdboden gleichgemacht. Amnesty international schätzte die Zahl der Toten auf zehn- bis fünfzehntausend. Der vom damaligen syrischen Präsidenten Hafis al-Assad befohlene und beaufsichtigte Angriff erregte kaum internationales Aufsehen – ganz im Gegensatz zu dem weltweiten Aufschrei, der ein paar Monate später auf ein Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila im Libanon folgte. Das Massaker, bei dem eine mit Israel verbündete, libanesische Christenmiliz sieben- bis achthundert Palästinenser abschlachtete, löste einen gegen Israel gerichteten, weltweiten Proteststurm aus, der bis heute nachhallt.“

Im Dezember 1987 brach die erste Intifada aus, sie dauerte bis 1991, gleichzeitig wurde die Hamas gegründet. Ein Kapitel der von Anfang an gewaltbereiten Intifada ist die Lynchjustiz unter den Palästinensern. Personen, die mit der Besatzung zusammenarbeiteten, wurden fortan als Kollaborateure angesehen und grausam verfolgt. Alleine im Jahre 1991 kam es durch die Intrafada zu 238 innerpalästinensischen Morden. 1992 wurden fast 200 Palästinenser von ihren palästinensischen Brüdern getötet, mehr als doppelt so viele, wie bei den Zusammenstößen mit der israelischen Armee ums Leben kamen. Zu den Mordmethoden, gehörten Enthauptungen, Verstümmelungen, das Abschneiden von Ohren und Gliedern und das Verätzen des Gesichts mit Säure. Die erste Intifada dauerte bis 1991. Im Laufe der Zeit stellte sich die israelische Armee auf die aufgebrachte und gewaltbereite Menge ein und es wurden immer weniger Zivilisten verletzt, im Gegensatz zum syrischen Präsidenten Assad, der bei einem vergleichbaren Intifada-Aufstand von Islamisten in der Stadt El-Hama die Luftwaffe einsetzte und dabei 20.000 Syrer tötete. Israel hätte die militärische Kapazität gehabt die Intifada niederzuschlagen, tat es aber nicht. Nach der ersten Intifada, am 25. Februar 1994 kam es zu einem Amoklauf eines jüdischen Siedlers in Hebron. In der Ibrahims-Moschee ermordete Baruch Goldstein, ein extremistischer israelischer Siedler mit einem Maschinengewehr 29 Palästinenser. Eine Untersuchungskommission unter Rabin stellte fest, dass Goldstein 109 Kugeln verschossen hatte. Palästinensische Selbstmordattentate, meist organisiert und durchgeführt von der Hamas, folgten. Die schreckliche Tat des amoklaufenden Einzeltäters Goldstein wurde unisono in der israelischen Gesellschaft verurteilt. Der “Lynchmord von Ramallah” im  Oktober 2000 wurde im Gegensatz dazu von den palästinensischen Passanten in Ramallah bejubelt.

Bereits vor dem legitimen Besuch Ariel Sharons am 28. September 2000 auf dem Tempelberg kam es zu Ausschreitungen. Sharon machte keinerlei Versuch, eine Moschee zu betreten. Schon einen Tag vor Sharons Besuch wurde der IDF Posten David Biri ermordet. Dies war der Beginn der zweiten Intifada, der al-Aqsa-Intifada, sie sollte bis 2007 andauern. Die offiziellen Medien der palästinensischen Autonomiebehörde riefen die Palästinenser zum Aufstand auf. Ungefähr 1500 palästinensische Jugendliche skandierten Slogans in dem Versuch, die Stimmung aufzuheizen. Es begann der Ausbruch ungehemmter Gewalt, die von langer palästinensischer Hand geplant war. Am 12. Oktober 2000 lynchten in der palästinensisch kontrollierten Stadt Ramallah im Westjordanland über 1.000 Palästinenser zwei in einer Polizeistation festgenommene israelische Reservisten, Vadim Nurzhitz und Yossi Avrahami , die wegen einem Verkehrsdelikt festgenommen wurden. Der palästinensische Mob stürmte die Polizeistation schlug und stach auf die beiden Israelis ein und rissen ihnen die Augen und Organe heraus. Ein palästinensischer Polizist beteiligte sich an den Morden. Danach wurden die beiden, mittlerweile brennenden, Leichen unter palästinensischem Jubel durch die Straßen gezogen. Nach einem Attentat der Hamas in Netanja mit 30 Todesopfern und 140 Verletzten rückte die israelische Armee am 3. April 2002 in das Flüchtlingslager Dschenin ein. Nach tagelangen blutigen Kämpfen zerstörten israelische Abrisskommandos mit Bulldozern Teile des Flüchtlingslagers. 23 israelische Soldaten und 30 Hamas Kämpfer sowie 22 Zivilisten kamen dabei ums Leben. Die Weltpresse sprach sofort von einem israelischen Massaker. Eine von der UNO durchgeführte Untersuchung der Ereignisse stellte das Gegenteil fest. Israel zählte während der al-Aqsa-Intifada 20.406 Anschläge, darunter 138 Selbstmordanschläge. 1036 Israelis, davon 715 Zivilisten und 3592 Palästinenser, davon 985 Zivilisten kamen ums Leben. 365 Palästinenser wurden von ihren eigenen Landsleuten getötet, in der Regel im Rahmen von Lynchjustiz, Blutrache und Ehrenmorden, an tatsächlichen oder vermeintlichen Kollaborateuren. Am 8. Februar 2005 hatten Abbas und Scharon einen Waffenstillstand vereinbart.

