Artikel getaggt mit Sigmar Gabriel
Grass und der antisemitische Spießerstammtisch
Veröffentlicht von fidelche in Antisemitismus, Antizionismus am April 6, 2012
Günter Grass, Literaturnobelpreisträger und Mitglied der Waffen-SS hat ein antisemitisches „Gedicht“ in der israelkritischen „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlicht, nachdem er bereits im Sommer letzten Jahres auf sich aufmerksam machte, als er in Israel von sechs Millionen durch die Sowjetunion liquidierter deutscher Kriegsgefangenen sprach. Tatsächlich gerieten etwa drei Millionen deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, von denen etwa 1,1 Millionen nicht überlebten. Was Günter Grass mit der Zahl “sechs Millionen” bezwecken wollte, liegt auf der Hand. Nachdem Grass seine Mitgliedschaft in der Waffen-SS bis zum Jahre 2006 verschwiegen hatte, wollte er mit seiner „Anklage“ gegen Israel nicht mehr länger schweigen.
In seinem „Gedicht“ behauptet Grass, neben vielen anderen Lügen und Dummheiten, Israel wolle den Iran auslöschen und die Atommacht Israel gefährde den ohnehin brüchigen Weltfrieden. Abgesehen davon, dass Israel den Iran nicht „auslöschen“ könnte, hat Israel im Gegensatz zum Iran nie angedroht irgendein Land „auszulöschen“. Revolutionsführer Chamenei hat Israel als „Krebsgeschwür“, das zu beseitigen sei, bezeichnet. Ahmadinejad will bekanntlich das zionistische Gebilde von der Landkarte entfernen. Entsprechende Aussagen von iranischen Verantwortlichen ließen sich beliebig fortsetzen. Grass unterschlägt in seinem „Gedicht“, dass der klerikalfaschistische Iran antisemitische Terrorgruppen wie die palästinensische Hamas und die libanesische Hisbollah, die das Existenzrechts Israels ablehnen und den jüdischen Staat bekämpfen, unterstützt und die eigene Bevölkerung mit terroristischen Methoden unterdrückt. Der angebliche Tabubruch von Grass ist keiner, täglich wird seit Jahrzehnten in der deutschen Berichterstattung überwiegend gegen den Staat Israel gehetzt. Das “Gedicht” wird zwar in der deutschen Rezeption überwiegend kritisiert, aber das “Volk” steht mehrheitlich hinter seinem Dichter.
Mit „man wird ja wohl noch mal sagen dürfen“ und „einige meiner besten Freunde sind Juden” beginnen meist die Einlassungen von „Israelkritikeren“. Bei Sigmar Gabriel, der kürzlich Israel ein „Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt” nannte, war es nicht anders. Vor drei Monaten rief der von Palästinenserpräsident und Fatah-Vorsitzenden Mahmud Abbas ernannte Mufti der Palästinensischen Autonomiebehörde, Muhammad Hussein zur Ermordung aller Juden auf. Grass, Gabriel und ihr “Volk” schwiegen dazu. Geschwiegen haben Grass, Gabriel auch als vor drei Wochen im französischen Toulouse der islamistische Terrorist Mohammed Merah in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer jeweils mit einem aufgesetzten Kopfschuss ermordet hat. Nach seiner Tat sagte Mohammed Merah: „Ich wollte Rache nehmen für die palästinensischen Kinder“. Antisemitismus ist nicht nur in den islamistischen Communitys die vorherrschende Ideologie, Antizionismus ist längst in der Mitte der europäischen, insbesondere der deutschen Gesellschaft angekommen. Laut einer EU-Umfrage aus dem Jahre 2003 sehen über 65 Prozent der Deutschen Israel als die größte Gefahr für den Weltfrieden. In Zeiten von Wirtschaftkrisen und Schuldenkrisen, mit der damit einhergehenden Befürchtung sozialen Abstiegs, ist die Sehnsucht nach Sündenböcken größer den je. Seit 2000 Jahren sind Juden für die Rolle des Sündenbocks auserkoren, der jüdische Staat Israel, der “Jude unter den Staaten”, ist weltweit der einzige Staat, dessen Existenzrecht öffentlich angezweifelt wird.
Vor vielen Jahrzehnten sprach Dieter Kunzelmann vom „Judenknacks“, den es zu überwinden gelte und legte 1969 durch die „Tupamaros West-Berlin“ eine Bombe im jüdischen Gemeindehaus in Berlin. Die „Vorherrschaft des Judenkomplexes“ in der Linken ist längst bei vielen „Genossen“ gebrochen, auf der Rechten gab es diese “Vorherrschaft” nie. Antisemitische und antizionistische Ideologie wie sie aktuell in allen gesellschaftlichen Schichten Einzug hält, spielte sich früher so offen nur an den Rändern des politischen Spektrums ab. Wenn aktuell der SPD Vorsitzende und ein deutscher Literaturnobelpreisträger gegen den Judenstaat hetzen, dann fühlt sich natürlich erst recht der antisemitische Stammtisch berufen in die Offensive zu gehen. In Jakob Augsteins antizionistischer “Freitagscommunity” bindet ein Georg von Grote das „Grass-Gedicht“ in einen Artikel ein und schreibt: „Über die Jahrhunderte der Diaspora hat sich bei Juden – und ich sag jetzt bewußt Juden und nicht Israelis – ein fast schizophrener Verfolgungswahn entwickelt. Verständlich bei dem, was da über Jahrhunderte und in Deutschland passiert ist. Aber für die Zukunft nicht gerade förderlich.“ Sein „Werk“ schließt Grote im „Freitag“ mit folgenden bedeutungsschweren Worten ab: “Grass hat nun den Anfang gemacht. Wir sollten mitmachen!“ So wittert der antisemitische Spießer-Stammtisch endlich seine Chance und bläst zum vermeintlich letzten Gefecht.