Die Hisbollah‚ die „Partei Gottes“, ist eine islamistische, libanesische Organisation, deren Führer Hassan Nasrallah ist. Sie entstand 1982 als paramilitärische Organisation durch den Zusammenschluss verschiedener schiitischer Gruppen. Die Hisbollah hat sich der Vernichtung Israels und der Errichtung einer “Herrschaft des Islams” sowohl in Jerusalem als auch im Libanon, nach dem Vorbild des Irans verschrieben. Laut Führer Hassan Nasrallah will seine Organisation so lange kämpfen bis die angestrebte Vernichtung Israels erreicht ist. Im Jahre 2000 sagte Hassan Nasrallah: “Israel sei eine „verdorbene Bakterie und die Mutter der List und habe „keine andere Wahl als den Tod. Die Hisbollah hat nach Schätzungen einige tausend aktive Kämpfer, aber viele tausende Unterstützer und Sympathisanten. Finanziert wird die Hisbollah vor allem durch den Iran und auch Syrien. Der eigentliche Kopf der Terrororganisation ist deshalb Irans Ayatollah Seyyed Ali Khamenei. Die Hisbollah verfügt mit Al-Manar über einen eigenen Fernsehsender, der über Satellit weltweit empfangen werden kann. Mit extrem antisemitischen Beiträgen versucht Al-Manar seine Anhänger zu mobilisieren. In der UN-Resolution 1701 steht zwar, dass die Hisbollah zu entwaffnen sei, die Arabische Liga im Verbund mit Europa, an vorderster Front das araberfreundliche Frankreich akzeptieren jedoch de facto das diesbezügliche Veto der Hisbollah. Eine Gruppe von Hisbollah-Milizionären griff am 12. Juli 2006 mit Panzerabwehrraketen zwei gepanzerte Fahrzeuge der israelischen Armee an, die sich auf der israelischen Seite der israelisch-libanesischen Grenze auf Patrouille befanden. Dabei wurden zwei israelische Soldaten entführt und drei weitere durch die Hisbollah ermordet. Gleichzeitig beschoss die Hisbollah die nordisraelische Stadt Shlomi und israelische Stellungen bei den Sheeba-Farmen mit Katjuscha-Raketen. Damit war die Hisbollah der eindeutige Aggressor im Zweiten Libanonkrieg, der bis zum 14. August andauern sollte. Während der Kampfhandlungen verhängte Israel eine Seeblockade und begann mit Luftangriffen auf Ziele im gesamten Libanon, während die Hisbollah Orte im Norden Israels mit Raketen beschoss. Im späteren Verlauf setzte Israel zudem seine Landstreitkräfte im Südlibanon ein. Durch die Raketenangriffe der Hisbollah wurden 44 Zivilisten getötet, eine halbe Million Israelis flohen vor den Raketenangriffen in den Süden Israels. Laut libanesischen Angaben kamen 1191 Soldaten, Hisbollah-Kämpfer und Zivilisen ums Leben. Die israelische Militäraktion war schlecht geplant und Ministerpräsident Olmert stand innenpolitisch unter Druck, denn die Hisbollah wurde zwar stark geschwächt, aber nicht besiegt und viele Zivilisten kamen ums Leben.

Das Judenbild im Islam ist ein anderes als das Judenbild des Christentums. Hier haben die Juden nicht den Propheten getötet sondern der Prophet die Juden. Nachdem Mohammed vor rund 1.400 Jahren an den Juden ein Exempel statuierte und an einem Tag 900 männliche Juden geköpft hat und jüdische Frauen und Kinder in die Sklaverei verkaufte, wurden die Juden als Dhimmis mehr oder weniger geduldet. Dies änderte sich ab 1930. Der Antisemitismus nationalsozialistischer Prägung wurde importiert. Sayyid Quitb übernahm den Rassenantisemitismus der Europäer. Der Jude blieb auch dann Feind wenn er Moslem geworden war. Der Aufstieg des radikalen Islam ist Teil der Geschichte der Konfrontation zwischen arabischer und westlicher Welt. Islamisten sehen ihre eigene Kultur als höherwertig an und führen gegen alle Krieg die sie als dekadent begreifen, also gegen den westlichen aufgeklärten Lebensstil. Sayyid Quitb war der geistige Kopf der 1930 gegründeten Muslimbruderschaft. Die islamistische Widerstandsbewegung Hamas wurde 1987 als palästinensischer Zweig der Muslimbruderschaft gegründet. Die Hamas lehnt eine Zweistaatenlösung ab, ihre Charta verlangt die Beseitigung Israels und die Schaffung eines islamischen Gottesstaats auf dem ehemaligen Mandatsgebiet Palästina zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan. Die Hamas leugnet den Holocaust und bezeichnet ihn als zionistische Geschichtsfälschung. Die Hamas sieht sich als Wächter einer verrückten Reinheits- und Erlösungsmission. Der Hass auf Juden ist größer als die Angst vor dem eigenen Tod. Das Motiv für ihre suizidalen Massenmorde ist ihr Antisemitismus. Die Enthumanisierung der Juden und ihre Dämonisierung zum Menschheitsfeind, veranlasst die Islamisten, Juden in überfüllten Bussen, Restaurants, Diskotheken, Musicals oder Wolkenkratzern zu töten und jede noch so vage Gelegenheit für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts mit immer neuen Massakern zu torpedieren. Finanziert wird die Hamas von Iran, Saudi-Arabien, Syrien und neben anderen von vielen NGOs und Palästinasolidaritätsgruppen aus Europa. Neben ihrem Antisemitismus trugen zur Beliebtheit der Hamas, ihre sozialen Dienstleistungen und die Hoffnung auf ein Ende von Korruption bei. So errang bei den Wahlen im Jahre 2006 die Hamas die absolute Mehrheit der Mandate im palästinensischen Legislativrat. Es kam zu einem offenen Machtkampf zwischen der ehemals regierenden Fatah und der Hamas. Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen fiel der Gazastreifen an die Hamas, die Westbank an die Fatah. In der Präambel der Charta der Hamas steht: “Israel existiert und wird weiter existieren, bis der Islam es ausgelöscht hat, so wie er schon andere Länder vorher ausgelöscht hat.” Beispielsweise in Artikel 7 steht:“Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Moslems nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‘Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm’ und töte ihn.’” Dass die Hamas dies alles ernst meint, beweist sie, mit den bestialischen Morden und der Unterdrückung der eigenen Bevölkerung, sowie mit ihren hinterhältigen Anschlägen und Selbstmordattentaten an unschuldigen jüdischen Zivilisten. Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang immer wieder die Solidarität von europäischen, deutschen, oft linken Palästinaunterstützergruppen die offensichtlich das Weltbild der Hamas schätzen und den islamischen Hamas-Gottesstaat herbeisehnen.