Bereits 1982 warnte Wolfgang Pohrt vor Weltfriedensrichtern wie Grass, Gabriel und Co : „Vormundschaft und Sorgerecht für das Opfer werden dem Täter zugesprochen. Mit den Verbrechen, die Deutschland an den Juden und an der Menschheit beging, hat es sich eigenem Selbstverständnis gemäß das Vorrecht, die Auszeichnung und die Ehre erworben, fortan besondere Verantwortung zu tragen. Der Massenmord an den Juden verpflichte, so meint man, Deutschland dazu, Israel mit Lob und Tadel moralisch beizustehen, damit das Opfer nicht rückfällig werde. Zwei angezettelte Weltkriege böten, so meint man weiter, die besten Startbedingungen, wenn es um den ersten Platz unter den Weltfriedensrichtern und Weltfriedensstiftern geht — frei nach der jesuitischen Devise, dass nur ein großer Sünder das Zeug zum großen Moralisten habe“
Mohammed Merah und die antizionistische Ideologie
Veröffentlicht von fidelche in Reaktionäre Ideologie am März 26, 2012
- “Wenn ein Terrorist eine Bombe auf einen israelischen Bus schmeißt, wird er keine Unschuldigen treffen” – Fritz Teich in Jakob Augsteins „Freitagscommunity“
- “Das ist ein Apartheid-Regime, für das es keinerlei Rechtfertigung gibt.” – Sigmar Gabriel, SPD-Vorsitzender
- „Ich wollte Rache nehmen für die palästinensischen Kinder“ – Mohammed Merah, Islamist in Toulouse
- “Ich erkenne bisher trotz der Brutalität der Tat keine neue Dimension eines Antisemitismus in Europa“ – Wolfgang Benz im “Hamburger Abendblatt”
Im französischen Toulouse hat vor einer Woche der islamistische Terrorist Mohammed Merah in einer jüdischen Schule drei jüdische Kinder und einen jüdischen Lehrer jeweils mit einem aufgesetzten Kopfschuss ermordet. Einem angeschossenen jüdischen Mädchen lief er hinterher, packte es an den Haaren um es mit angelegter Pistole hinzurichten. Zuvor hat der Gotteskrieger muslimische Angehörige der französischen Armee, zwei Fallschirmspringer in Montauban und einen Soldaten in zivil in Toulouse ermordet. Mohammed Merah sagte der französischen Polizei, er wollte Rache für die palästinensischen Kinder und er wollte auch Rache nehmen an der französischen Armee, wegen ihrer Interventionen im Ausland“. Ideologisch hat sich Merah offensichtlich an den islamistischen antizionistischen Terroristen des Nahen Ostens orientiert. In deren Einbildung sind Juden Freiwild, das es abzuschießen gilt und integrierte Muslime, die in westlichen Armeen dienen, gelten ihnen als Verräter. Seine bestialischen Taten, die er nach eigenen Angaben für Allah beging, hat der Antizionist mit einer Kamera gefilmt um sie später der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Mörder von Toulouse hat sich selbst zudem als Al-Qaida-Mitglied bezeichnet. Inwieweit Merah von seinem Umfeld, beispielsweise von seinem Bruder unterstützt wurde, muss die französische Polizei noch ermitteln.
Der eliminatorische Antisemitismus ist seit Jahrzehnten auch in Europa auf dem Vormarsch. In Frankreich wurden Juden ermordet, weil sie Juden waren. Die Abstände der antisemitischen Morde werden immer kürzer. Im Jahr 2006 wurde Ilan Hamili aus Paris von einer Gruppe muslimischer Einwanderer über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert. In Dänemark wurden vor einigen Jahren zwei Israelis angeschossen weil sie aus Israel kamen. Wegen Sicherheitsbedenken weigerte sich in Dänemark eine Schule jüdische Kinder anzunehmen. In vielen Ländern Europas werden Synagogen und jüdische Einrichtungen geschändet. Rechtsradikale Antisemiten planten einen Bombenanschlag auf das jüdische Münchner Kulturzentrum. Die Entmenschlichung von Juden, die Verteufelung des Staates Israel wird nicht nur in den islamistischen und dschihadistischen Milieus betrieben, Antisemitismus ist längst in der Mitte der europäischen Gesellschaften angekommen. Die Hemmschwelle gegen den Staat Israel zu hetzen, Juden zu dämonisieren und Juden zu töten wird kontinuierlich herabsetzt. Mohammed Merah verfügte über eine Ideologie, die ihm eine Richtung gab, die Grundpfeiler seiner Ideologie waren Islamismus und Antizionismus.