Mit dem Scharon Plan zogen sich 2005 die israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen zurück, die dort gegründeten israelischen Siedlungen wurden gegen den massiven Protest der jüdischen Siedler geräumt. Als sich Israel zurückzog, intensivierten palästinensische Terrorgruppen zum Dank ihren Raketenbeschuss, woraufhin Israel die Grenzkontrollen verschärfte und mit einem Sperrzaun Gaza vom israelischen Gebiet abtrennte. Prompt kam der Vorwurf „das größte Gefängnis der Welt“« errichtet zu haben. Nachdem die Hamas im Januar 2006 die Parlamentswahlen der palästinensischen Autonomiegebiete gewann, kam es zu einem starken Anstieg der Raketenangriffe auf den Süden Israels. Mehr als 4.000 Raketen wurden seit April 2001 aus dem Gazastreifen auf israelisches Gebiet abgefeuert, die ungleich meisten nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen. Außerdem kam es zur Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit. Nachdem etwa die Hälfte der Einwohner der israelischen Stadt Sderots geflohen waren, wurden ab März 2008 mit iranischen Grad-Raketen auch Ofakim und die Großstadt Ashkelon vom Gazastreifen heraus angegriffen.“Wir sind sehr stolz darauf zu sehen, dass die Bewohner von Sderot ihre Kinder und ihr Gepäck zusammensuchen und allen zur Evakuierung raten, sagte im November 2006 Muhammad Abed al-Aal, der Sprecher des „Volkswiderstandskomitees“ in Gaza. „Wir werden die Bewohner zwingen aus Ashkelon davonzulaufen, wie wir es schon in der Siedlung Sderot getan haben“, sagte ein Hamas-Funktionär im  Mai 2007. Durch den ständigen Raketenbeschuss aus Gaza solidarisierte sich ganz Israel mit den Bewohner von Sderot und der Nachbarorte. Im Gaza-Krieg zur Jahreswende 2009 hatte Israel mit militärischer Gewalt auf lang andauernden Raketenbeschuss durch die Milizen der Hamas reagiert. Bei den Kämpfen waren 13 Israelis und 1400 Palästinenser getötet worden, unter ihnen viele Zivilisten. Durch den israelischen Militäreinsatz wurden Hunderte von Terroristen getötet, darunter mehrere hochrangige Hamas-Führer, dutzende von Hauptquartieren und Munitionslagern zerstört sowie Tunnel gesprengt, durch die die Hamas Waffen und Munition geschmuggelt hatte. Während des Krieges platzierte die Hamas Raketenwerfer auf den Dächern von Schulen und Krankenhäusern. Sie bombardierte die israelische Zivilbevölkerung und nahm gleichzeitig die eigene Zivilbevölkerung als Schutzschild und Geisel. Während des Krieges unternahm Israel alles, um der Zivilbevölkerung im Gazastreifen nicht mehr Leid zuzufügen, als es in einer solchen Situation unvermeidlich ist. So wurden 400 Lastwagenladungen mit rund 10.000 Tonnen medizinischen Versorgungsgütern und Nahrungsmitteln den palästinensischen Behörden und verschiedenen Regierungen in den Gazastreifen geliefert. In israelischen Krankenhäusern wurden verletzte Palästinenser behandelt. Mit Flugblättern, Anrufen und Textnachrichten auf Mobiltelefone warnt die israelische Armee Bewohner und Nachbarn von Gebäuden, gegen die Luftangriffe geflogen werden sollen. Die Hamas beschoss Israel weiterhin mit Raketen, sie richtete angebliche „Kollaborateure“ hin, teilweise sogar in Krankenhäusern. Im Gegensatz zum zweiten Libanonkrieg 2006 war die Operation „Gegossenes Blei“ bedeutend besser vorbereitet und veränderte die für Israel unannehmbare Lage merklich. Die Hamas war geschwächt, die Raketenangriffe aus Gaza tendierten gegen Null, offenkundig wurde die Spaltung der arabischen Welt. Viele Araber hofften auf eine vollständige Zerschlagung der Hamas. Die Hamas, ist keine Organisation, die einen wie auch immer gearteten Kompromiss oder Ausgleich mit Israel anstrebt, sie kämpft mit terroristischen Mitteln und eliminatorischem Antisemitismus nicht für einen palästinensischen islamistischen Gottesstaat an der Seite, sondern an der Stelle Israels. Andererseits wurde während des Gazakrieges wieder einmal in vielen ausländischen Medien die ausweglose Situation für Israel deutlich. Was immer Israel unternimmt, seine Feinde sehen darin immer nur weitere Belege für seine Bösartigkeit. Dieses Denkmuster ist antisemitisch. Der gegen Israel, den Juden unter den Staaten, gerichtete Antizionismus ist eine geopolitische Kopie des Antisemitismus. Obwohl die islamfaschistische Hamas eindeutig der Aggressor im Gaza-Krieg war, wird Israel die Schuld an Tod und Elend gegeben. Israel hätte sich nach Ansicht der debilen antisemitischen Friedensfreunde von Pax Christi bis zur Linkspartei nicht verteidigen dürfen, wie sie sich in keinem Krieg, der gegen ihre Existenz geführt wurde, hätte verteidigen dürfen.

Für viele „Nahostexperten“ ist die scheinbar verfehlte Siedlungspolitik Israels ein angeblich wichtiges Hindernis für den Frieden in der Region. Etwa 80 bis 90 Prozent der jüdischen Siedler leben in Gebieten, die praktisch als Vorstädte israelischer Großstädte wie Jerusalem und Tel Aviv gelten können. Zu Beginn der arabisch-israelischen Friedensgespräche Ende 1991 gab es in über 80 Prozent des Gebiets der Westbank gar keine oder nur sehr kleine israelische Siedlungen. Heute leben schätzungsweise 200.000 Juden in knapp 150 Gemeinden in der Westbank. Die überwältigende Mehrheit dieser Siedlungen hat weniger als 1000 Einwohner. Um die 80 Prozent dieser jüdischen Siedlungen könnten durch geringe Modifikationen der “grünen Linie”, der inoffiziellen Grenze nach 1967, hinter die israelische Grenze verlegt werden. Seit 1989 sind etwa eine Million Juden nach Israel eingewandert. Die Mehrheit von ihnen, etwa 80 Prozent, kam aus der ehemaligen Sowjetunion. Israel muss für diese Immigranten Nahrung, Wohnraum, Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten schaffen. Das Bauprojekt in Har Homa bildet die letzte Stufe eines umfassenden Wohnungsbauprogramms für die Stadt Jerusalem, mit dem bereits 1968 begonnen wurde. Zu Beginn des Projekts war das Gebiet unbebaut. Es befindet sich auch kein anderes arabisches Wohngebiet in der Nachbarschaft. 1996 entschied Ministerpräsident Shimon Peres von der israelischen Arbeitspartei, dass das Projekt Har Homa in Angriff genommen werden sollte. Israels Ministerpräsident Ehud Barak bot im Jahre 2000 in Camp David an, über 100 Siedlungen, das sind etwa zwei Drittel der gesamten Siedlungen und weite Teile von Jerusalem aufzugeben und den Palästinensern die Kontrolle über fast 96 Prozent der Westbank zu überlassen. Die Palästinenser lehnten den Vorschlag jedoch ab, er war für sie nicht einmal ansatzweise befriedigend. Vieles an der israelischen Siedlungspolitik ist zu kritisieren, was nicht heißen darf, dass die Westbank „judenrein“ sein müsste. Die Probleme wegen der Siedlungen wären bei gutem Willen von beiden Seiten relativ einfach zu lösen. Die Ursache für den Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis ist keineswegs in der Siedlungspolitik zu suchen. Der prinzipielle Unwille, Israel anzuerkennen, ist der Kern des arabisch-israelischen Konflikts. Wenn Israel nur das Stadtgebiet von Tel Aviv umfassen würde, wäre der Judenstaat seinen Feinden noch zu groß. Am Ende seines Buches, Israels Existenzkampf, schreibt Yaacov Lozowick: „In dieser Phase ihrer langen Geschichte hat nahezu die Hälfte der Juden entschieden, sich am Experiment eines souveränen Staates zu beteiligen – ebenso wie die Sambier, die Usbeken, die Bolivianer und die Norweger. Der Zionismus war nicht die Erfindung verzweifelter Flüchtlinge, die von den Nazis geflohen sind, er war bereits vor dem Holocaust, in dem die meisten seiner potentiellen Bürger ermordet wurden,, ein gutes Stück auf seinem Weg zur Erreichung seiner Ziele vorangekommen. Er war nicht die Entscheidung fundamentalistischer religiöser Fanatiker zur Verwirklichung eines uralten Traumes, sondern die Idee atheistischer, realistischer Kinder der Aufklärung. Er entsprang nicht dem europäischen Imperialismus und er war auch kein Bollwerk des Westens oder des Kommunismus. Er war auch keine Lösung des Antisemitismus. Vielmehr war er die beste Lebensversicherung für den Antisemitismus. Zionismus ist keine Verschwörung gegen die Araber, sondern das jüngste Kapitel in einer alten Geschichte, ein Versuch der Juden, ihren Platz in der modernen Welt zu definieren, und ihre Weigerung auszusterben oder einfach zu verschwinden. Der Zionismus ist viel erfolgreicher als seine Gründer zu träumen gewagt haben. Israel muss noch ein einziges seiner utopischen Ziele erfüllen. Sein Aufbau war von mindestens so viel Unsicherheit, Unfähigkeit, Misstrauen, Verschwendung, schlechter Geschmack, Gefühllosigkeit, und Dummheit begleitet wie jedes andere Projekt dieser Größenordnung –obwohl es entschieden weniger Morde als bei den meisten anderen Prozessen der Nationbildung gab. Ist der Zionismus bei all seiner Unvollkommenheit es überhaupt wert, dass auch noch die Kinder unserer Kinder und deren Kinder dafür kämpfen und sterben? Natürlich ist er das“.