Im Jahre 2003 hielten 59 Prozent der Europäer und 65 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage der EU Israel für »die größte Gefahr für den Weltfrieden«. Laut einer Umfrage der BBC aus dem Jahre 2007 positionierten sich 77 Prozent der Deutschen eindeutig negativ gegenüber Israel, das jeden Deutschen und Österreicher allein durch seine Existenz an Auschwitz und Majdanek, Treblinka und Sobibor erinnert. Israel führe einen Vernichtungskrieg gegen die Palästinenser“, meinten im Jahre 2010 57,3% der Deutschen. So verwundert es nicht, das in Deutschland eine Frau Strafe zahlen muss weil sie öffentlich eine Israelfahne gezeigt hat, dass in Duisburg unter massiver Polizeigewalt eine Israelfahne aus einer privaten Wohnung entfernt wurde, dass in Hamburg der Film von Claude Lanzmann „Warum Israel“ von „linken“ Antizionisten verhindert wurde, dass in diversen Internetforen täglich gegen den Staat Israel gehetzt wird, dass in Deutschland Boykottaufrufe gegen israelische Waren initiiert werden und der Bau der iranischen Atombombe von deutschen Firmen unterstützt und internationale Maßnahmen dagegen von deutschen Regierungen unterlaufen werden.
Sigmar Gabriels antisemitischer Apartheidvergleich sollte Israel als rassistisches und unmoralisches Regime delegitimieren. Mit seinem Apartheidvergleich ignoriert Gabriel die Sicherheitsabwägungen der israelischen Regierung und den hundertjährigen Terrorismus gegen Juden in Palästina. In Hebron leben 500 Juden und 200.000 arabische Palästinenser, ohne Polizeischutz würden diese 500 Juden keine Woche überleben, was der SPD-Vorsitzende genau wissen dürfte. Sigmar Gabriel sollte sich die Frage stellen warum Palästinenser in Ost-Jerusalem leben dürfen, aber Juden nicht in Hebron. Sigmar Gabriel ist Politprofi genug, hat genügend Berater, er kennt mit Sicherheit die Antisemitismusstudie der Bundesregierung, um kalkulieren zu können was ihm und seiner SPD sein Apartheidvergleich an Wählerstimmen bringen wird.
Die in Israel lebenden Araber sind privilegiert im Gegensatz zu den Arabern in den angrenzenden Nachbarländern. Sie besitzen demokratische Rechte, staatlichen Schutz für körperliche Unversehrtheit, eine Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau, Schulbildung und vieles mehr in der einzigen Demokratie des Nahen Ostens. Homosexuelle, unverheiratete Liebespaare, Araber die den Ausgleich mit den Israelis suchen, die in Frieden mit Israel leben wollen, müssen außerhalb Israels damit rechnen von Hamas, Sittenwächtern und ähnlichen Djihad-Organisationen vom Leben in den Tod befördert zu werden. Dies alles übersehen wohlweislich die fanatischen europäischen Antizionisten, von daher ist ihre Parteinahme für die Palästinenser vermutlich nur eine vorgeschobene „Argumentation“. Mit ihrem Antizionismus versuchen sie vergeblich ihren Antisemitismus zu verschleiern, die Lebensumstände der Palästinenser dürften sie mehr oder weniger nicht tangieren.
Der islamistische Mörder der jüdischen Kinder in Frankreich, der iranische Präsident, der während er sein Atomprogramm forciert, den jüdischen Staat mit einem Krebsgeschwür vergleicht und der fordert dieses Krebsgeschwür zu entfernen, die zahllosen antizionistischen Deutschen in den Onlineforen des Internets und in den Leserbriefen von der „SZ“ bis zur „Jungen Freiheit“, die islamistischen Terrororganisationen von der Hamas bis zur Hisbollah und die deutschen Politiker von Hermann Dierkes, Jürgen Möllemann, Norbert Blüm bis Sigmar Gabriel mit ihren antisemitischen Aussagen und Boykottaufrufen gegen den jüdischen Zwergstaat haben in ihrer antizionistischen Ideologie eine menschenverachtende Gemeinsamkeit. Im 19. Jahrhundert entfachte Heinrich von Treitschke den „Berliner Antisemitismusstreit“. Treitschkes Ausspruch „Die Juden sind unser Unglück“ wurde zum geflügelten Wort, das einige Jahrzehnte später im nationalsozialistischen „Stürmer“ wöchentlich abgedruckt wurde. Antizionisten und Antisemiten sind verantwortlich nicht nur für ihre Taten, sondern auch für ihre Worte. Wie sagte Sartre vor Jahr und Tag in seinen “Überlegungen zur Judenfrage”: “Was der Antisemit wünscht und vorbereitet, ist der Tod des Juden” Den geistigen “Brüdern und Schwestern” von Mohammed Merah sei also gesagt: Es gibt keinen ehrbaren Antisemitismus.



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