Die palästinensischen Massen begreifen bis heute nicht, dass ihre einzige Chance für eine bessere Zukunft im emanzipatorischen Sinn an der Seite Israels läge. Die palästinensische Minderheit die dies begreift, wird von der islamistischen und reaktionären Mehrheit unterdrückt, vertrieben oder ermordet. Eine palästinensische Kulturrevolution gigantischen Ausmaßes wäre also nötig dies zu ändern. Wenn die Palästinenser es wünschen, könnte, um die Lebensbedingungen zu verbessern, die Westbank als vorläufiger eigenständiger Bundesstaat von Jordanien verwaltet werden und entsprechend der Gazastreifen von Ägypten. Natürlich wären dann Jordanien und Ägypten für die militärischen Aktionen seiner Einwohner verantwortlich. Nach einigen Jahren könnten die Palästinenser immer noch entscheiden ob sie sich die Westbank und den Gazastreifen als einen überlebensfähigen Staat vorstellen können. Vermutlich aber sind die arabischen Protagonisten an einer pragmatischen Lösung und an einem friedlichen Zusammenleben nicht interessiert.

Bemerkenswerter als die Geschehnisse im Nahen Osten sind die antisemitischen Ansichten der meist sehr eifrigen Palästinenser-Solidaritätsvereinigungen in Deutschland. Die Gründer Israels und später ihre verantwortlichen Politiker waren, von Theodor Herzl über Ben Gurion bis zu Benjamin Netanjahu mehr oder weniger atheistische, realistische „Kinder der Aufklärung“. Die Führer der Palästinenser und ihre Politiker waren, angefangen bei Amin el-Husseini, Yassir Arafat bis Ismail Haniyeh vor allem antisemitische, reaktionäre, religiös fanatisierte „Kinder des Mittelalters“. Wenn sich deutsche Linke kritiklos für einen islamischen Gottesstaat in Palästina einsetzen und zugleich alle berechtigten Verteidigungsmaßnahmen des demokratischen  Israel ablehnen, ist dieser Israelhass nicht rational erklärbar, wie  Antisemitismus nicht rational erklärbar ist. Wenn angeblich aufgeklärte Europäer eine „Einstaatenlösung“, die aufgrund des demographischen Faktors und den damit verbundenen Mehrheitsverhältnissen des Ende der Juden in Palästina bedeuten würde, fordern, wenn deutsche Mitglieder der Linkspartei mit rechtsradikalen türkischen Islamisten auf der Free-Gaza-Flotte dem Staat Israel schaden wollen oder wenn „Linke“ zu Boykottmaßnahmen gegen Israel aufrufen, belegt dies eindrucksvoll, dass dieser „ehrbare“ Antizionismus deckungsgleich ist mit dem Antisemitismus, wie er seit Jahrhunderten in Europa „gepflegt“ wurde. Die deutsche “Linke” sollte in der Lage sein, zu erkennen wofür die palästinensische Aggression und ihre weltweite Unterstützung steht, sie muss sich entscheiden ob sie an der Seite von Intifada, Islamfaschismus, Frauenverachtung, organisiertem Volkstum und barbarischem Terror steht,  oder ob sie sich auf die Seite von Aufklärung und Emanzipation schlägt, also Partei nimmt für Israel.

Quellen: Tilman Tarach – Der ewige Sündenbock | Alan M. Dershowitz – Plädoyer für Israel | Léon Poliakov – Vom Antizionismus zum Antisemitismus | Yaacov Lozowick – Israels Existenzkampf | Matthias Küntzel – Islamischer Antisemitismus und deutsche Politik  | Matthias Küntzel – Djihad und Judenhass | Jean Améry – Aufsätze zur Politik und Zeitgeschichte | Mitchell G. Bard – Behauptungen und Tatsachen | Helga Baumgarten – Hamas

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  1. #1 von Samuel am Juni 17, 2011 - 14:25

    Der Existenzkampf Israels, der Existenzkampf der Juden gegen seine antisemitischen Feinde. Das ewige Thema, sehr schön zusammengefasst für die Zeit von 1973 bis heute. Die vielen Ergänzungen im Hinblick auf der unrühmlichen Rolle der Deutschen von “rechts bis links” teile ich vollständig.

  2. #2 von Hannes Fischer am Juni 17, 2011 - 16:05

    Danke.

  3. #3 von Flanigan am Juni 18, 2011 - 09:11

    AUch für den dritten Teil der Trilogie bedanke ich mich.
    Für das Verständnis der israelischen Politik ist der Jom-Kippur Krieg unabdingbar.
    Die Sperrung der deutschen Häfen sagt vieles über Deutschland und seine Politiker aus

  4. #4 von Sabine Grabner am Juni 18, 2011 - 09:52

    Golda Meir stand wegen des arabischen Überraschungsangriffs unter starken innenpolitischen Druck. Durch ihre Schuld wäre der Staat Israel beinahe untergegangen. Die Vernichtung der Juden in Israel war zum Greifen nahe. Sie hat die Verteidigungsmaßnahmen vernachlässigt. 1973 musste sie deswegen zurücktreten. 1978 starb Sie an Krebs.

  5. #5 von fidelche am Juni 19, 2011 - 12:23

    Ergänzend eine Phönix Dokumentation zum Jom Kippur Krieg:

  6. #6 von skeptikerin am Juni 20, 2011 - 17:08

    Zum Lynchmord von Ramallah gibt es einen Augenzeugenbericht des britischen Fotografen Mark Seager:

    Mark Seager , 29, ein britischer Fotograf, arbeitet an einer Bilddokumentation über palästinensische Flüchtlinge, als er sich selbst inmitten des schrecklichen Lynchens der beiden israelischen Armee-Reservisten in Ramallah wiederfand. Als einzig anwesender Journalist wollte er das Foto schießen, das ihm ein Vermögen verdient hätte, doch die Menge drehte sich in einem extremen Haß um zu ihm und zerstörte seine Kamera, so daß er um sein Leben fürchtete. Hier ist sein Augenzeugenbericht:

    Ich kam ungefähr um 10:30 Uhr in Ramallah an und wollte mit einem Taxi auf der Hauptstraße nach Nablus fahren, wo eine Beerdigung stattfinden sollte, die ich aufnehmen wollte. Ganz plötzlich kam eine große Menge Palästinenser schreiend den Hügel von der Polizeistation herunter gelaufen. Ich stieg aus dem Auto, um zu sehen, was los war und erkannte, daß sie etwas hinter sich her zogen. Innerhalb eines Moments waren sie direkt vor mir, und zu meinem Horror sah ich, es war ein Körper, ein Mann, den sie an den Füßen zogen. Der untere Teil seines Körpers brannte und auf den Oberkörper war geschossen worden, und der Kopf war so schlimm geschlagen worden, daß er wie ein Brei [„pulp“] war, wie rotes Gelee [„jelly“]. Ich dachte, er war Soldat, weil ich die Überreste einer Khaki-Hose sowie Stiefel sehen konnte. Mein GOTT dachte ich, sie haben diesen Kerl getötet. Er war tot, er mußte tot gewesen sein, aber sie haben ihn immer noch geschlagen, wie Verrückte, seinen Kopf kickten sie. Sie waren wie Tiere. Sie waren nur ein paar Schritte entfernt von mir, ich konnte alles sehen und instinktiv nahm ich meine Kamera. Ich komponierte das Foto als ich von einem Palästinenser ins Gesicht geschlagen wurde. Ein andere zeigte auf mich und schrie: „Keine Fotos, keine Fotos!“, während ein dritter Typ mir ins Gesicht schlug und sagte: „Gib mir Deinen Film!“. Ich versuchte den Film herauszuholen, aber alle grapschten an mir herum, dann riß ein Typ die Kamera weg und zerschmetterte sie auf dem Boden. Ich wußte, die Gelegenheit für die Aufnahme eines Fotos, das mich berühmt machen würde, war vorbei. Ich verlor mein Lieblingsobjektiv, das ich schon auf der ganzen Welt benutzt habe, aber das war mir egal. Ich hatte Angst um mein Leben. Parallel dazu wurde der Mann, der wie ein Soldat aussah, weiter geschlagen und die Menge wurde immer wütender und wütender, sie schrien „allah akbar“ gott ist groß. Sie zogen den toten Mann durch die Straßen wie eine Katze mit einer Maus spielt. Dies war das Schlimmste, was ich je gesehen habe, und ich habe vom Kongo, Kosovo und vielen anderen schlimmen Orten berichtet. Im Kosovo habe ich gesehen, wie Serben einen Albaner geschlagen haben, aber das war mit diesem hier nicht zu vergleichen. Da war so viel Haß, ein solch unglaublicher Haß und Wut, die ihre Gesichter verzerrte. Das schlechteste Ding war zu erkennen, daß die Wut, die sie auf mich richteten, die gleiche war, die sie zuvor gegen den Soldaten hatten, den sie von der Polizeistation hergezogen und getötet hatten. Irgendwie entkam ich und rannte und rannte, ohne zu wissen, wohin. Ich sah den anderen Mann, den sie getötet hatten, den sie aus dem Fenster geworfen hatten, nicht. Ich dachte, ich hätte die Palästinenser gut kennengelernt. Ich habe in diesem Jahr 6 Reisen dorthin gemacht war in den letzten 16 Tagen täglich in Ramallah. Ich dachte sie seien freundliche und gastfreundliche Menschen. Ich weiß, sie sind nicht alle wie jene und ich bin eine sehr vergebungsbereite Person, aber dies werde ich nie vergessen. Es war Ermordung der allerbarbarischsten Art. Wenn ich darüber nachsinne, sehe ich den Kopf des Mannes, alles zerschmettert. Ich weiß, ich werde bis zum Ende meines Lebens Alpträume haben. Als ich in jener Nacht nach Jerusalem zurückkam, fand ich heraus, daß ich der einzige Fotograf dort war. Die Leute fragten mich andauernd, ob ich Fotos gemacht hätte, denn dann hätte ich mir ja einen Namen gemacht. Ich war schockiert, daß ich erstmals nicht meine Freundin in West-London angerufen hatte, die im 5. Monat mit unserem ersten Kind schwanger ist. Natürlich war sie sehr besorgt, weil sie im Fernsehen gesehen hatte, was geschehen war und sie wußte, daß ich in Ramallah war und nicht angerufen hatte. Sie war erschrocken und fragte, als ich sie am nächsten Tag sprach: „Hast Du es gesehen?“. Ich bejahte, konnte aber nicht weiter darüber sprechen. Danach hörte ich sogar noch schlimmere Details wie die Sache mit der Frau des einen Soldaten, die per Handy wissen wollte, ob alles in Ordnung war. Man sagte ihr, daß man ihn gerade ermordet hatte. Von dem was ich sah, kann ich dies glauben. Ich liebe dieses Land, ich würde nichts lieber sehen wollen, als daß Israelis und Palästinenser gemeinsam eine Wasserpfeife rauchen würden, aber nach dem Haß, den ich in den vergangenen Tagen gesehen habe, glaube ich nicht, daß dies in meinem Leben geschehen wird. Schaut nur, seit vielen Jahren laufen die Friedensgespräche – seit 1993. Dann, innerhalb von zwei Wochen, gehen sie einander an die Gurgeln. Es scheint einfacher sein, zu hassen als zu vergeben.“

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